Starke Leistung trotz vergebenem Elfer

Überragender Kimmich: So erklärt er seinen Fehlschuss

+
Joshua Kimmich ging keinem Zweikampf aus dem Weg.

München - Er hätte der tragische Held werden können, doch er wurde einfach nur Pokalsieger - und trug mit einer überragenden Leistung dazu bei: Joshua Kimmich. Sein verschossener Elfmeter ist ihm aber unangenehm.

Mit einem XXL-Grinsen im Gesicht und der Siegermedaille um den Hals baumelnd verließ Joshua Kimmich die Stätte des Triumphs. Dass er mit dem FC Bayern Titel gewinnen würde, war dem 21-Jährigen bei seinem Wechsel zum Rekordmeister im vergangenen Sommer klar. Dass er allerdings gleich in seinem ersten Jahr so viel dazu beitragen würde, nicht unbedingt. „Nein, das habe ich so nicht erwartet“, gab der Youngster in den Katakomben des Olympiastadions zu. In den 120 Minuten zuvor hatte Kimmich – wieder einmal auf ungewohnter Position – eine starke Leistung abgeliefert. Viel besser hätte sein letztes Bewerbungsschreiben an Jogi Löw für das am Dienstag beginnende Trainingslager des DFB in Ascona nicht aussehen können. Jogi, hier kommt Josh!

Bilder und Noten vom Pokaltriumph des FC Bayern

Im großen Finale gegen den BVB zeigte Kimmich eine tadellose Leistung (tz-Note 2) – wäre da nicht dieser Elfmeter gewesen. „Der war peinlich“, gestand er und erklärte seinen laschen Fehlschuss: „Ich wollte auf den Torwart gucken, der hat mich mit seiner Bewegung ein bisschen verladen. Dann habe ich mir ein, zwei Gedanken gemacht – und dann kam nur noch so ein Ding dabei heraus.“ Doch dass er mit seinen 21 Jahren überhaupt antrat und Verantwortung übernahm, zeugt von großem Selbstvertrauen. Und das hat er auch – nicht erst seit der Nominierung von Löw für den vorläufigen EM-Kader. „Es ist geil, dass ich dabei bin. Das war ja nicht zu erwarten“, sagte der Rechtsfuß. „Ich habe eine Woche Zeit zu zeigen, was ich drauf habe. Und dann ist es die Entscheidung vom Trainer.“

Bilder: So wild feierten die Bayern auf dem Marienplatz

Dass man sich auf den gebürtigen Badener verlassen kann, diese Erfahrung durfte bereits Pep Guardiola machen. „Ich muss Pep danken, dass er mich immer wieder in die Mannschaft geschmissen hat. Ich denke, nicht viele Trainer hätten die Eier gehabt und mich als Innenverteidiger gebracht“, sagte der gelernte Mittelfeldspieler und dankte seinem Förderer: „Durch ihn hatte ich die Möglichkeit, meinen Teil zu den Titeln beizutragen. Ich hoffe, dass ich das Vertrauen zurückzahlen konnte.“

Konnte er – einzig beim Elfmeter zeigte Kimmich Nerven. Zum Glück fiel sein Fehlschuss nicht ins Gewicht, einen neuen Spitznamen brachte er ihm trotzdem ein. „Daniel“, grinste Thomas Müller, als er in der Mixed Zone an Joshua vorbeilief. Warum Daniel? „Wegen der Figur von Donald Duck – Daniel Düsentrieb. Weil mir vor dem Elfer die Düse ging“, schmunzelte Kimmich.

Erst Bayerns Senkrechtstarter der Saison, jetzt vielleicht sogar mit der Nationalmannschaft auf dem Weg zur EM nach Frankreich. Kimmichs Kurve zeigt steil nach oben. Wie bleibt man da auf dem Boden? „Der Thomas macht das schon. Er hat immer einen guten Spruch auf Lager“, verriet der DFB-Neuling, wo Müller sicher auch wieder ein Auge auf ihn haben wird. Auf den Daniel…

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

auch interessant

Meistgelesen

FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
Nicht nur Mainz macht ihm Spaß: Lewy lobt das neue System
Nicht nur Mainz macht ihm Spaß: Lewy lobt das neue System
Schimmel-Streit: Bayern-Star beim Hauskauf belogen?
Schimmel-Streit: Bayern-Star beim Hauskauf belogen?
Biographie über Müller: Parade-Bayer und Phänomen zugleich
Biographie über Müller: Parade-Bayer und Phänomen zugleich

Kommentare