Vorzeige-Bayer zieht Saisonfazit

Müller: "Da ist ein Teufelskreis entstanden"

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Thomas Müller (r.) und Leonie Maier präsentieren den Fans ihre gewonnen Meisterschalen auf dem Rathausbalkon am Marienplatz.

München - Thomas Müller feiert seine vierte Meisterschaft mit dem FC Bayern. Zwar ohne Herzschlagfinale, trotzdem so souverän wie auch in den vergangenen beiden Jahren. Der 25-Jährige zieht ein positives Fazit der Meister-Saison.

Die absolvierte Bundesliga-Saison bewertet Thomas Müller als "gut", wie er dem "Kicker" mitteilte. "Denn eine Meisterschaft ist nie eine Selbstverständlichkeit." Von Sättigung gibt es beim Offensivspieler keinerlei Anzeichen. Der 25-Jährige blickt schon wieder erfolgshungrig in die Zukunft und hat ein besonderes Ziel vor Augen: "Jetzt eröffnet sich uns in der kommenden Saison die Chance, etwas Einmaliges zu schaffen, weil noch keine Mannschaft viermal in Serie dieser Triumph gelang." Die vergangenen drei nationalen Titel sicherten sich die Bayern mit zehn, 29 und 25 Punkten Vorsprung.

Aus Sicht des Bayernspielers könnte die nächste Entscheidung im Meisterkampf spannender ausfallen. "Eigentlich wäre mir so ein Herzschlagfinale schon lieber, ja, einmal würde ich es gerne mitmachen, aber man hat keine Garantie, dass man daraus als Sieger hervorgeht." Der Oberbayer hat dabei ein Szenario besonders im Kopf: "Wenn du wie 2001 in Hamburg mit dem letzten Schuss die Schale holst, explodieren die Emotionen, dann ist es wie ein Vulkan der Gefühle." Müller wechselte zu Beginn jener Saison von seinem Heimatverein TSV Pähl in die Jugend des deutschen Rekordmeisters und hat damals die letzten Minuten des Saisonfinals am Radio verfolgt. Im Vergleich der Meisterschaft von 2001 mit dem aktuellem Triumph, ginge der totale Kick von so einer überlegenen Meisterschaft nicht aus. "Sie zählt sicher nicht zu denen, die man nie vergisst", gibt der Publikumsliebling sogar zu.

Stolz ist Bayerns Top-Scorer der Saison auf die gezeigten Leistungen seiner Mannschaft allemal. "Trotz der vielen Verletzungsprobleme haben wir die gesamte Saison sowie auch die Rückrunde sehr souverän gestaltet."

Mit MULL! Die Bilder der internen FCB-Meisterfeier

Daher kann Müller auch die Kritik anderer Bundesligisten wie Wolfsburg und Hannover gegen Saisonende nicht nachvollziehen. "Der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung ist absoluter Schwachsinn." Jedoch gesteht er auch, dass ein Bayern-Sieg in Freiburg nichts Außergewöhnliches gewesen wäre.

Mahnende Wortet richtet das Urgestein an die Kritiker des Vereins, die bei einem gewonnenen Titel von NUR einem gewonnenen Titel berichten und verweist darauf, dass der FC Bayern in 115 Jahren Vereinsgeschichte erst einmal das Triple gewonnen habe. Aber "seither gehen neuerdings rund um den FC Bayern viele immer vom Triple aus. Da ist ein Teufelskreis entstanden. Da muss man irgendwann wieder die Realität sehen!"

Sollte sich in der kommenden Spielzeit die Hoffnung von Thomas Müller, einen spannenden Meisterkampf zugunsten des FC Bayern zu erleben, bewahrheiten, müssten sich die Münchner zumindest nicht mehr mit dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung auseinandersetzen ...  

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