Gute Laune bei den Bayern

Kratzer auf Müllers Rücken: Rummenigge mit frechem Kommentar

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Einmalige Körperhaltung: Thomas Müller.

München - Bayern München fährt dank Thomas Müller optimistisch nach Turin - trotz der Probleme in der Abwehr mit dem schwachen Debütanten Serdar Tasci.

Viel Neues habe er nicht zu berichten, sagte Thomas Müller verschmitzt. „Dass das Tor schön war, wissen wir alle“, meinte der Stürmer von Bayern München lapidar über seinen traumhaften Fallrückzieher zum zwischenzeitlichen 2:1 gegen Darmstadt 98 und lachte. Und, klar, bei Juventus Turin im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) werde es schwer. Aber Sorgen, betonte Müller, nein, „Sorgen mache ich mir keine“.

Warum auch? Der FC Bayern hat ja ihn, Thomas Müller, den Weltmeister, den vielleicht besten Thomas Müller, den es je gab. Gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Aufsteiger sorgte der 26-Jährige nach dem Rückstand durch den früheren Bayern-Reservisten Sandro Wagner (26.) mit seinen Saisontreffern Nummer 16 und 17 (48. und 71.) fast im Alleingang für die Wende. Und wenn Müller nicht trifft, trifft sein kongenialer Partner Robert Lewandowski. Wie zum 3:1 (0:1)-Endstand mit seinem 22. Saisontor (84.). Turin kann kommen.

„Es wäre schön, wenn sie auch am Dienstag treffen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge mit beschwörendem Unterton über die Doppelspitze Müller-Lewandowski. „Angst haben wir nicht“, betonte der Vorstandschef, „aber wir haben Respekt, ohne Frage.“ Juventus mag seine Generalprobe bei Aufsteiger FC Bologna (0:0) verpatzt haben, davor aber hatte der italienische Rekordmeister 15 Ligasiege hintereinander gereiht. „Juventus ist abgezockt, hat Qualität, verteidigt gut“, sagte Müller, „ich freue mich.“

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Wie bitte? Tja, dieser unwiderstehliche Thomas Müller hatte ja auch gegen widerborstige Darmstädter Spaß. „Ich habe gesehen, er hatte ein paar Kratzer da oben“, berichtete Rummenigge aus der Kabine und blickte auf seine rechte Schulter, „als ob ihn irgendeine Frau bei was auch immer da gekratzt hätte. Aber es war der Gegenspieler.“ Aufzuhalten war Müller dennoch nicht.

Doch nicht nur Müller und Lewandowski machen den Bayern Mut - auch das Comeback von Franck Ribery lässt hoffen. „Man hat gesehen, wie wichtig ein Franck Ribery für Bayern München ist“, sagte Rummenigge richtig über den Franzosen, der in der 53. Minute sein Comeback nach knapp zweieinhalb Monaten Pause gab. „Wir haben von ihm profitiert, er hat für Wirbel gesorgt, hat es gut gemacht.“ Vier Torschussvorlagen (Topwert) sowie ein Assist zum 3:1 belegen das statistisch.

Und doch: Trainer Pep Guardiola fährt nicht ganz sorgenfrei in die Lombardei. Winterzugang Serdar Tasci empfahl sich bei seinem Debüt keinesfalls für höhere Aufgaben, beim Gegentreffer kam er zu spät. „Wagner ist mit seiner Größe und Physik schwer zu verteidigen“, verteidigte Rummenigge den Innenverteidiger.

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Tasci aber gab sich selbstkritisch. „Das kann ich natürlich besser verteidigen“, sagte er und verwies auf fehlende Spielpraxis nach monatelanger Pause bei Ex-Klub Spartak Moskau. Guardiola dürfte in Turin eher dem Abwehr-Duo Joshua Kimmich und David Alaba vertrauen, obwohl auch da Restzweifel bleiben.

Gut also, dass es vorne passt. Oder, Thomas Müller? „In Turin“, betonte der Nationalspieler, „müssen wir abgezockter sein und dürfen nicht so viele Torchancen liegen lassen.“ Na dann.

Darmstadt richtet sein Augenmerk derweil auf den Abstiegskampf. „Wir haben die Messlatte sehr hoch gelegt“, sagte Torhüter Christian Mathenia über den guten Auftritt von München, „das wollen wir jetzt bestätigen.“ Wagner sah es ähnlich - trotz nur 19 Prozent Ballbesitz und null Ecken. „Es gelingt nicht vielen Mannschaften, so lange in München zu führen“, sagte er, „das Positive nehmen wir mit nach Bremen.“

sid

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