Echte Verstärkungen fehlen bislang

Sammer und Pep: Das sind ihre großen Baustellen

+
Trainer Pep Guardiola und Sport-Vorstand Matthias Sammer (r.).

München - Zwei Neuzugänge und drei Rückkehrer hat der FC Bayern bislang zu verzeichnen. Der große Wurf steht allerdings noch aus. Was plant der FC Bayern für die neue Spielzeit? Woran muss gearbeitet werden? Wir klären auf.

"Nächste Saison werden wir stärker zurückkommen und die Fans mit unserer Spielweise zufriedenstellen. Ich hoffe auf den bestmöglichen Kader", versprach Pep Guardiola zum Ende der vergangenen Saison. Bislang haben die Münchner Sven Ulreich als Ersatzmann für Manuel Neuer und das Talent Joshua Kimmich - war an Zweitligist RB Leipzig ausgeliehen - vom VfB Stuttgart verpflichtet. Hinzu kommen die Rückkehrer Pierre-Emile Höjbjerg, Jan Kirchhoff und Julien Green.

Große Namen und echte Verstärkungen - bisher Fehlanzeige. Am 1. Juli startet der amtierende deutsche Meister die Vorbereitung auf die neue Spielzeit. Am 14. August beginnt die Bundesliga-Saison für den Titelverteidiger. Bis dahin gilt es noch mehrere Baustellen zu schließen.

Wie sieht die Strategie des FC Bayern aus?

Ein großes Fragezeichen steht hinter der Zukunft von Pep Guardiola. Zum Ende der Spielzeit läuft der Vertrag des Übungsleiters aus. Eine frühzeitige Vertragsverlängerung mit dem Meistertrainer scheint ausgeschlossen. Der FC Bayern muss daher einen Kompromiss zwischen kurzfristiger Planung und langfristiger Strategieauslegung eingehen. Immerhin haben die Münchner ihre Jugendabteilung kräftig umgekrempelt, um in Zukunft wieder eigene Talente in die erste Mannschaft zu integrieren. David Alaba ist der letzte, der vor über fünf Jahren den Sprung aus der eigenen Zunft zu den Profis geschafft hat. Mit Sinan Kurt und Joshua Kimmich haben die Bayern angefangen, hoffnungsvolle Talente frühzeitig für den Verein zu sichern.

Was wird aus dem schwächelnden Dante? 

In letzter Zeit ist es um Dante wieder ruhiger geworden. Das hat allerdings mit der Sommerpause und nicht mit guten Leistungen zu tun. Der Brasilianer war Bayerns schwächster Verteidiger der abgelaufenen Saison, bekundete aber immer wieder seine Vereinstreue und wurde nicht müde zu erklären, sich in München wohl zu fühlen. In der Gunst von Pep Guardiola scheint der 31-Jährige hinter Boateng, Badstuber, Martinez und Benatia als Nummer fünf der Innenverteidiger abzufallen. Es ist äußerst ungewiss, ob die Münchner Frohnatur bei dieser Rolle ihre gute Laune beibehalten wird. 

Problem Überangebot im defensiven Mittelfeld?

Mit den Begriffen Dominanz und Spielkontrolle kann man den Spielstiel von Pep Guardiola am besten beschreiben. Der Spanier möchte für sein Spielsystem ein Übergewicht im Mittelfeld haben. Besonders im defensiven Mittelfeld herrscht ein Überangebot an hochklassigen Spielern für den Trainer. Philipp Lahm gilt als Lieblingsschüler von Guardiola und somit in der Startelf als gesetzt. Xabi Alonso muss nach seiner schwachen Rückrunde mehr denn je um einen Stammplatz bangen. Ob sich der 33-Jährige spanische Welt-und Europameister als möglicher Back-up zur Verfügung stellt, bleibt abzuwarten. Die Causa Bastian Schweinsteiger entwickelt sich zu einer Hängepartie. Sein ehemaliger Förderer und aktueller Trainer von Manchester United, Louis van Gaal, buhlt heftig um den Nationalmannschaftskapitän. Im Sommer wolle sich der 30-Jährige über seine Zukunft entscheiden. Ob er den kalendarischen oder meteorologischen Sommer meinte, fügte er nicht hinzu. David Alaba, Javi Martinez, Sebastian Rode, Joshua Kimmich und Pierre-Emile Höjbjerg scharen mit den Hufen. Sollte es auf dieser Position keine Abgänge mehr geben, herrscht dort, bei einer verletzungsfreien Spielzeit, enormes Konfliktpotenzial.

