Diskussion um Atlético-Tor

Fall Neuer: "Das hätte ich als Bayern-Angestellter auch gesagt"

Madrid - Wer trägt die Schuld an der ersten Saison-Pleite der Roten? Die Experten sind unterschiedlicher Meinung. Lothar Matthäus schießt sich auf einen Ex-Kollegen ein.

Für die tz war er mit Abstand der beste Bayern-Profi im Vicente Calerdón. Dennoch geriet Manuel Neuer nach dem 0:1 bei Atlético Madrid wegen des entscheidenden Treffers von Yannick Carrasco ins Kreuzfeuer. Dafür sorgte vor allem Lothar Matthäus, der die Reaktion des dreimaligen Welttorhüters beim Schuss des Belgiers hinterfragte.

"Er hat seine Hand zurückgezogen", monierte die Bayern-Legende in ihrer Funktion als Sky-Experte die Szene in der 35. Minute, als Neuer den sehr platzierten 17-Meter-Strahl passieren lassen und mit ansehen musste, wie der Ball vom linken Innenpfosten in die Maschen rauschte. Und weiter: "Du musst es zumindest versuchen. Du machst dich so lang wie möglich."

Mit dieser Meinung stand Matthäus nicht allein da. Hertha-Manager Michael Preetz, ebenfalls in der Sky-Sendung zu Gast, schob Neuer zumindest eine Teilschuld am Gegentor zu: "Es sieht in der Tat so aus, als ob er die Hände wieder einzieht und damit rechnet, dass der Ball an den Pfosten oder ins Aus geht."

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Aumanns Meinung tangiert Matthäus nicht

Einen anderen Blick auf die Situation, bei der Carrasco nach einem schnellen Gegenangriff völlig frei zum Abschluss kam, hatte Raimond Aumann. Bayerns Fanclub-Beauftragter und Ex-Keeper nahm die Nummer eins schon im Halbzeit-Interview in Schutz: "Gegen diesen Schuss hat kein Torwart der Welt eine Chance. Da hat er keine Chance."

Die neue Abteilung Attacke? Lothar Matthäus nimmt sich Manuel Neuer zur Brust.

Der Einschätzung seines Ex-Kollegen, mit dem er von 1992 bis 1994 zusammenspielte, wollte Matthäus allerdings nicht allzu viel Bedeutung beimessen, denn: "Als Bayern-Angestellter hätte ich das auch gesagt." Und so dürfte den Rekordnationalspieler auch die Analyse von Trainer Carlo Ancelotti nicht wirklich besänftigt haben. Der Italiener sah die Schuld nämlich bei Neuers Vorderleuten: "Neuer kann bei dem Gegentor nichts machen, Boateng hat die Kontrolle über Carrasco verloren."

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Neuer klärt Matthäus auf

Zu guter Letzt durfte sich dann zum Glück auch der von Matthäus Angeklagte selbst verteidigen. Am Sky-Mikro erklärte Neuer: "Ich habe gemerkt, dass ich nicht an den Ball komme und wollte schnell wieder aufstehen - daher habe ich meine Arme nicht ausgestreckt."

Der 30-Jährige hatte also schon einen Schritt weitergedacht. "Wenn du beide Hände am Boden hast, kannst du natürlich schneller aufstehen als ohne Hände", ließ Neuer Matthäus und Co. wissen: "Man hat einfach im Gefühl, ob man einen Ball erreicht oder nicht. Wenn ich einem Arm ganz lang mache, bin ich blank und komme nicht mehr hoch."

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mg

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