Barca, Real und Co. müssen blechen

Er behauptet: Bayern hat spanische Vereine denunziert

+
EU-Abgeordneter Santiago Fisas.

Barcelona - Das ist starker Toback: Ein spanischer Europa-Abgeordneter wirft dem FC Bayern vor, spanische Vereine denunziert zu haben, so dass diese Klubs nun Millionen Euro bezahlen müssen.

Wegen ungerechtfertigter Subventionen müssen Meister FC Barcelona, Champions-League-Sieger Real Madrid und fünf weitere spanische Fußball-Klubs einen Millionen-Betrag im mittleren zweistelligen Bereich an die Staatskasse zurückzahlen. Diese Entscheidung hatte die EU-Kommission am Montag in Brüssel nach Prüfung von sieben Vorgängen öffentlicher Beihilfe für die Klubs bekanntgegeben. Die Vereine müssen die entsprechenden Summen an den spanischen Fiskus zurücküberweisen.

"Die Finanzierung von Profivereinen aus Steuermitteln kann den Wettbewerb verzerren. Profifußball ist eine Wirtschaftstätigkeit, bei der beträchtliche Summen im Spiel sind, und die staatliche Unterstützung muss mit den Regeln eines fairen Wettbewerbs vereinbar sein. Das war bei den untersuchten Subventionen nicht der Fall", hatte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärt.

Für den aus Barcelona stammenden Abgeordneten im Europa-Parlament, Santiago Fisas, ist klar, dass der deutsche Rekordmeister hier seine Hände mit ihm Spiel haben muss. "Nach meiner Information hat der FC Bayern die spanischen Vereine angezeigt", sagte Fisas der Cadena Ser. Fisas findet es zudem "merkwürdig, dass die EU-Kommission lediglich spanische Klubs bestraft und nicht diejenigen, die beispielsweise in städtischen Fußballstadien ihre Heimspiele absolvieren. Denn das stellt ebenfalls Hilfen aus öffentlichen Mitteln dar."

Für Fisas ist klar, dass in Europa ein großer Neid auf die spanischen Erfolge im Sport, vor allem im Fußball, herrsche. Warum er ausgerechnet den FC Bayern verdächtige, verriet Fisas allerdings nicht.

Real Madrid muss am meisten zurückzahlen

Mutmaßlich die größte Rückzahlungslast hat Real Madrid zu tragen. Die Königlichen müssen eine überhöhte Entschädigung für einen geplatzten Grundstückstausch mit der Stadt Madrid an die Kommune und außerdem bis zu fünf Millionen Euro an unberechtigten Steuervorteilen, die der Renommierklub über 20 Jahre lang eingeräumt bekommen hatte, an den Fiskus überweisen. Barcelona, Athletic Bilbao und der FC Osasuna müssen sich auf ähnlich hohe Steuernachzahlungen einrichten.

Real und Barcelona wollen gegen den Entscheid juristisch vorgehen. "Es überrascht, dass die Europäische Kommission für diese Entscheidung die Dienste eines Architekturbüros aus Barcelona in Anspruch genommen hat, das generell nur über wenig Erfahrung in vergleichbaren Gutachten verfügt und fast über gar keine in der Stadt Madrid", teilte Real am Abend mit. Auch der FC Barcelona ließ durch Pressesprecher Josep Vives mitteilen, dass man das Urteil anfechten werde. Beide Klubs seien zuversichtlich, dass die Entscheide zurückgenommen würden.

Den größten Einzelposten muss der FC Valencia schultern. Der Klub hatte von einem städtischen Finanzinstitut eine Darlehensbürgschaft erhalten und dafür nicht die fällige Gebühr von 20,4 Millionen Euro zahlen müssen.

Wegen vergleichbarer Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht müssen Hercules Alicante 6,1 Millionen Euro und der FC Elche 3,7 Millionen Euro für die öffentliche Hand berappen.

Im Gegensatz zu den Fällen der spanischen Klubs kam die EU-Kommission bei der Prüfung von fünf Vorgängen in Verbindung mit niederländischen Profi-Klubs zu keinerlei Beanstandungen. Die Beihilfen für NEC Nijmegen, MVV Maastricht, Willem II Tilburg, PSV Eindhoven und FC Den Bosch jeweils in Millionenhöhe sind nach Ansicht der Wettbewerbshüter in Einklang mit dem EU-Recht gewährt worden.

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

sid/wi

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Auf diesen CL-Gegner trifft Bayern mit höchster Wahrscheinlichkeit
Auf diesen CL-Gegner trifft Bayern mit höchster Wahrscheinlichkeit
Winter-Transfers: Die Bayern-Streichliste
Winter-Transfers: Die Bayern-Streichliste
Gute Nachrichten von Boateng - schlechte von Hummels 
Gute Nachrichten von Boateng - schlechte von Hummels 
Das sagt Lewandowski über seine neue Freistoß-Gabe
Das sagt Lewandowski über seine neue Freistoß-Gabe

Kommentare