Topspiel im Schatten des Pokals

FCB vs. BVB: Mehr Prestige als Brisanz

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Mario Götze erzielte in der Hinrunde das 1:0 für Bayern.

München - Freundschaftlich geht es zwischen Bayern und Dortmund nie zu, auch wenn dem Topspiel am Samstag die große sportliche Brisanz fehlt. Die beiden Trainer haben den DFB-Pokal im Hinterkopf.

Joachim Löw kommt - aber wen und was wird er sehen? Für den Bundestrainer ist das Kräftemessen zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund ein Pflichttermin, auch wenn es im Topspiel der Fußball-Bundesliga ausnahmsweise nur ums Prestige geht und es im Vorfeld zumindest in München völlig vom Champions-League-Los Real Madrid überstrahlt wurde.

„Das ist eine besondere Paarung, ich freue mich immer sehr drauf“, sagte Löw vor dem von ihm erhofften Massenauflauf deutscher WM-Aspiranten von Philipp Lahm bis Marco Reus am Samstag (18.30 Uhr) in der mit 71 000 Zuschauern ausverkauften Münchner Arena. Bayern-Trainer Pep Guardiola wird nicht wild rotieren: „Borussia Dortmund ist speziell. Man hat gegen Real Madrid gesehen, wie gut sie sind“, sagte der Spanier am Freitag.

Die Vereins-Bosse sorgten mit ihrem Zank um einen eigentlich längst vergessenen Bayern-Kredit an den BVB für ein wenig Zündstoff im Vorfeld. Sogar das traditionelle Essen der Club-Oberen am Spieltag fällt aus. Die BVB-Führung schlug die Münchner Einladung aus.

Guardiolas Ansage: "Pass auf gegen Klopp-Mannschaften!"

Wie aggressiv es auf dem Rasen zur Sache gehen wird, ist angesichts der fehlenden Brisanz eines Titelduells ungewiss. Schiedlich-friedlich aber wird es wohl kaum zugehen. Hier der Ex-Dortmunder Mario Götze, da der künftige Münchner Robert Lewandowski - schon einzelne Personalien sorgen für Gesprächsstoff. Und verlieren will sowieso keiner. Guardiola forderte seine Spieler auf, das Halbfinal-Los Real Madrid zu vergessen. Seine Ansage in der Kabine lautete: „Pass auf gegen Jürgen-Klopp-Mannschaften!“

Natürlich wollen man gewinnen, versicherte Matthias Sammer. Doch selbst der für seinen Ehrgeiz berüchtigte Sportvorstand des FC Bayern, der sich mit BVB-Coach Jürgen Klopp erst vor einem Jahr in Dortmund heftige Temperaments-Scharmützel an der Seitenlinie lieferte, fügte ein großes Aber hinzu: „Prestige ist gut und schön. Wir können aber nicht mehr als deutscher Meister werden.“

Sportlich geht es für Dortmund angesichts des Fernduells mit dem Erzrivalen FC Schalke um Platz zwei und der direkten Qualifikation für die Champions League eigentlich um mehr, wie auch BVB-Coach Klopp bestätigte: „Die Bundesligasaison ist nur für eine Mannschaft vorbei - für Bayern München.“ Trotzdem ist das Kräftemessen für die verletzungsgeplagte Borussia problematisch. Klopp sprach ironisch von einem „sensationell guten Zeitpunkt zwischen Real Madrid und VfL Wolfsburg“.

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Keiner wird das Prestigeduell wie ein Alles-oder-nichts-Spiel angehen. Allerdings sagte Guardiola: „Wir sind eine gute Mannschaft, aber nur wenn wir Vollgas gehen.“ Klopp und auch er haben natürlich auch die Aussicht auf ein Titel-Duell der beiden Topclubs am 17. Mai in Berlin im Visier. „Unser wichtigstes Spiel ist Kaiserslautern“, sagte Guardiola mit Blick auf das Pokal-Halbfinale am kommenden Mittwoch gegen den Zweitligisten aus der Pfalz.

Schon einen Tag früher muss die Borussia gegen den VfL Wolfsburg ran. „Das ist unsere einzige Chance auf ein Endspiel“, äußerte Klopp vielsagend zur Priorität des DFB-Pokals. Der BVB-Coach steckt wenige Tage nach dem unglücklichen Champions-League-K.o. gegen Real Madrid in der Zwickmühle. Er könnte mit dem Gedanken spielen, Stars wie Lewandowski, Reus oder Hummels zu schonen. „Wir werden genau hingucken, wer den Eindruck macht, als könnte er - und wer kann nicht“, erläuterte Klopp. Man wolle nach Berlin, betonte auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke: „Der Trainer wird keinen Spieler an den Rand der Erschöpfung führen.“

Egal, welche Formationen Guardiola und Klopp schließlich auf den Rasen schicken werden, 90 Minuten Langeweile muss niemand befürchten. „Es wird schon einiges auf dem Platz ablaufen“, prophezeite Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge - trotz DFB-Pokals und 20 Punkten Unterschied in der Bundesliga-Tabelle.

dpa

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