Bayern-Verfolger greifen an

Hellwach durch den November

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Ende der Debatte: Robert Lewandowski trifft schon wieder, Thomas Müller will nachziehen.

München – Der FC Bayern hat seine Mini-Krise überwunden, doch auch die Verfolger schöpfen neue Kraft. Für den November lautet die Devise nun: Hellwach bleiben!

Fußballabende vor dem Fernseher gehören für einen Profi des FC Bayern fast zu den dienstlichen Pflichten, zumindest wenn das Programm so attraktiv ist wie am Mittwoch. Die jüngsten Champions League-Auftritte der Dortmunder und Leverkusener wären auch zu anderen Zeitpunkten in der Saison ein verlockendes Angebot gewesen, doch in diesen Tagen empfiehlt sich das Zusehen erst recht. In zwei Wochen gastiert der Rekordmeister beim BVB, eine Woche später kommt Bayer zu Besuch. In Kombination mit dem morgigen Spiel gegen den Tabellendritten Hoffenheim ist das ein November-Programm, das selbst nach den strengen Maßstäben der Bayern als anspruchsvoll durchgeht.

Bei jedem anderen Verein würden nun die Wochen der Wahrheit ausgerufen. In München aber wird ohnehin immer genau hingeschaut, seziert, in Frage gestellt. Unter besonderer Beobachtung und erhöhtem Druck Ergebnisse liefern zu müssen, ist eher Regel als Ausnahme, wie die fünf Pflichtspiel-Siege seit den beiden Remis gegen Köln und in Frankfurt zeigen. Drei Punkte sind die ganz normale Erwartungshaltung. Dass in Dortmund gerade eine gigantische Verletzungsserie zu enden scheint und die Leverkusener sich nach turbulenten Wochen mit zwei schwer umkämpften Auswärtssiegen soeben wieder stabilisieren, wird an der Säbener Straße keine Angst verbreiten. Wenn die Bayern zuletzt überhaupt mal stolperten, dann eher gegen vermeintlich schwächere Gegner. Gegen die Großen ist man immer hellwach.

Zwischen Bayern und dem BVB liegen schon acht Punkte

Erst ganz am Ende der vergangenen Saison haben die Münchner eingeräumt, wie sehr ihnen die Borussen mit ihrer monatelangen Beharrlichkeit zusetzten. „Die haben selbst gar nicht gewusst, dass sie nervig für uns waren“, staunte Thomas Müller damals. Der radikale Umbruch der Westfalen und ihr geballtes Verletzungspech waren zuletzt aber derart leistungsmindernd, dass zwischen den beiden Top-Klubs der letzten Jahre bereits eine Acht-Punkte-Lücke klafft. Eine weitere Nervenprobe wie im Frühjahr können sich die Bayern vermutlich ersparen. Vorausgesetzt, sie kehren am 19. November mit einem Sieg aus dem Ruhrgebiet zurück.

Im großen Maßstab betrachtet ist das die Münchner Aufgabe für die kommenden Wochen. Sie wollen selbst den Kurs halten und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Verfolger straucheln. Daneben haben sie noch ein paar kleinere Baustellen. So richtig glanzvoll haben die Bayern in dieser Saison noch selten gespielt. Außerdem wäre es ihnen lieb, wenn Thomas Müller seine akute Ladehemmung, die kurioserweise auf die Bundesliga beschränkt ist (vier Treffer in der Nationalmannschaft, zwei in der Champions League), beizeiten ablegen könnte. Der Weltmeister geht zwar noch immer flapsig-entspannt mit seiner Null-Tore-Bilanz um („Ich muss den Ball auch mal wieder reinschießen“). Aber es gibt für einen Stürmer Schöneres, als jedes Wochenende die gleichen Kommentare in neuen Formulierungen abgeben zu müssen. Ein Törchen wäre die beste Antwort.

Mit Hoffenheim kommt ein Lieblingsgegner

Vor einer Woche ging es Robert Lewandowski noch ähnlich. In Augsburg und Eindhoven hat der Pole der Mini-Debatte nun ein Ende gesetzt, auf eine Art, wie es Stürmer am liebsten tun: mit je zwei Treffern. Lewandowskis Lieblingsgegner im ewigen Duell Stürmer – Torwart ist übrigens ein Mann, den er schon insgesamt zwölfmal überwand und bei den letzten beiden Treffen insgesamt dreimal. Morgen sehen sie sich wieder, Lewandowski und Oliver Baumann, die Hoffenheimer Nummer eins.

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