Bericht über "Nichtangriffspakt"

Reus-Transfer: Verzicht-Versprechen von Bayern?

Marco Reus, Watzke, Rummenigge, FC Bayern, Borussia Dortmund
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Haben sich Hans-Joachim Watzke (l.) und Karl-Heinz Rummenigge (r.) auf eine Art Kuhhandel in Sachen Marco Reus (M.') eingelassen? Und hat der FC Bayern nun den "Nichtangriffspakt" gebrochen?

München - Wie schon beim Transfer von Robert Lewandowski von Dortmund zu Bayern gibt es fast täglich neue Berichte zur Personalie Marco Reus. Nun schreibt ein Nachrichtenmagazin über eine Art "Nichtangriffspakt" zwischen BVB und FCB.

Das Verhältnis zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund ist derzeit nicht das beste. Immer wieder schießen die Vereinsbosse Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke Giftpfeile in Richtung des Kontrahenten. Es geht um die Personalie Marco Reus. Doch offenbar nicht nur.

Hat Rummenigge den "Nichtangriffspakt" gebrochen?

Der vielleicht beste deutsche Offensivspieler der Bundesliga ist dank einer kolportierten Ausstiegsklausel von 25 Millionen Euro im nächsten Sommer relativ günstig zu haben - der FC Bayern hat nach Mario Götze und Robert Lewandowski angeblich das dritte Dortmunder Transferjuwel im Auge. Die Dortmunder regten sich maßlos darüber auf, dass Rummenigge Anfang August 2014 die Ausstiegsklausel öffentlich gemacht hatte.

"Karl-Heinz Rummenigge nimmt durch sein Verhalten billigend in Kauf, dass das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München weiter beschädigt wird", ließ Watzke damals auf der BVB-Webseite verlauten.

Wie der "Spiegel" nun berichtet, ist für diesen Ärger aber noch ein weiterer Grund neben der Plauderlaune Rummenigges verantwortlich. Denn der Bayern-Boss soll ein Versprechen, eine Art "Nichtangriffspakt", in Sachen Reus gebrochen haben.

Deal: Lewandowski ja, Reus nein

Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf ungenannte Quellen und schreibt, der FCB-Vorstandsvorsitzende habe den BVB-Bossen in einer geheimen Unterredung versprochen, Reus nicht an die Säbener Straße zu locken. Anlässlich der Champions-League-Auslosung in Nyon im Dezember 2013 sei es zu einem Treffen der Vereinsoberen gekommen. Dabei soll es vor allem um den bevorstehenden Wechsel von Topstürmer Robert Lewandowski von Dortmund nach München im Sommer 2014 und auch um einen möglichen Transfer von Marco Reus gegangen sein.

Da auch Real Madrid dem BVB ein großzügiges Angebot für einen Deal mit Lewandowski noch während der Winterpause 2013/14 gemacht habe, sah Rummenigge offenbar seine Chancen auf die bereits als sicher geltende Verpflichtung schwinden. Zumal Watzke den Angreifer lieber nach Spanien abgegeben hätte, als den Bundesliga-Konkurrenten aus München zu stärken.

Daher soll Rummenigge laut "Spiegel" folgenden Deal vorgeschlagen haben: Falls Dortmund Lewandowskis Abgang zu Real verhindert und ihn stattdessen von einem Wechsel zum FC Bayern überzeugt, würde der Rekordmeister auf eine anschließende Verpflichtung von Reus verzichten. Auf dieses Vorgehen habe man sich schließlich geeinigt und sich per Handschlag voneinander verabschiedet, heißt es.

Pikant ist die Geschichte auch deshalb, weil Reus selbst angeblich überhaupt nichts von besagtem Pakt gewusst haben soll. Kaum auszudenken, was geschehen wäre, hätte sich Reus tatsächlich für einen Wechsel nach München entschieden, der allerdings aufgrund des Handschlags zweier Klub-Bosse nicht zustande gekommen wäre. Die Absprache soll daher in Beraterkreisen große Wellen schlagen, wo die Absprache laut "Spiegel" als „Kuhhandel nach Gutsherrenart“ und sogar als „Menschenhandel“ bezeichnet werden soll.

Auch die Vorwürfe Watzkes bekommen nun andere Dimensionen. „Das ist in der nach oben offenen Heuchel-Skala ein ganz hoher Wert“, hatte der BVB-Boss vor rund vier Wochen gesagt. Damals ging man davon aus, Watzke beziehe sich damit auf Rummenigges Aussage, er wolle „nicht für Unruhe sorgen“, wenn er öffentlich über Reus spricht. Auf den kolportierten Nichtangriffspakt passt das Zitat auch ganz gut. Dass die Bayern nun doch mit einer Verpflichtung von Reus kokettieren, könnte den großen Zorn der Dortmunder erklären.

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Und was sagen die Bosse zu diesem angeblichen Nichtangriffspakt? Während Rummenigge laut "Spiegel" zwar Gespräche über Lewandowski bestätigt, die Vereinbarung wegen Reus aber bestreitet, räumt Watzke lediglich ein, am Rande der Champions-League-Auslosung mit den Bayern gesprochen zu haben: "Es gab ein Gespräch zwischen uns in Nyon, das ist korrekt. Aber ich werde es nicht weiter kommentieren."

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