Er lässt es ruhiger angehen als Pep

Carlo Ancelotti: Dolce Vita in der Coaching-Zone

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Carlo Ancelotti in Lippstadt auf der Trainerbank.

München - In Lippstadt saß Carlo Ancelotti erstmals auf der Trainerbank des FC Bayern. Wir haben den Italiener bei seinem Debüt während der 90 Minuten beobachtet.

Ein Kulturschock war das erste Testspiel beim SV Lippstadt für die FCB-Spieler allemal. Das lag weniger an den westfälischen Bayern-Anhängern, die mit Lederhosen, Trikots, Turnschuhen und Basketball-Caps einen eigenwilligen Fan-Look kreierten. Vielmehr hatte das mit dem neuen Cheftrainer auf der Bayern-Bank zu tun, der die Coaching-Zone der Münchner zum Einstand gleich in eine Ruhezone verwandelte.

Vorbei sind die Zeiten, als ein temperamentvoller Katalane im Anzug vor der Trainerbank auf und ab hüpfte. Nun sitzt dort mit Carlo Ancelotti ein Mann im Trainingsanzug, der still beobachtet und damit vor allem eines ausstrahlt: Souveränität. Dolce Vita in der Coaching-Zone! Die meiste Zeit saß der 57-Jährige mit übereinander geschlagenen Beinen neben seinem Co-Trainer Paul Clement. Wobei es keine zwei Minuten dauerte, ehe sich der Italiener hektisch von seinem Platz erheben musste. Der Fünftligist begann aggressiver als erwartet und Ancelotti forderte seine Spieler zu mehr Einsatzbereitschaft auf. Es war das einzige Mal während der 90 Minuten, dass bei Carletto so etwas wie Hektik aufkam.

Bilder: So lief das Ancelotti-Debüt in Lippstadt

Wenn der Italiener taktische Anweisungen gibt, dann kurz und knapp. So wie in der 30. Minute, als er Rafinha schrie und ihm ein Wechselzeichen deutete – kurz darauf fand sich der Brasilianer im zentralen Mittelfeld wieder, und Philipp Lahm spielte Rechtsverteidiger. „Er ist sehr entspannt. Es war jetzt aber auch nicht die ganz große Aufregung beim ersten Spiel gegen Lippstadt“, meinte Lahm nach dem Spiel. Viel Aufmerksamkeit widmete Ancelotti übrigens seinen Abwehrspielern. Mit den Fingern zeigte er ihnen, wie er sich die Abstände und das Positionsspiel der Viererkette vorstellt. Typisch italienisch eben.

Das gefällt auch Paul Breitner am neuen Trainer. „Ich könnte mir vorstellen, dass sich Ancelotti einige Spiele unserer Mannschaft angeschaut hat, die wir verloren haben und ihm die Verteidigung dabei nicht so gefallen hat. Vielleicht wird er hier an kleinen Schrauben drehen. Er wird das richtige Händchen haben. Italiener sind geboren, um nicht zu verlieren“, sagte Breitner bei der Verleihung des Bayerischen Sportpreises. 

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Manuel Bonke

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