Seitz-Elf dreht gibt nach der Pause Gas

Bayerns U19 dreht Derby gegen 1860

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Matchwinner beim Derby: Benjamin Hadzic (r.) trifft zum 2:1 für die Bayern.

FC Bayern /TSV 1860 (A-Junioren)Zur Halbzeit hatte der TSV 1860 noch geführt. Nach dem Wiederanpfiff aber wurde der FC Bayern im A-Junioren-Derby seiner Favoritenrolle vollumfänglich gerecht und siegte verdient mit 2:1.

Mit drei Siegen aus drei Partien belegt der Nachwuchs des Rekordmeisters den zweiten Platz hinter Titelverteidiger Hoffenheim, die Junglöwen dagegen stehen ohne Punkt auf einem Abstiegsplatz.

In der Vorsaison war Josef Steinbergers U19 des TSV 1860 noch bis in die Meisterschaftsendrunde vorgestoßen und dort unglücklich an Borussia Dortmund gescheitert. Die aktuelle Generation aber lässt sich nicht mit dem Vorgängerjahrgang vergleichen. Das räumt auch Steinberger offen ein: „Es ist nur bis zu einem gewissen Maß möglich, fehlende Qualität über mannschaftliche Geschlossenheit zu kompensieren.“ Dieses Manko wurde im Lokalduell überdeutlich. Dabei hatte die Begegnung optimal begonnen für die Steinberger-Elf. Bayerns Manuel Wintzheimer vergab alleinstehend vor 1860-Schlussmann Tom Kretzschmar die erste Großchance (4.), wenig später parierte Kretzschmar einen gefährlichen Kopfball Felix Götzes nach einem Freistoß von Niklas Tarnat glänzend (23.), und nur kurz darauf gingen die „Blauen“ durch Julian Justvan in Führung. Der Angreifer überwand Bayern-Keeper Ron Hoffmann mit einem strammen Flachschuss aus gut 20 Metern (25.).

Nach dem Seitenwechsel aber schienen beide Teams wie ausgewechselt. Die bis dahin wenig zielstrebige Mannschaft von Bayern-Trainer Holger Seitz ließ keine Zweifel aufkommen, dass sie das Derby im Grünwalder Stadion trotz Rückstand unbedingt noch gewinnen mochte. Nachdem zunächst der eingewechselte Yousef Emghames nach einem Lattenschuss Wintzheimers aus kurzer Distanz per Kopf egalisierte (58.), veredelte Benjamin Hadzic nur wenige Minuten später einen unwiderstehlichen Flankenlauf Timothy Tillmans zur 2:1-Führung (64.). In der Folge ergaben sich die ob der zwei Auftaktniederlagen ohnehin schon verunsicherten Junglöwen ohne Gegenwehr in ihr Schicksal. „Das nagt an mir“, ließ der genervte 43-jährige 1860-Trainer einen Einblick in sein Seelenleben zu.

Seinem Gegenüber indes war „bewusst, was so ein Derbysieg für einen Stellenwert für die Fans und den Verein hat“, erst im zweiten Abschnitt aber hätte sein Team „das gespielt, was wir können“. Und das war ziemlich imposant. „Die wichtigste Erkenntnis“ für den 41-jährigen Bayern-Coach war, „dass wir in der Lage sind, so ein Spiel noch zu drehen“, nach dem Ausgleich sei seiner Elf „der Rucksack abgefallen“. In der Tat zeigte die U19 von der Säbener Straße im zweiten Durchgang, „von der individuellen Klasse gut aufgestellt“ zu sein, wie Seitz befand. Nach dem enttäuschenden achten Platz in der Vorsaison aber gab sich der Ex-Profi trotz der drei Siege zum Auftakt bezüglich der sportlichen Zielsetzung vorsichtig, es sei „noch zu früh für Prognosen“. Selbstverständlich, ließ er sich dann doch noch entlocken, wolle man „vorne angreifen“, seine Elf sei „in der Spur, zurücklehnen dürfen wir uns aber nicht“.

Pendant Steinberger dagegen bekannte: „Es war von vornherein klar, dass es eine schwierige Saison werden würde. Es wird aber noch schwerer als erwartet.“ Im Derby habe seine Mannschaft „über 90 Minuten keine Mittel gegen die Qualität der Bayern gefunden“, so der Löwen-Coach geknickt, „wir haben uns nicht dagegengestemmt und uns verhalten wie das Kaninchen vor der Schlange“. Hoffnung macht ihm, dass „wir bisher auf drei starke Gegner getroffen sind“ und nun „die Spiele gegen Teams auf Augenhöhe kommen“. Die Zielvorgabe ist eindeutig, wie Steinberger betonte: „Wir müssen schauen, dass wir die Klasse halten.“ Verkompliziert wird dieses Vorhaben dadurch, dass der Trainer bis Frühjahr 2017 unter der Woche in der Sportschule Hennef weilt, um dort die Fußballlehrer-Lizenz zu erwerben. „Vielleicht“, war Steinberger immerhin schon wieder zu Scherzen aufgelegt, „kann mir ja der Jens Lehmann seinen Hubschrauber leihen“. Die Derbyniederlage würde selbst das nicht mehr ungeschehen machen, Abhilfe können einzig Punkte verschaffen.

Text: Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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