Pep kann Bayern und Man City gleichzeitig

Guardiola: "Ich bin wie eine Frau"

Pep Guardiola, FC Bayern
+
Der doppelte Pep: Maskulin und feminin auf dem Körper seiner Frau Cristina Serra.

München - Pep Guardiola sieht kein Problem darin, als aktueller Bayern-Trainer schon ein wenig an seine Zukunft bei Manchester City zu denken - dank seiner Multitasking-Fähigkeiten.

Da sage noch einer, Fußball sei eine Männerdomäne. Bereits seit Jahren kämpfen Birgit Prinz & Co. für das Ansehen des Frauenfußballs, den letzten Schritt in Richtung „Feminisierung“ des Sports hat aber zweifelsohne Pep Guardiola unternommen. „Ich bin wie eine Frau“, sagte der Trainer des FC Bayern am Freitag auf die Frage, wie er denn die Kaderplanung seines baldigen Arbeitgebers Man City und die Ziele seines aktuellen, des FC Bayern, unter einen Hut bekommen wolle. „Ich kann beide Situationen kontrollieren“, sagte Guardiola mit einem Lächeln – einem der wenigen in einer Presserunde, die größtenteils von Vorwürfen und Unverständnis geprägt war.

Maulwurf-Skandal, Übergewicht, Vereinsmail und zuletzt auch noch die Frage nach dem Promillewerten von Arturo Vidal haben das Fass bei Guardiola aufgeschraubt, die Frage nach City am Freitag hat es endgültig zum Überlaufen gebracht. Wie der kicker schreibt, soll sich Guardiola mit den Citizens bereits seit Anfang 2015 einig gewesen sein, worauf Pep fuchsig wurde. „Die Leute können mir oder den Zeitungen vertrauen“, so Guardiola. Er habe schon gesagt, was seine Beweggründe für den Wechsel auf die Insel seien, wie sich die Verkündung des Wechsels jedoch auf seine Arbeit in München auswirkt – am Montag reiste er schon nach England – hatte er bislang noch nicht erklärt.

Guardiola vermisst Respekt gegenüber den Trainern

„Ich weiß, die Situation ist neu“, so Guardiola weiter. „Nie, nie hat ein Trainer in der Geschichte Bayern verlassen, normalerweise verlässt Bayern den Trainer. Aber es sind vier Monate. Ich kann damit leben ohne Problem. Ich bin vom ersten bis zum letzten Tag fokussiert auf meine Mannschaft.“ Warum er sich jetzt für City entschieden habe? „Meine Entscheidung“, so Pep. Mehr zum englischen Scheichklub gäbe es dann „im Mai, Juni“. Wann er sich um die Bayern kümmere und wann er sich mit der Kaderplanung der Citizens beschäftige? „Ich weiß es nicht, es hängt vom Tag ab“, so Guardiola. Das Lächeln war zu dieser Zeit längst verflogen, Peps Blick: ernst, starr, vorwurfsvoll. Der Spanier fühlt sich nicht respektiert. Zu Recht?

„Heute gibt es für den Beruf von uns Trainern, nicht nur hier, sondern auf der ganzen Welt, keinen Respekt“, polterte Guardiola. „Ich verstehe nicht, warum wir überhaupt eine Pressekonferenz machen, wenn die Leute dem Trainer danach nicht vertrauen.“ Vielleicht aufgrund der Tatsache, dass auf seine Aussagen des Öfteren kein Verlass war. Vor dem Spiel in Gladbach (1:3) am 5. Dezember wollten Pressevertreter vom Spanier wissen, ob denn Franck Ribéry nach seiner Blessur wieder mit dabei sei, worauf der 45-Jährige verneinte. Rund zwei Stunden später stieg der Franzose in den Bus, flog mit der Mannschaft nach Gladbach und wurde eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt.

Pep rechtfertigte sich zwar, die Entscheidung sei erst nach der PK gefallen, die einzige Anekdote in diesem Zusammenhang war es aber ohnehin nicht. Guardiola blieb aber dabei: „Ich bin hier, weil ich hier sein muss“, hielt er zu den Presserunden fest und kritisierte zudem, dass einige renommierte Blätter während der Presserunden „keine einzige Frage über Fußball“ gestellt hätten. „Ich liebe es, über Fußball zu reden“, so Pep, tat es dann aber doch nicht. Zur Causa Vidal sagte er: „Er ist stark und bereit. Ich vertraue ihm. Und in Katar ist Alkohol verboten.“ Dass er dennoch zum Konsum bereit steht, dürfte Pep wissen.

José Carlos Menzel López

José Carlos Menzel López

José Carlos Menzel López

E-Mail:carlos.menzel-lopez@tz.de

auch interessant

Meistgelesen

Bayern-Neuzugang Renato Sanches leitet Siegtor ein
Bayern-Neuzugang Renato Sanches leitet Siegtor ein
Alaba überrascht mit neuer Frisur bei Instagram
Alaba überrascht mit neuer Frisur bei Instagram
Die Glücksbringer von Boateng, Götze & Co.
Die Glücksbringer von Boateng, Götze & Co.
Per Twitter: Ibrahimovic verkündet Wechsel
Per Twitter: Ibrahimovic verkündet Wechsel

Kommentare