"Mario kennt die Gedanken des FC Bayern"

Rummenigge legt Götze einen Wechsel nahe

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Karl-Heinz Rummenigge.

München - Der FC Bayern München legt Mario Götze trotz dessen Bekenntnis zum Verbleib beim deutschen Fußball-Meister einen Wechsel nahe.

Für Mario Götze ist die Nationalmannschaft eine Wohlfühloase. Unter der Obhut von Bundestrainer Joachim Löw sind sie nett zu ihm, und spielen darf er auch regelmäßig. Jetzt aber wird die heile Welt gestört - mit deutlichen Worten aus München. Kaum hat Götze die Stadt verlassen mit der festen Absicht, zur neuen Bundesliga-Saison zurückzukehren, ruft ihm der FC Bayern in Person von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hinterher: Mario, wir brauchen dich nicht mehr.

Mario Götze

Nein, so deutlich hat es Rummenigge öffentlich nicht gesagt, die jüngsten Einlassungen von Götze zu seiner Zukunft beim FC Bayern haben ihn aber offenkundig irritiert, er bezeichnet sie im Gespräch mit dem kicker als "schwierig einzuordnen". Das ist ziemlich diplomatisch formuliert für: Mario, du hast den Schuss nicht gehört! Götze will verstanden haben, dass es auch für ihn unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti bei null losgeht - doch das ist wohl ein großes Missverständnis.

Götze sei jedenfalls im Bilde, versichert Rummenigge. "Mario wurde alles klar und seriös kundgetan, er weiß Bescheid, wie der Klub denkt, und er weiß, wie der künftige Trainer denkt", betont der Münchner Klubchef. Tatsächlich hätten er und auch Ancelotti mit Götze gesprochen, berichtet Rummenigge, "Mario kennt die Gedanken des FC Bayern". Und aus den Gedanken des FC Bayern ergebe sich für Götze eine Frage: "Mario muss für sich selbst bewerten: Will ich kontinuierlich spielen?"

Das alles ist mehr als deutlich: Der FC Bayern möchte Götze noch in diesem Sommer loswerden, nur in diesem Sommer kann er für den gefallenen Weltmeister noch eine Ablöse einstreichen. Nur: Götze hat ja gerade erst gesagt, dass er es beim FC Bayern noch einmal wissen will. Aus Sicht von Rummenigge gibt es für die überraschenden Aussagen des 23-Jährigen nur einen Grund: "Vielleicht möchte er jetzt einfach in Ruhe die EM spielen." Nach Rummenigges Einlassungen dürfte das schwierig werden.

Götze selber lassen die Diskussionen um seine Person währenddessen offenbar eher kalt: „Mario macht bei uns einen sehr konzentrierten und fokussierten Eindruck“, berichtete Co-Trainer Thomas Schneider am Donnerstag in Ascona. Auf die distanzierten Äußerungen von Rummenigge zu Götzes Bekenntnis zum FC Bayern reagierte der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw zurückhaltend.

„Das muss Mario mit seinen Beratern und Bayern München besprechen, wie es weitergeht“, sagte Schneider. Das spiele für die Arbeit in der Schweiz keine Rolle.

Dabei hätte Götze wohl ziemlich problemlos zum FC Liverpool wechseln können - zu seinem ehemaligen Förderer Jürgen Klopp. Stattdessen trennte er sich zeitgleich mit seiner Ankündigung, doch beimFC Bayern zu bleiben, von seinem langjährigen Berater Volker Struth. Alles sehr überraschend - oder womöglich nicht? Es nährt den Verdacht, dass der FC Bayern Struth darum gebeten oder ihn sogar aufgefordert hat, einen neuen Klub für Götze zu suchen - und Götze das gar nicht gut fand.

Er habe nach Gesprächen mit Götze den Eindruck gewonnen, hat Bundestrainer Löw gesagt, "dass Mario an München hängt". Nur: München hängt nicht mehr an Mario.

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dpa

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