Sogar Müller mal unentspannt

Die Bayern mit dem Kopf schon in Madrid

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Pep Guardiola vor dem Spiel in Berlin.

München - Thomas Müller ist ja in der Regel ein relativ entspannter Genosse. Stets einen frechen Spruch und für einen Lacher gut. Nach dem 2:0-Sieg des FCB bei der Berliner Hertha war aber Schluss mit lustig beim 26-Jährigen.

Nicht nur, dass er am Samstag keine große Lust auf Kameras und Interviews hatte. Als ihn ein Reporter dann auch noch auf die aktuelle spielerische Schwächeperiode der Münchner ansprach,schäumte es aus Müller heraus.

„Man kann hier nicht jeden Gegner nach Strich und Faden an der Nase herumführen. Wir haben 2:0 gewonnen, stehen kurz vor der Meisterschaft, obwohl Dortmund richtig viele Punkte holt, müssen uns aber nach jedem Spiel rechtfertigen“, sagte er, gab dann aber doch zu: „Sicherlich geht es besser.“ Es geht nicht nur, am Mittwoch gegen Atético muss es besser gehen!

FCB müht sich gegen Hertha: Vier Vierer, eine Zwei

Dass die Partie in der spanischen Hauptstadt aktuell alles überschattet, war bereits im Berliner Olympiastadion zu sehen. Die Roten konnten bei der Hertha die rekordträchtige vierte Schale in Folge holen (aufgrund des BVB-Sieges in Stuttgart müssen sie sich noch eine Woche gedulden), nach Vollgas sah die Startelf am Samstag aber nur bedingt aus. Franck Ribéry, Javi Martínez, Xabi Alonso, David Alaba und Kingsley Coman auf der Bank, Philipp Lahm und Juan Bernat waren nicht einmal mit in die Hauptstadt geflogen, dafür feierte jedoch das Abwehrduo Tasci-Benatia Premiere.

Und so eigenartig die Start­aufstellung auf den ersten Blick wirkte, so eigenartig kickte der Rekordmeister auch die erste Hälfte über. Wenig bis überhaupt kein Fluss im Spiel, Fehlpässe en masse und die magere Quote von gerade einmal zwei Torschüssen in den ersten 45 Minuten. „Wir haben alle Bälle verloren”, so Pep Guardiolas Fazit. „Es war sehr unangenehm für uns.“

Noch unangenehmer dürfte es mit so einer Leistung am Mittwoch gegen Simeones Gladiatoren werden, dem Bayern-Trainer hingegen ist nicht so bange. „Das wird ein komplett anderes Spiel. Es ist schwer, immer über hundert Prozent zu gehen und ich verstehe, dass die Spieler mit einem Auge schon beim Spiel am Mittwoch gegen Atlético Madrid waren“, meinte Guardiola zur Vorstellung in Berlin. Und weiter: „Ich bin zufrieden, großes Kompliment an unsere Spieler.“ Von einem Formloch wollte auch Mario Götze nichts wissen. „Neun Punkte aus drei Spielen“, sagte der Ex-Borusse mit einem Lächeln auf den Lippen. „Wir wissen, dass es schwierig ist, wenn zehn Mann am Sechzehner verteidigen und die Räume ziemlich klein sind.“ Dass es gerade in Hälfte eins „so Phasen“ gab, in denen es „nicht einfach war und wir uns nur wenige Torchancen herausgespielt haben“, konnte Götze bestätigen.

Aber sei’s drum! Am Mittwoch zählt es, dann heißt es nämlich: Attacke auf Atlético! „Wichtig ist, dass wir am Mittwoch von der ersten Minute da sind, dass wir auswärts um jeden Zentimeter kämpfen, dass wir 90 Minuten Vollgas geben. Wir müssen uns clever anstellen, wir wissen, was uns erwartet“, gab Götze die Marschrichtung aus, fügte aber grinsend an: „Wenn es aber so auch 2:0 für uns ausgeht, würde ich das unterschreiben.“ Thomas Müller bestimmt auch, hätte es beim Reporter noch für eine weitere Frage gereicht…

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