FC Bayern fürchtet WM-Loch

Sammer und die große Angst vor dem Fehlstart

Matthias Sammer
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FCB-Sportvorstand Matthias Sammer hat weitere Transfers nicht ausgeschlossen.

München - Bei Bayern München geht vor der neuen Saison die Angst vor einem Stolperstart um.

Am Mittwoch herrschte Ruhe an der Säbener Straße. Trainer Pep Guardiola hatte seinem Häuflein der Aufrechten frei gegeben - nur kein zusätzliches Risiko eingehen, nachdem die Vorbereitung bei Bayern München ohnehin unter keinem guten Stern steht. Angesichts der Probleme hat Sportvorstand Matthias Sammer bereits Alarm geschlagen, sogar das beim Rekordmeister eigentlich verpönte Wort „Angst“ fiel dabei.

Furcht vor dem WM-Loch

„Jetzt stellen sie sich mal vor, dass die Ergebnisse am Saisonanfang nicht so stimmen. Dann entsteht sofort Druck. Und die Verhältnismäßigkeit zwischen dem Aufbau unserer Spieler und dafür keine Zeit zu haben, macht mir Angst“, sagte Sammer. Dazu komme die Tatsache, „dass sich Spieler möglicherweise verletzen, dann hast du gar nichts mehr im Griff“, fügte der 46-Jährige besorgt an.

Es ist ein schmaler Grat, auf dem sich der Double-Gewinner in den kommenden Wochen bewegt. Schon nach den Turnieren 2006 und 2010 waren die Bayern in der folgenden Saison in ein Loch gefallen und nicht Meister geworden. „Solche Phasen dürfen wir uns nicht erlauben“, mahnte Sammer.

Guardiola meisterte in Barcelona vor vier Jahren jedoch eine ähnliche Situation, als das Grundgerüst der Katalanen von spanischen WM-Siegern gebildet wurde. Dennoch gewann er mit Barca überzeugend die Champions League und wurde Meister. Der ehemalige Münchner Coach Ottmar Hitzfeld sprach dennoch von „einer Herkusesaufgabe“ für den Spanier.

Sammer warnt: Müssen sehr gut aufpassen

Die sechs Münchner Weltmeister Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer, Thomas Müller, Mario Götze und Jerome Boateng sowie Arjen Robben und Dante werden am 5. August zurückerwartet. Bis zum Supercup gegen Dortmund(13.8.), dem Pokalspiel gegen Münster (17.8.) und dem Bundesligastart gegen Wolfsburg (22.8.) bleiben den Stars gerade zwei Wochen.

Für Sammer viel zu wenig: „Ich weiß, dass die Spieler heiß sein werden. Ich weiß aber nicht, ob sie noch ein bisschen müde sind.“ Ihm mache Sorgen, „dass aus leistungs-sporttechnischen Gründen von einem vernünftigen Aufbau nicht die Rede sein kann“. Allerdings müsse man auch beim Rest des Millionen-Kaders „sehr gut aufpassen“, ergänzte Sammer: „Wir dürfen sie nicht durch alles durchjagen, sondern müssen die Belastung steuern.“

Bereits am Wochenende steht der Telekom-Cup in Hamburg an. Die Bayern spielen am Samstag (20.30 Uhr) gegen Gladbach, am Sonntag findet das Finale (18.15 Uhr) oder das Spiel um Platz drei (16.30 Uhr) gegen den HSV oder Wolfsburg statt.

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Immerhin stehen Guardiola seit Dienstag zwei weitere Profis zur Verfügung. Superstar Franck Ribery trainierte nach überstandener Rückenverletzung, wegen der er auch die WM absagen musste, erstmals wieder mit der Mannschaft. Zudem kehrte WM-Teilnehmer Javi Martinez aus seinem Urlaub zurück.

Dennoch bleibt die Situation angespannt. Weitere Transfers sind trotzdem vorerst nicht geplant. Man habe bis Ende August noch „genügend Zeit“, in der man die Entwicklung aufmerksam verfolgen werde, sagte Sammer.

Die Bayern hätten die „wirtschaftliche Kraft, solchen Dingen vorzugreifen“, sagte Leverkusens Sportchef Rudi Völler der Sport-Bild zur Lage beim Konkurrenten: „Die machen jetzt die ersten Spiele mit dem Notsturm, wie ich es sage: Lewandowski und Ribery, die nicht bei der WM waren. Wir reden hier von zwei Spielern, die zu den fünf, sechs besten Spielern der Welt gehören. Das sagt doch alles.“

sid

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