Hopp oder Top

Darum ist das DFB-Pokal-Finale für den FC Bayern so wichtig

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Der FC Bayern München geht selbstbewusst ins DFB-Pokal-Finale gegen Borussia Dortmund.

München - Der FC Bayern München geht selbstbewusst ins DFB-Pokal-Finale gegen Borussia Dortmund. Franck Ribéry weiß: "Gewinnen ist besser als verlieren." Für den Rekordmeister hat das Spiel eine besondere Bedeutung.

Update vom 17. Juni 2016: Am Samstag wird der DFB-Pokal 2016/17 zum ersten Mal spannend. Denn dann werden die Paarungen der ersten Runde ermittelt. Hier erfahren Sie, wo die Auslosung live im Free-TV und im Live-Stream läuft.

Das Schöne an großen Spielen ist ja, dass sehr, sehr lange im Voraus immer sehr, sehr viel über sie geredet wird. Seitdem die Meisterfeierlichkeiten des FC Bayern vorbei sind, hat das DFB-Pokal-im-Voraus-Gerede-und-ein-bisschen-Kampf-Ansage Hochkonjunktur. David Alaba, Robert Lewandowski, Manuel Neuer, Thomas Müller und Philipp Lahm haben sich im Laufe der Woche schon versucht. Um die Sachlage vor dem morgigen Pokalfinale aber auf den Punkt zu bringen, brauchte es Franck Ribery. Der Franzose sagte am Donnerstag: „Wenn du gewinnst, ist es besser, als wenn du verlierst. Verstehst Du?“

Der Journalist, der angesprochen war, nickte, und natürlich musste er auch ein bisschen lachen. Denn Ribery blickte ihn nach seinen Worten tatsächlich für einen Moment so an, als würde er die Antwort abwarten. Als hätte es wirklich ihn höchstpersönlich und das Jahr 2016 gebraucht, um dieses simple Gesetz des Sports endlich mal auszusprechen. Man muss es andersrum sehen. Der Inhalt dieses Satzes war auch am Mittwoch schon bekannt. Aber es war trotzdem durchaus erfrischend, dass Ribery all die Randerscheinungen, die den Höhepunkt der Saison gegen den BVB nun seit Wochen begleitet haben, ausgeblendet – und sich auf die Kernbotschaft beschränkt hat.

Ein Sieg wäre besser als eine Niederlage, logisch. Aber jeder hat dafür im Laufe der Woche unterschiedliche Gründe angeführt. Philipp Lahm etwa sagte am Donnerstag, dass man „die, die uns verlassen, am liebsten mit dem Double entlassen“ würde. Ribery dachte da etwas eigennütziger. Der Offensivspieler erinnerte sich an das Jahr 2012, jenes, in dem der FC Bayern das Pokalfinale gegen Dortmund verloren und sich mit drei zweiten Plätzen hatte begnügen müssen. Der Urlaub im Anschluss, sagte er, sei eine „Katastrophe“ gewesen, im Gegensatz zu jenem im Jahr danach. 2013 hat Ribery – als Triple-Gewinner – in der Sommerpause beste Erholung genossen. Und auch jetzt habe man „eine super Chance. Wir sollten sie nutzen.“

FC Bayern München im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund: Hopp oder Top, Sieg oder Niederlage

Es geht am Samstagabend nicht primär um die Stimmung, mit der Ribery sich in die Sonne verabschiedet. Und trotzdem hat dieses eine Spiel – simpel gesagt: Hopp oder Top, Sieg oder Niederlage – eine Strahlkraft, die sich auf die Bilanz der gesamten Saison auswirken kann. „Wir können aus einer guten Spielzeit eine sehr, sehr gute machen“, sagte Lahm, der auch angab: „Das Double würde uns gut zu Gesicht stehen.“ Jeder sei heiß auf die Partie, die laut Ribery „wichtig für das Prestige des ganzen Klubs“ sei. Für die Spieler, die „voller Selbstvertrauen“ (Lahm) aus der Saison kommen. Für die Verantwortlichen, die die Kräfteverhältnisse im deutschen Fußball nicht nur in der Liga, sondern auch gerne in einem Endspiel mal wieder unter Beweis gestellt hätten. Und für Guardiola sowieso.

Man stellt sich aus Erfahrung auf eine enge Partie ein, ein „50:50-Spiel“, wie man in dieser Woche schon oft gehört hat. Ribery und Lahm waren schon 2008 dabei, als die Bayern wie 2014 den Pokal nach Verlängerung gegen den BVB gewannen. Aber sie erinnern sich auch an die schmerzhafte Erfahrung im Jahr 2012, als die Westfalen Bayern mit 5:2 abfertigten. „Es war nie ein Finale gegen Dortmund dabei, in dem wir 3:0 geführt und locker gespielt haben“, sagte Lahm, der deshalb im Vergleich zu den letzten beiden Liga-Spielen eine Leistungssteigerung forderte: „Da haben wir nicht geglänzt.“ Ribery appellierte an seine Kollegen, die Spannung zu erhöhen: „Du kannst nicht nach Berlin kommen und sagen: jetzt spiele ich ein Finale. Das ist zu spät.“

Die Bayern hoben am Donnerstag in Richtung Hauptstadt ab und nahmen auch die angeschlagenen Javi Martinez und Xabi Alonso mit. Bei beiden wird die Zeit knapp, ausgeschlossen aber sind ihre Einsätze nicht. Lahm hat außerdem äußerst wertvolles Gepäck aufgegeben. „Ich habe – keine Sorge – sehr gute Stollen dabei“, sagte er in Erinnerung an das letzte K.o.-Spiel gegen den BVB. Im Elfmeterschießen im Halbfinale der Vorsaison waren Lahm und Alonso auf dem Hosenboden gelandet. Auch so eine Geschichte, über die natürlich noch mal geredet werden musste.

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