FC Bayern

Bayern zerlegt Paderborn: Und Sammer mahnt wieder

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Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer.

München Der FC Bayern ist erstmals in dieser Saison Tabellenführer. Doch nach dem souveränen 4:0 mahnte Sportvorstand Matthias Sammer wieder.

Nach Spitzenreitern sahen Pep Guardiola und Matthias Sammer wahrlich nicht aus. Auch wenn Bayern München die Kräfteverhältnisse in der Bundesliga dank des starken Mario Götze endlich wieder zurechtgerückt hatte, war die Welt des Rekordmeisters noch längst nicht in Ordnung.

Trotz des souveränen 4:0 (2:0) gegen den aufmüpfigen Aufsteiger und bisherigen Sensations-Tabellenführer SC Paderborn war es erneut Sportvorstand Sammer, der als Mahner auftrat. „Wir haben unsere Pflicht erfüllt, aber wir müssen jetzt bitte nicht in Euphorie verfallen. Das ist Normalität“, sagte Sammer trocken.

Guardiola machte bei der Pressekonferenz gar ein Gesicht, als hätte ihm sein erfrischend offener Kollege Andre Breitenreiter („Es ist eine Ehre für mich, neben Pep Guardiola zu sitzen“) gerade ein Schnippchen geschlagen. Entsprechend kühl fiel auch die Analyse des kritischen Spaniers aus: „Wir sind Erster, aber das ist nicht wichtig im Moment. Wir müssen unsere Spielweise verbessern, damit wir auch die wichtigen Spiele gewinnen können.“

Zwar waren Sammer und Guardiola mit den ersten 25 Minuten, in denen Götze (8.) und Robert Lewandowski (14.) früh vorgelegt hatten, ebenso zufrieden wie mit dem Schlussspurt, in dem erneut Götze (78.) und Thomas Müller (85.) trafen. „Aber wir reden jetzt bitte nicht darüber, was dazwischen war“, betonte Sammer mit ernster Miene.

Viel Leerlauf beim FC Bayern

Dazwischen war in der Tat viel Leerlauf. Sah es zunächst nach einer echten Lehrstunde für Paderborn aus, ließen es die Münchner trotz 74 Prozent Ballbesitz dann über weite Strecken doch sehr locker angehen. Dennoch: Der Neuling war für den gut aufgelegten Weltmeister Götze oder den wiedergenesenen Robben („Wir haben ein Zeichen gesetzt, aber noch Luft nach oben“) kein ernsthafter Gegner. Da erwartet Müller bei den anstehenden Aufgaben am Samstag in Köln und am kommenden Dienstag in der Champions League bei ZSKA Moskau mehr Widerstand. „Da geht es nur darum, drei Punkte mitzunehmen. Beide Auswärtsspiele haben ekelhaften Charakter“, sagte er, und fügte an: „Die Liga schenkt einem wenig. Wir haben ein paar Problemchen. Es wird nicht immer alles locker leicht gehen, nur mit dem Ferserl.“

So wie bei Müllers genialer Vorarbeit zum 1:0 von Götze. Dieser betonte trotz seiner starken Vorstellung, er selbst hätte „den ein oder anderen“ Treffer mehr erzielen müssen. Zwar hätten die 71.000 Zuschauer „gesehen, dass wir Spaß am Fußball hatten. Aber wir haben noch einiges zu verbessern.“ Götze aber hatte vollauf überzeugt. Doch auch dies veranlasste keinen zu Ausgelassenheit. „Er hat ja viel Geld gekostet, da wird man auch viel erwarten dürfen“, meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Während die Bayern ihren erstmaligen Sprung an die Spitze in dieser Saison geschäftsmäßig abhandelten, war dem SC Paderborn die Lust an der Bundesliga trotz des ersten Rückschlags in jeder Sekunde anzumerken. Der erste Auftritt beim großen FC Bayern hatte reichlich Eindruck hinterlassen.

Breitenreiter sprach von einem „besonderen Erlebnis“ und ließ sich nach dem Spiel sogar mit Guardiola fotografieren. Patrick Ziegler wollte sich den guten Start nicht „kaputtreden lassen, nur weil wir auf den Sack bekommen haben“. Deshalb sprach auch Daniel Brückner, von einem „Riesenspaß, hier spielen zu dürfen, einfach nur geil“.

Zur Belohnung der bisherigen Leistungen erlaubte Breitenreiter seinem Team am Mittwoch sogar noch einen Wiesn-Besuch. „Wir können auf das, was wir bisher gemacht haben, stolz sein. Das haben sich die Jungs verdient“, sagte der gut gelaunte Coach.

„Wir werden am Mittwoch weiter trainieren“, entgegnete Bayern-Mediendirektor Markus Hörwick mit einem Schmunzeln. Beim Spitzenreiter gibt es schließlich noch viel zu verbessern...

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sid

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