Badstuber-Verletzung und Boateng-Rot

Doch ein Winter-Transfer? Wer in Frage käme

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Einer für Bayern? Jan Kirchhoff, hier im U21-Dress

München - Umdenken beim FC Bayern: Inzwischen ist ein Winter-Neuzugang nicht mehr ausgeschlossen. "Wir haben schon ein Problem", sagt Matthias Sammer. Wer käme in Frage? Was spräche dafür, was dagegen?

Unmittelbar nach der Verletzung von Holger Badstuber haben die Bayern-Verantwortlichen einen Neuzugang ausgeschlossen. Doch am Mittwochabend klang das schon ganz anders. Schließlich fällt nicht nur Badstuber nach seinem Kreuzbandriss fünf Monate lang aus. Auch Jerome Boateng wird den Münchnern in den nächsten Champions-League-Partien nach seiner Roten Karte fehlen.

Somit stehen fürs Achtelfinale der Königsklasse mit Dante und Daniel van Buyten nur noch zwei Innenverteidiger zur Verfügung. Javi Martinez, Luiz Gustavo oder Anatoli Timoschtschuk könnten notfalls im Abwehrzentrum aushelfen. Oder kommt doch noch ein gelernter Innenverteidiger? Sportvorstand Matthias Sammer hält sich und dem Verein alle Optionen offen. "Es ist noch einiges zu spielen bis Weihnachten, dann öffnet das Transferfenster. Jetzt ist das noch kein Thema, aber wenn noch etwas passiert – ich würde das nicht ausschließen." Einen Schnellschuss wird es also nicht geben. "Es können Verletzungen kommen", bemerkte Sammer.

"Wir haben schon ein Problem", sagte der Sportvorstand auf tz-Nachfrage. "Wir können uns nicht erst dann aktiv Gedanken machen, wenn wir sagen: Oh, jetzt müssen wir etwas tun."

Allerdings: Wenn noch ein Innenverteidiger dazustößt, droht irgendwann ein Überangebot, wenn wieder alle zur Verfügung stehen. Das zeigt sich schon daran, dass Daniel van Buyten in dieser Saison zunächst kaum zum Zuge kam, als Badstuber, Boateng und Dante fit waren.

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Wer käme überhaupt in Frage? In Deutschland sind taugliche Innenverteidiger, die im Winter wechseln könnten, äußerst rar. Einen wie Benedikt Höwedes, mit dem die Bayern seit Jahren liebäugeln sollen, werden die Schalker sicherlich nicht abgeben. Gleiches gilt für die anderen absoluten Abwehr-Top-Stars aus Deutschland - die sind im Winter einfach nicht zu haben.

Durchaus eine Option wäre Jan Kirchhoff. Der Vertrag des 22-jährigen Noch-Mainzers läuft im Sommer aus, nur im Winter könnten die 05er noch Geld mit ihm verdienen. Die Bayern verfolgen den Werdegang des 1,95-Meter-Hünen, der auch im defensiven Mittelfeld spielen kann, sicherlich aufmerksam - auch seine Leistungsschwankungen. Kirchhoff könnte auf Sicht den Platz von van Buyten im Kader einnehmen - nicht nur, was seine Statur angeht. "Der Liga-Funk sagt, dass einige Klubs interessiert sind, ja", erklärte Mainz-Manager Christian Heidel schon im März. Kirchhoff selbst meinte: "Bei meinem Berater haben sich Interessenten gemeldet, das stimmt." Auch der FC Bayern soll darunter gewesen sein.

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Ansonsten geht der Blick wohl ins Ausland. Die Bayern dürften die anderen europäischen Ligen genau verfolgen - auch mit Spielern wie Toby Alderweireld (Ajax Amsterdam) und Johnny Heitinga (FC Everton), die schon in der Vergangenheit gehandelt wurden.

Die Verantwortlichen werden sich gut überlegen, ob sie einen ähnlichen Engpass wie im Vorjahr riskieren, als Timoschtschuk im Champions-League-Finale als Innenverteidiger aushelfen musste. Oder, wie Sammer es ausdrückt: "Es heißt abzuwägen, abzuschätzen und strategisch vorbereitet zu sein, wenn man eine Entscheidung treffen muss“, sagte der 45-Jährige. „Was, wenn Dante sich im Trainingslager verletzt? Es können Verletzungen kommen."

al./lop/jj

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