FCB-Trainer über Supercup und Verletzte

Ancelotti im Interview: So fällt sein Fazit der USA-Reise aus

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Kehrt glücklich nach München zurück: Bayern-Trainer Carlo Ancelotti zieht ein positives Fazit der USA-Reise.

München - Die erste Dienstreise mit dem FC Bayern hat Carlo Ancelotti hinter sich gebracht. Der Italiener zieht ein Fazit des USA-Trip und schaut voraus auf die nächsten Aufgaben.

That's it! Die elftägige Reise des FC Bayern durch die Staaten ist vorbei. Mittwochnacht setzte es zum Abschluss noch eine 0:1-Pleite gegen Real Madrid, bei der sich Sven Ulreich im Tor einen Patzer gegen den Torschützen Danilo leistete, allzu viel Bedeutung wollte Carlo Ancelotti den Partien in Übersee aber ohnehin nicht beimessen. Kurz nach der Landung stand der Italiener den Medien noch einmal Rede und Antwort und zog direkt am Gepäckband sein Fazit aus seinen ersten knapp vier Wochen beim FC Bayern. Das Interview.

Signore Ancelotti, wie fällt Ihr Fazit der elftägigen Reise durch die Staaten aus?

Ancelotti: Die Tour war gut, vor allem die Organisation. Die Bedingungen waren einwandfrei und wir konnten uns zudem mit starken Mannschaften messen. Ich war mit den Auftritten meines Teams zufrieden, die Ergebnisse sind in meinen Augen aber nicht so wichtig. Wichtig war, dass wir über weite Strecken der Partie gut gespielt haben und einen starken Spirit gezeigt haben. Jetzt haben wir noch zehn Tage, um uns optimal auf den Supercup vorzubereiten und bereits am Freitag stoßen jene Spieler zur Mannschaft dazu, die bis jetzt noch im Urlaub waren.

Bei wieviel Prozent ist Ihre Mannschaft bereits?

Arturo Vidal im Spiel gegen Real.

Ancelotti: Die Spieler, die beim Trainingsauftakt am 11. Juli dabei waren, sind in guter Verfassung. Nur gegen Real sind einige von ihnen über die gesamten 90 Minuten gegangen, ein wenig Training ist also nach wie vor nötig. Aber ich bin mit ihrer Verfassung zufrieden. Wir hatten einige Spieler dabei, die angeschlagen waren, große Probleme waren aber keine dabei.

Sind Sie zufrieden, wie die Mannschaft Ihre Philosophie auf dem Platz umsetzt?

Ancelotti: Durchaus, ja. Die erste Hälfte gegen Real Madrid war gut, weil meine Spieler versucht haben zu spielen wie wir es wollen. Die erste Periode des Spiels war sehr gut, darüber war ich auch sehr froh und zufrieden.

Auch Mats Hummels wird dabei sein. Warum wollten Sie ihn für Ihre Mannschaft?

Ancelotti: Ganz einfach weil er ein guter und erfahrener Spieler ist, der viele wichtige Spiele in Europa auf dem Buckel hat, Teil der Nationalmannschaft ist und sich daher sehr gut mit Boateng versteht. Er war der Spieler, den Bayern gebraucht hat.

Und was erwarten Sie sich von Europameister Renato Sanches?

Ancelotti: Ich bin neugierig auf ihn. Er ist einfantastischer Spieler mit fantastischem Potenzial und dazu noch sehr jung. Auf das müssen wir Acht geben, auch bei ihm bin ich aber der Meinung, dass er ein überragender Transfer für uns ist.

Wie sieht es bei Franck Ribéry und Arjen Robben aus? Können Sie demnächst wieder mit der Mannschaft trainieren?

Ancelotti: Ribéry wird trainieren können. Er hatte leichte Probleme mit seinen Adduktoren, daher wollten wir kein Risiko eingehen. Am Freitag hat er noch frei, ab Samstag wird er aber wieder ins Training einsteigen. Was Robben angeht, weiß ich es noch nicht.

Sind zehn Tage für die EM-Urlauber genug, um beim Supercup wieder in bester Verfassung zu sein?

Ancelotti: Es ist jedenfalls genug, um das Spiel bestreiten zu können. Um für die gesamte Saison in guter Verfassung zu sein, reichen zehn Tage natürlich nicht aus, für das Spiel gegen Dortmund hingegen schon. Absolut.

Sie wissen, dass der FC Bayern den Supercup schon seit längerem nicht mehr gewinnen konnte.

Ancelotti: Ich weiß, ich weiß. Es wird Zeit, denn es ist eine wichtige Partie, ein Finale. Jeder Wettbewerb ist wichtig. Ich hatte jedenfalls Glück, das Finale erreicht zu haben ohne dafür gearbeitet zu haben (lacht). Wir werden versuchen zu gewinnen. Ich bin mir sicher, dass es nicht einfach sein wird, in Dortmund gegen Dortmund zu spielen.

Und wie steht es inzwischen um Ihr Deutsch?

Ancelotti: Ich versuche, jeden Tag Deutsch zu sprechen, auch mit den Spielern. Sie helfen mir, einige Worte zu verstehen. Langsam aber sicher versuche ich es und lerne auch schon taktikspezifisches Vokabular. In drei Monaten kann ich mich mit Ihnen auf Deutsch unterhalten.

Neue Spieler braucht es aber nach wie vor nicht, oder?

Ancelotti: Nein.

Aufgezeichnet von: José Carlos Menzel López

Teamvorstellung in der Arena

Der FCB stellt sein Team am Samstag im Stil einer Late-Night-Show vor. Um 16 Uhr findet dann ein öffentliches Training in der Allianz Arena statt. Der Eintritt hierfür ist für Besucher kostenlos.

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