"Will am liebsten Champions League spielen"

Bayern an Frankfurt-Juwel dran

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Sebastian Rode (r.) bejubelt mit Takashi Inui dessen Treffer beim 3:3 gegen Dortmund am Dienstagabend

München - Er ist einer der Garanten für den Frankfurter Aufschwung, er ist jung und er ist vielleicht bald Nationalspieler: Bayern ist an Frankfurts Sebastian Rode dran. Aber gibt es auf seiner Position überhaupt Bedarf?

Ist Eintracht Frankfurt jetzt schon direkte Konkurrenz der Bayern? Den Münchnern wird traditionell unterstellt, allen Klubs die Leistungsträger wegzuschnappen, die ihnen zu nahe kommen. Doch die Wahrheit ist eher: Die Roten haben es in erster Linie auf die Spieler selbst abgesehen anstatt auf die Schwächung der Konkurrenz. Jetzt sind sie beim Tabellenzweiten fündig geworden: Sebastian Rode (21) hat nach tz-online-Informationen das Interesse der Münchner auf sich gezogen.

Wer ist dieser Rode? Die Zeiten, als er mit seiner Freundin Johanna unerkannt durch Frankfurt schlendern konnte, sind vorbei. Mit seinen tollen Auftritten in dieser Saison ist der Mittelfeldabräumer der Eintracht zum Star beim Bundesliga-Rückkehrer avanciert. "Es ist anders als vor anderthalb Jahren. Jetzt werde ich erkannt", beschreibt Rode die für ihn ungewohnte Situation.

Diese Spieler hat der FC Bayern seit 1990 geholt

Diese Spieler hat der FC Bayern seit 1990 geholt

Der 21-Jährige wird von den Vereinsfunktionären geschätzt und von den Fans geliebt. Club-Boss Heribert Bruchhagen adelte Rode bereits als besten Eintracht-Spieler der vergangenen zehn Jahre, und auch Trainer Armin Veh hält große Stücke auf den Blondschopf. "Er hat einen riesen Sprung gemacht gegenüber dem Vorjahr, obwohl er schon da gut gespielt hat", lobt Veh den U 21-Nationalspieler.

Rode hört so etwas natürlich gern, will die Lobeshymnen jedoch nicht überbewerten. „Ich bilde mir nichts darauf ein und hebe nicht ab. Das Umfeld hält mich am Boden, die Familie, Freunde, die Freundin. Ich weiß, wie schnell es im Fußball nach oben gehen kann - und nach unten“, sagt er.

Rode stand in seiner noch jungen Karriere nicht immer auf der Sonnenseite. In der Saison 2009/10 zog sich der bescheidene Profi, damals noch im Trikot des Drittligisten Kickers Offenbach, einen Kreuzbandriss zu. Sieben Monate musste er pausieren und verpasste dadurch auch die U 20-Weltmeisterschaft.

Im Sommer 2010 wechselte er zur Eintracht, wo er den nächsten Nackenschlag einstecken musste. Ein in der Vorbereitung erlittener Knorpelschaden legte ihn für weitere vier Monate lahm. „Damals hatte ich viele schlaflose Nächte", sagt Rode im Rückblick.

Unter Veh blühte Rode in der Vorsaison dann auf und trug maßgeblich zum Aufstieg der Frankfurter bei. Mittlerweile ist er aus dem Spiel des kecken Bundesliga-Rückkehrers nicht mehr wegzudenken. Die bärenstarken Auftritte des defensiven Mittelfeldspielers, der sich durch Spielverständnis und Offensivdrang auszeichnet, haben Begehrlichkeiten auch bei der Konkurrenz entwickelt.

Hat Bayern überhaupt Bedarf auf der Doppel-Sechs?

Auf dieser Position haben die Bayern eigentlich erst nachgelegt und sage und schreibe 40 Millionen Euro für Javi Martinez investiert. Bastian Schweinsteiger, Luiz Gustavo, Anatoli Timoschtschuk und Toni Kroos sind für diese Position auch noch da. Das ändert aber nichts am Interesse an Rode - schließlich ist der Rekordmeister laufend bemüht, deutsche Nationalspieler an sich zu binden. An der Säbener Straße soll ein gewisser Ärger herrschen, dass Sami Khedira einst nicht nach München gewechselt ist, obwohl ihn die Verantwortlichen Louis van Gaal auf dem Silbertablett serviert hatten. Doch der Niederländer lehnte ab, Khedira ging vom VfB Stuttgart zu Real Madrid und ist mitten in einer großen Karriere, auch im DFB-Team. Ähnliches trauen Experten auch Rode zu. 

Sportdirektor Bruno Hübner will den bis 2014 gültigen Vertrag mit Rode daher so schnell wie möglich verlängern. Doch die Gespräche sind ins Stocken geraten. "Für die Karriereplanung von Rode ist das eine entscheidende Phase. Da müssen wir von der Eintracht akzeptieren, dass er ein bisschen länger nachdenken will", sagte Hübner in einem Interview der Frankfurter Rundschau.

Einen vorzeitigen Wechsel des Juwels, das nicht nur von Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler als kommender Nationalspieler angesehen wird, schloss Hübner aus: "Rode hat noch einen Zweijahresvertrag, und in diesen beiden Jahren werden wir ihn nicht abgeben. Da sind wir nicht kompromissbereit." Es wäre aber nicht das erste Mal, dass der FC Bayern einen Spieler loseisen kann, den sein Verein eigentlich kategorisch halten möchte.

Nicht nur Bayern dran

Die Münchner sind nicht die einzigen, die Rode auf dem Zettel haben. Die Sport Bild bringt ihn auch mit Dortmund, Schalke und Mönchengladbach in Verbindung.

Rode, der schon im Alter von vier Jahren beim SKV Hähnlein mit dem Fußballspielen begann, hat große Ziele. Er will international spielen, "am liebsten Champions League". Das wird ihm die Eintracht trotz des aktuellen Höhenflugs nicht bieten können.

al/tz/dpa

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