Nach Absage im Frühjahr

Mega-Talent Thill: Prominente Konkurrenz für FC Bayern

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Feste Größe im Nationalteam: Vincent Thill (l.) behauptet sich gegen den Schweden Emil Forsberg von RB Leipzig.

München - Im Sommer wollte der FC Bayern Vincent Thill aus Metz verpflichten. Nun schreibt das luxemburgische Talent Geschichte und kann sich vor Interessenten kaum noch retten.

Seit drei Wochen hat Vincent Thill seinen Eintrag in die Fußball-Geschichtsbücher sicher. Durch seine Einwechslung bei der 0:3-Pleite seines FC Metz gegen Girondins Bordeaux in der Ligue 1 avancierte der Luxemburger am 21. September zum ersten im Jahr 2000 geborenen Spieler, der in einer der fünf europäischen Top-Ligen zum Einsatz kam.

Dem FC Bayern ist der 16-Jährige schon viel länger ein Begriff. In der vergangenen Transferperiode wollten die Roten das Mega-Talent an die Isar locken. Doch gemeinsam entschied die Familie Thill, dass die Zukunft des jüngsten der drei fußballspielenden Brüder in Metz liegen soll. Vater Serge umschrieb die Absage an den deutschen Rekordmeister im Magazin 11Freunde so: "Wir pinkeln uns nicht gleich die Hose voll, nur weil Matthias Sammer anruft."

Statt beim FC Bayern unterschrieb Thill junior seinen ersten Profivertrag beim französischen Klub, dem er sich 2012 angeschlossen hat. Bis 2019 hat er sich gebunden - inklusive einer Option auf zwei weitere Jahre. Dass der Mittelfeldspieler so lange in Metz spielen wird, erscheint jedoch ähnlich realistisch wie eine WM-Teilnahme seines Heimatlandes Luxemburg.

"Nicht nur Bayern und Real interessiert"

Thill beim Profi-Debüt für den FC Metz.

Längst haben sich die großen Vereine positioniert. Jüngst gab es Gerüchte, Zinedine Zidane habe persönlich bei dem Nachwuchsstar vorgefühlt. "Es sind aber nicht nur der FC Bayern und Real Madrid an ihm dran", sagte nun sein Berater Didier Philippe dem französischen Fußball-Portal Foot Mercato: "Wenn ein 16-Jähriger in der Ligue 1 spielt, weckt er automatisch Interesse."

Unter anderem sollen auch der FC Chelsea, der FC Arsenal und Paris Saint-Germain ein Auge auf Vincent Thill geworfen haben. Die üblichen Verdächtigen eben. Philippe, früher selbst Profi und anschließend auch als Trainer tätig, feiert seinen wertvollsten Schützling: "Ich arbeite seit 40 Jahren im Fußball. Vincent ist ein außergewöhnliches Talent. Er hat einen magischen linken Fuß und macht auf kleinstem Raum erstaunliche Sachen."

Thill muss "noch ein paar Muskeln zulegen"

Die wenigen Defizite werde er schnell beheben: "Natürlich muss er noch ein paar Muskeln zulegen, aber das ist in seinem Alter normal. Aber bei der Spielübersicht und der Analyse von Situationen hat er schon ein sehr hohes Niveau erreicht." Auch Sébastien Mute, der U19-Trainer vom FC Metz und in dieser Rolle etwas unvoreingenommener als Philippe, lobte in der Zeitung Daily Luxemburg: "Er lernt schnell, hat sich rasch integriert - auch in einer Gruppe mit erfahrenen Spielern. Vincent passt sich sofort an die Anforderungen auf einem höheren Niveau an."

Am Aufstieg des sechsmaligen Nationalspielers hätte aber auch dessen Umfeld einen großen Anteil. "Seine Demut und seine Familie helfen ihm dabei, so ausgeglichen zu sein", betonte Mute. Mit Letzterer haben die Bayern ja bereits ihre Erfahrungen gemacht.

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mg

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