Robert Lewandowski - und sonst?

Nach leichten Anpassungsschwierigkeiten zu Saisonbeginn hat sich Robert Lewandowski dank überragender Leistungen einen unumstrittenen Stammplatz bei den Münchnern erkämpft. Altmeister Claudio Pizarro war als Aushilfskraft vorgesehen. Muskuläre Probleme warfen den Peruaner jedoch immer wieder zurück. Nur ein Spiel über 90 Minuten und lediglich ein Treffer lautet seine Bilanz der abgelaufenen Spielzeit. Der Vertrag des in die Jahre gekommenen 36-Jährigen läuft aus. Eine Verlängerung steht bisher aus und ist wohl auch nicht vorgesehen. Aus den eigenen Reihen stünden Mario Götze und Thomas Müller als Alternativen bereit. Gelernte Strafraumstürmer wie Lewandowski und Pizarro sind beide jedoch nicht. Der Raumdeuter Thomas Müller ist immerhin ein ausgewiesener Torjäger. Um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, sollten die Bayern in der Sturmspitze allerdings nachbessern.

Was geschieht mit Mario Götze?

Die Personalie Götze wurde besonders in der finalen Phase der vergangenen Spielzeit heiß diskutiert. In der Hinrunde schien dem Hoffnungsträger noch der Durchbruch bei den Bayern gelungen zu sein. Zwölf Tore und vier Vorlagen in seinen 22 Pflichtspielen der Vorrunde sprachen klar für ihn. Doch ein Leistungsabfall und dadurch fehlendes Vertrauen vom Trainer sorgten für einen Leistungseinbruch in der zweiten Saisonhälfte. Somit kam der 23-Jährige in den wichtigen Spielen meist nur von der Bank. Für den Nationalspieler spricht die Vielseitigkeit. Der Allrounder kann in der Offensive jede Position bekleiden. Hochkarätige Neuverpflichtungen für die Offensive würden einen weiteren Rückschlag für den Jungstar in seiner dritten Spielzeit beim FC Bayern bedeuten. 

Wann kommt die erhoffte Verstärkung?

Die Gerüchteküche brodelt. Viele potenzielle Neuzugänge werden gehandelt, darunter Top-Stars wie Angel di Maria, Kevin de Bruyne, Raheem Sterling oder Antoine Griezmann. Nur Vollzug konnte auch eine Woche vor Trainingsbeginn noch nicht vermeldet werden. Aber die Ausrichtung scheint klar zu sein: ein offensiver Außenbahnspieler soll mit Sicherheit verpflichtet werden. Nur wer und in welcher Funktion? Lediglich als Back-up für die verletzungsanfällige Flügelzange Franck Ribery und Arjen Robben oder als gleichwertiger Ersatz? Fragen, auf die eine Antwort aktuell nicht absehbar ist. Beide Offensivspieler waren in der entscheidenden Saisonphase verletzungsbedingt zum Zuschauen verdammt. Französische Medien spekulieren gar, dass Ribery nie mehr die Fußballschuhe schnüren wird. Ohne die Erfolgsgaranten konnten die Münchner "nur" die Deutsche Meisterschaft feiern. Der Einzug ins DFB-Pokalfinale wurde verpasst und im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona waren die Bayern chancenlos.

Transferschluss ist der 31. August. Spätestens bis dahin haben die Bayern noch Zeit, ihre kniffligen Baustellen zu schließen.

deu

auch interessant

Meistgelesen

FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
Das sagt Lewandowski über seine neue Freistoß-Gabe
Das sagt Lewandowski über seine neue Freistoß-Gabe
So endete 1. FSV Mainz 05 gegen FC Bayern
So endete 1. FSV Mainz 05 gegen FC Bayern
Baby-News überraschte FCB-Stars - Müller sorgt für Lacher
Baby-News überraschte FCB-Stars - Müller sorgt für Lacher

Kommentare