Superstar schwärmt vom neuen Bayern-Trainer

Ibrahimovic: Superlative für Carlo Ancelotti

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Carlo Ancelotti (l.) und Zlatan Ibrahimovic.

München - Für Zlatan Ibrahimovic war Pep Guardiola ein rotes Tuch – den neuen Bayern-Coach nennt er „den besten aller Zeiten“

Update vom 11. Juli 2016: Hier können Sie die erste Pressekonferenz des neuen Bayern-Trainers Carlo Ancelotti live im TV und im Stream verfolgen.

Update vom 14. Juni 2016: Nicht nur Zlatan Ibrahimovic hat einen Narren an Carlo Ancellotti gefressen. Die Begeisterung ist auch andersrum vorhanden. Nun machen Gerüchte die Runde, dass in der kommenden Saison zusammen kommen könnte was zusammen gehört. Ein Reporter der Sport Bild will nämlich wissen: Ein Transfer von Zlatan Ibrahimovic zum FC Bayern ist durchaus realistisch.

Eines Abends saßen einige Spieler von Paris St. Germain noch spät in einem italienischen Restaurant. So gegen 23 Uhr kam einer auf die Idee, den Trainer anzurufen. Ein paar Jungs dachten, er würde nicht mal abheben, andere unkten, er könne sauer reagieren, doch sie riefen ihn trotzdem an. Zehn Minuten später stieß er dazu, trank etwas, plauderte und scherzte, und als er nach einer Stunde wieder ging, sagte er keinen Ton davon, dass es nicht zu spät werden sollte. „Ich kenne keinen anderen Trainer, der das getan hätte“, erinnert sich Zlatan Ibrahimovic, der damals dabei war. „Wer außer Carlo Ancelotti hätte solches Vertrauen?“

An Pep Guardiola lässt der Schwede kein gutes Haar, es ist daher bemerkenswert, wie sehr er hingegen vom neuen Bayern-Trainer schwärmt. In dem Buch „Quiet Leadership“ („Ruhige Menschenführung“) schildert er in einem 13 Seiten langen Beitrag, warum er für den Italiener immer alles geben würde. Er nennt ihn „den Besten aller Zeiten. Ich konnte sofort sehen, dass er mehr ist als nur ein Trainer. Niemand ist ihm jemals böse, selbst wenn einer nicht spielt – denn er ist nicht nur dein Trainer, er ist dein Freund. Er ist unglaublich.“

Nicht nur bei Ibrahimovic klingt klar durch, dass Ancelotti der exakte Gegenentwurf zu Guardiola ist. Die Gastautoren betonen auffallend oft das Menschliche, und wenn der 56-Jährige über seine Art zu führen schreibt, wird auch ersichtlich, dass er anders als sein Vorgänger nie auf Distanz setzt. Ganz im Gegenteil. „Ich bekam einen kompletten Menschen und einen Trainer“, meinte Ibrahimovic.

"Quiet Leadership. Wie man Menschen und Spiele gewinnt." Carlo Ancelotti schreibt in seinem Buch, wie er sich Führungsaufgaben stellt.

Der Schwede hat unter den Größten trainiert – und katalogisiert sie anschaulich. Jose Mourinho, schreibt er, „ist ein Zuchtmeister. Bei ihm ist alles ein psychologisches Spielchen – er manipuliert gerne. Mourinho weiß, wie man Fußballer behandelt. Aber Carlo weiß auch, wie man Menschen behandelt.“ Über Guardiola sagt Ibrahimovic, er sei das „große Gehirn“ im Fußball: „Er hatte all diese Lösungen für jedes Team. Er war wie eine Maschine.“ Als Trainer sei er „fantastisch, aber mit dem Menschen war ich oft nicht einverstanden“. Man sei sich bei Pep Guardiola wie in einer Schule vorgekommen – „und wir, die Spieler, waren die Schuljungen. Alles musste sich seinem System unterwerfen. Jenseits dieses Systems und seines gigantischen Fußballhirns hat Guardiola für mich nicht dieselbe Klasse wie Ancelotti.“

Der Italiener verstehe stets, die richtige Ansprache zu finden. „Carlo ist ein natürlicher Leader, und er hat nichts Gekünsteltes“, so Ibrahimovic, auch Witze gehören zum Programm. Als vor einem Champions League-Duell mit dem FC Barcelona höchste Anspannung herrschte, rief Ancelotti seinen Star mal ins Büro. Er werde ihn auf die Bank setzen, sagte er zu Ibrahimovic, eine taktische List. Der Stürmer war enttäuscht, sagte aber, okay, er wollte ja professionell sein. Da grinste Ancelotti schelmisch: „War nur ein Flachs – geh’ mittagessen!“ Danach war alle Anspannung weg, so Ibrahimovic.

Disziplin ist dem Trainer wichtig, doch auch da kann er Fingerspitzengefühl zeigen, erinnert sich der Schwede. Einmal kam Ibrahimovic zu spät zum Training, es war am Abend zuvor spät geworden. Nochmal vorkommen sollte das nicht, hielt ihm Ancelotti unter vier Augen vor, danach sagte er aber auch: „Und das nächste Mal nimmst du mich gefälligst mit auf die Piste!“

„Ein Verhältnis wie zu ihm hatte ich bisher zu keinem Trainer“, schreibt Ibrahimovic. „In jedem Team, für das ich gespielt habe, gab es Spieler, die sauer auf den Trainer waren, etwa, weil er sie nicht aufstellte. Aber bei Carlo geschah das nicht.“ Als sich die Wege in Paris 2013 trennten, sagte Ancelotti: „Du nennst mich nicht mehr Mister – sondern bei meinem Namen, denn ich betrachte dich als Freund.“ Er spreche „noch heute mit ihm“, so Ibrahimovic, der als schwer zu führen gilt: „Er ist mein Freund.“

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