Von wegen Triple als Ziel

"Dummes Zeug!" Sammer gegen Hoeneß

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Sportvorstand Matthias Sammer.

München - Um 20.17 Uhr betrat Uli Hoeneß am Mittwochabend die Allianz Arena. Ein gutes Gefühl habe er, sagte er im Vorbeigehen zu den Reportern. Fast zeitgleich stand Matthias Sammer am Mikrofon von Sky – und er hatte kein gutes Gefühl.

Update vom 19. Juli 2016: Erleben wir bald wieder mehr öffentliche Auftritte von Uli Hoeneß? Er hat angekündigt, sich bis Ende Juli zu seiner Zukunft beim FC Bayern zu erklären. Wir zeigen die wichtigsten Fragen und Antworten zu einer möglichen Hoeneß-Rückkehr.

Update II vom 10. Juli: Insider wundern sich nicht: Darum ist das Aus von Matthias Sammer beim FC Bayern München ein logischer Schritt.

Update vom 10. Juli: Der FC Bayern München und Sportvorstand Matthias Sammer gehen ab sofort getrennte Wege. Wir bieten die aktuellen Informationen zum Aus von Matthias Sammer beim FC Bayern. Mittlerweile hat der Verein auch eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Das kennt man vom Mahner auf dem Posten des Sportvorstands, aber zum Problem könnte werden, dass sich sein ungutes Gefühl explizit auf Uli Hoeneß bezog. „ In dieser Phase ist es nicht wichtig, über dummes Zeug zu reden“, polterte er in Richtung des 64-Jährigen.

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Dummes Zeug? Hoeneß hatte am Wochenende in einer Laudatio auf Jupp Heynckes gesagt: „Pep Guardiola, der dieses Triple auch unbedingt gewinnen will“ – damit machte er klar, dass Guardiola aus seiner Sicht sehr wohl am internationalen Erfolg gemessen werde, was für einen Verein wie den FC Bayern auch nicht abwegig ist. Für einen Erfolgstrainer wie Guardiola, der mit Barcelona das Triple und bereits zweimal die Königsklasse geholt hat, schon gleich zweimal nicht. Aber, sagte Sammer weiter, da fehle Hoeneß eventuell der Einblick. „Es ist schön, dass Uli das sagt. Ich bin Sammer, und das andere sagt Uli Hoeneß. Ich bin jeden Tag mit Pep zusammen, und ich kann das nicht bestätigen. Das stimmt einfach nicht.“ Sammer ergänzte gereizt: „Unser erstes großes Ziel ist die vierte deutsche Meisterschaft. Damit würden wir Geschichte schreiben. Wir wollen zwar keinen Wettbewerb herschenken. Aber bei uns ist intern in keiner Sitzung wichtig, dass wir das Triple holen müssen. Wir leben das nicht mit Worten vor, sondern mit Taten.“

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So gesehen kann man sich auch die allerkürzeste Feier nach dem Sieg sparen – Sammer und Guardiola werden sich in der täglichen Arbeit schnell wieder auf die Liga konzentrieren. Vielleicht wird aber auch im Nachgang mit einem Fan namens Hoeneß, derzeit ja in keiner offiziellen Rolle beim FC Bayern, noch diskutiert, ob sich der FCB nicht doch selbst an der Champions League messen will. Aber „wenn man sieht, dass der FC Bayern seit 1976 zwei Mal die Champions League beziehungsweise den Landesmeisterpokal gewonnen hat, dann sieht man, wie schwierig das ist“, sagte Sammer. Allerdings arbeitet der 48-Jährige bei einem Verein, der in den vergangenen sechs Jahren einmal den Pott holte, dazu zweimal im Finale stand, zweimal im Halbfinale und einmal nur im Achtelfinale scheiterte (2011).

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Vor allem aber arbeitet Matthias Sammer in einem Verein, der sich derzeit neben der Champions League wohl nichts so sehr wünscht, wie die Rückkehr des aus der Haft zurückgekehrten Patriarchen Hoeneß ins Präsidentenamt. Gegen die vierte Meisterschaft in Folge hat aber sicher auch keiner was einzuwenden.

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