Bei den Bayern derzeit nur Statist

Mario Götze: Gute Laune oder Galgenhumor?

Mario Götze
+
Statist am Rande: Götze.

München – Es überraschte etwas, aber Mario Götze war aus irgendeinem Grund bester Laune, als er am Mittwochabend die Allianz Arena verließ. Ob es Galgenhumor war?

Zumindest musste er selber lachen, als er auf seine Ankündigung von vor einer Woche angesprochen wurde, nach dem nächsten Spiel sprechen zu wollen. „Warten wir, bis ich ein paar Minuten gespielt habe“, sagte er schmunzelnd und zog sich die Kapuze über den Kopf. Sein Konto steht nach vier Spielen im Kader des FC Bayern nach wie vor bei exakt null Minuten.

Am Mittwoch hatte Götze einen kleinen Vorteil, denn als Nicht-Beteiligter musste er die erste Heim-Niederlage seit Mai 2015 nicht kommentieren. Ansonsten aber hat er gegenüber seinen Konkurrenten in der Bayern-Offensive derzeit eher Nachteile. Es wirkt nicht so, als baue Pep Guardiola in naher Zukunft wieder auf den Nationalspieler, der zuletzt vier Monate außer Gefecht gesetzt war. Andere haben ihm längst den Rang abgelaufen (der unter Guardiola allerdings ohnehin nie sonderlich hoch war).

Auch das dritte Jahr in München scheint für Götze eines zu werden, von dem er sich mehr erwartet hatte. Und gerade dann, wenn die Rückkehr zum Ex-Klub ansteht, wird gerne Bilanz gezogen. Die bittere Wahrheit ist, dass der ein Jahr später gewechselte Robert Lewandowski vor dem direkten Duell mit dem BVB das Gesicht des FC Bayern ist – und Götze ein Statist.

Bayern - Dortmund: So endeten die vergangenen Duelle

Für Lewandowski ist die Reise an die alte Wirkungsstätte nicht nur mit Blick auf die Tabellenkonstellation wichtig („hoffe, dass wir mit drei Punkten zurückkommen“), sondern auch, weil er nebenbei noch ein Privatduell austrägt. Im Kampf um die Torjägerkrone steht es zwischen dem Polen und Pierre-Emerick Aubameyang nach wie vor 23:22. Lewandowski konzentriert sich zwar offiziell lieber „auf die Mannschaft und auf das, was ich auf dem Platz tun soll“. Ganz so unwichtig, wie er gerne tut, ist ihm die Individual-Auszeichnung aber nicht.

Seinen Widersacher Aubameyang schätzt der 27-Jährige als „super Spieler und netten Typen, ganz anders, als er in den Zeitungen auftaucht“. Er rät Bayerns Rumpfabwehr, „auf ihn aufzupassen“, sagt aber auch: „Der BVB ist nicht Aubameyang, da gibt es noch andere sehr gute Spieler.“ Am Mittwoch trafen Adrian Ramos und Erik Durm, bei Bayern lediglich Arjen Robben. Lewandowski und Aubameyang haben sich ihr Pulver aufgespart für das direkte Duell – das Götze wohl als prominenter Zuschauer von der Bank aus verfolgen wird. Ob ihm danach immer noch zum Lachen zumute ist?

Götze bei Bayern fehl am Platz? "Da fühlt sich jeder verarscht"

Hanna Schmalenbach

Hanna Schmalenbach

E-Mail:hanna.schmalenbach@merkur.de

Google+

auch interessant

Meistgelesen

Sebastian Rode: Eine Borussia wird's wohl werden
Sebastian Rode: Eine Borussia wird's wohl werden
Bayern-Reservist Rode vor Wechsel nach Dortmund
Bayern-Reservist Rode vor Wechsel nach Dortmund
Gauland schreibt AfD seine Version der Boateng-Geschichte
Gauland schreibt AfD seine Version der Boateng-Geschichte
Wird er der Sahnetransfer des FCB im nächsten Jahr?
Wird er der Sahnetransfer des FCB im nächsten Jahr?

Kommentare