Der neue FC Bayern sortiert sich

Diese Spieler haben unter Ancelotti keinen Platz

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Sebastian Rode (.) und Medhi Benatia haben wohl keine Zukunft beim FC Bayern.

München - Die Bayern sortieren sich – schon jetzt ist klar: Für Rode, Benatia, Hojbjerg und Tasci wird unter dem neuen Trainer Carlo  Ancelotti kein Platz sein

Sebastian Rode ist beides, ein Musterprofi und ein richtig netter Kerl. Dafür gibt es zahlreiche Beweise, der beste und offensichtlichste aber ist wohl der Twitter-Account des 25-Jährigen. In den letzten beiden Jahren, die er beim FC Bayern verbracht hat, hat der ehemalige Frankfurter kein einziges Ereignis verpasst. Egal welcher seiner Teamkollegen Geburtstag hat: Rode gratuliert hochoffiziell. Egal wie viele Minuten er in einem Spiel gespielt hat: Rode freut sich öffentlich. Und egal, ob er in einem Finale gespielt hat oder – wie im Pokalfinale – 90 Minuten lang auf der Bank saß: Rode teilt seine Freude.

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Kerle wie Sebastian Rode muss man mögen. Allein, weil er in der schillernden Münchner Fußballwelt so herrlich normal und er selbst geblieben ist. Als die Bayern ihn 2014 riefen, in einem Jahr, in dem er ablösefrei war, hat der Mittelfeldspieler nicht lange gezögert. Training auf höchstem Niveau, ein paar Einsätze, vielleicht ein paar mehr. Warum nicht? Man kann mit genügend zeitlichem Abstand zu dieser Entscheidung nicht sagen, dass es die falsche war. Aber es ist inzwischen doch offensichtlich, dass Rodes fußballerische Erfüllung nicht beim FC Bayern liegt. Sein bisher letztes Bild auf Twitter – zwischen DFB-Pokal und Meisterschale, bekleidet im Double-Shirt – dürfte daher auch so etwas sein wie: Sein Abschiedsfoto.

Schon vor einem Jahr hatte Rode über einen Wechsel nachgedacht. Dabei war er in seiner ersten Saison in München noch deutlich häufiger zum Einsatz gekommen. In der abgelaufenen Saison durfte er gerade in 15 Liga-Spielen mitmachen, in der Champions League stand er ein einziges Mal auf dem Feld. So gut es Rode also in München gefallen hat: Eine Luftveränderung ist so gut wie unvermeidbar.

Interessenten gibt es zuhauf. Borussia Mönchengladbach etwa soll bereit sein, acht Millionen Euro zu bezahlen, um Rode aus seinem bis 2018 laufenden Vertrag auszulösen. Auch Schalke und Wolfsburg sollen ihre Fühler schon ausgefahren haben. Das Format auf national hohem Niveau hat Rode in München durchaus unter Beweis gestellt.

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Die Bayern sortieren sich gerade hinter den Kulissen. Eine große Transfer-Offensive ist nach den recht kosten-intensiven Verpflichtungen von Mats Hummels und Renato Sanches nicht mehr zu erwarten. Die Planung, sagt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, werde man „in den nächsten Wochen voranschreiten lassen und dann weitersehen“. Heißt: Weitere Gespräche mit Carlo Ancelotti suchen. Was man noch mache, hänge „ein bisschen auch von den Ansprüchen ab, die wir haben“. Kleiner werden sie unter dem Nachfolger von Pep Guardiola – noch dazu nach einem Jahr, in dem man zum dritten Mal hintereinander im Halbfinale der Champions League gescheitert ist – sicher nicht werden.

Für Rode ist kein Platz mehr, und auch Serdar Tasci, Pierre-Emile Hojbjerg und Medhi Benatia müssen wohl gehen. Tasci, der in der Rückrunde drei Einsätze hatte, wird zu Spartak Moskau zurückkehren, das steht fest. Für Hojbjerg (Vertrag bis 2018), bis jetzt an Schalke verliehen, und Benatia (2019), dem nun noch Hummels vor die Nase gesetzt wurde, sucht man neue Klubs. Der FC Arsenal soll Interesse an Benatia haben. Hojbjerg sagte der dänischen Zeitung „BT“: „Ich will an einen Ort, wo es Perspektive gibt. Es ist klar, dass das kein Topklub sein wird.“

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Auch Kleinvieh macht Mist, die größte Summe Geld aber hatten sich die Bayern doch durch den Verkauf von Mario Götze erhofft. Dem Verein kommt es nicht gelegen, dass sich der Nationalspieler nicht abschieben lassen will, denn Rummenigge prognostizierte schon jetzt, dass die Summen, die für Hummels (38 Millionen Euro) und Sanches (mindestens 35) in die Hand genommen wurden, „in den nächsten Wochen und Monaten noch weit, weit übertroffen werden“. Götzes letztes Foto dürfte dem Klubboss daher nicht gefallen. Es zeigt den 23-Jährigen auf dem Laufband und ist mit den Worten unterlegt: „Ich will richtig angreifen.“ Abschiedsfotos sehen anders aus.

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