Verteidiger mit Kritik an Offensiv-Kollegen

Boateng verpasst eigenen Stürmern einen Denkzettel

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Jerome Boateng (l.) hatte Fernando Torres im Griff. Nach dem Spiel gab's dann Kritik für die eigenen Stürmer.

München - Neue Saison, altes Leid! Als die Bayernfans am Mittwoch Nacht in die Busse stiegen, die sie von Madrid zurück nach München bringen sollten, herrschte vor allem eine traurige Gewissheit: Da wäre mehr drin gewesen im Calderon.

Die Bestätigung dafür ließ sich auf dem sogenannten Full Time Report ablesen, einer zehnseitigen Statistikauflistung der UEFA, auf der sämtliche Werte der 0:1-Pleite bei Atlético Madrid aufgeführt waren. Die mehr als ernüchternde Torschuss-Bilanz des Rekordmeisters las sich wie folgt: Insgesamt 13 Versuche, davon gerade einmal vier auf den Kasten von Oblak und keiner ins Glück. Ausbaufähig.

„Atlético hat den Killerinstinkt“, meinte Manuel Neuer im Anschluss an das Spiel. „Aus den wenigen Möglichkeiten können sie viel machen. Diesen Killerinstinkt hatten wir heute leider nicht.“ Sah auch Jerome Boateng so, der besonders hart mit der Offensivabteilung des Rekordmeisters ins Gericht ging. Der Weltmeister: „Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren, vorne keinen Ball gehalten. Wir haben vorn nicht viel Bewegung gehabt, dann ist es auch schwer, Anspielpunkte zu finden. Wenn man gesehen hat, wie die Stürmer von Atlético Madrid heute gearbeitet haben, dann ist das ein Unterschied gewesen. So kann man bei einer Top-Mannschaft nicht gewinnen.“ Boateng wütete – und verpasste dabei seinen Kollegen im Sturm einen Denkzettel. So wie Atléticos Stürmer nach hinten arbeiten, „daran müssen wir uns ein Beispiel nehmen“. Rumms.

Wieder nix! Bayern verliert bei Atlético: Fünf 5er, eine 2

Das Problem: Gerade die Ladehemmungen sind ein altes Muster, in das die Roten immer wieder verfallen. 0:1 2014 bei Real Madrid, 0:3 2015 in Barcelona, 0:1 im vergangenen April bei Atlético und gestern erneut – alles Resultate, die nicht nur die beängstigende Spanien-Schwäche des FC Bayern zuletzt offenbarten, sondern auch eine erschreckende Abschlussschwäche bei wichtigen Partien. Bei einem Torverhältnis von 27:2 nach gerade einmal neun Spielen mag der Begriff Ladehemmung auf den ersten Blick nach Überdramatisierung klingen, das Kanonenfutter in der Bundesliga dient dafür aber nicht als Maßstab. Es geht um die Duelle auf Augenhöhe und darum, gegen ebenbürtige Gegner effektiv vor dem Kasten zu sein.

„Man muss die Chancen nutzen, um es dann in Ruhe herunterspielen zu können“, haderte auch Arturo Vidal mit der mangelnden Chancenverwertung. Douglas Costa, der laut kicker aufgrund eines Muskelbündelrisses nun doch bis November ausfällt, wird die Roten nicht mit Vorlagen bedienen können, hinzu kommt eine Mini-Durststrecke von Robert Lewandowski. Seit drei Spielen hat der Pole nicht mehr getroffen, zuletzt beim 3:1 gegen den FC Ingolstadt. Auch er muss sich erneut steigern, was vor allem beim Blick auf den Full Time Report gegen Atlético klar wurde. Wie oft Lewy in den 90 Minuten im Calderon auf Oblaks Tor gezielt hatte? Einmal. 

"Terror für Europa" - Das sagt die Presse zur Bayern-Niederlage

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