Zu alt für die B-Liste

Bayerns Götze hofft auf CL-Einsätze, Schweinsteiger bei ManU nicht

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Bastian Schweinsteiger.

München – Unverhofft kommt oft. Als Felix, der kleine Bruder von Mario Götze, beim Trainingsauftakt von Carlo Ancelotti Anfang Juli aufgrund der Absenz zahlreicher Nationalspieler dabei sein durfte, ist er mit Sicherheit nicht davon ausgegangen, dass er zwei Monate später spielberechtigt für die Champions League sein würde.

Es war fast niedlich, dabei zuzusehen, wie der mit den Gesichtszügen und der Statur der Familie Götze ausgestattete 18-Jährige diesen Auftritt vor rund 1000 Fans an der Säbener Straße genoss. Vom Feld stapfte er damals barfuß, seine auffälligen gelben Schuhe trug er in der Hand, nach dem Motto: Fertig, geschafft! Dabei könnte es für den Innenverteidiger heuer noch besser kommen. Deutlich besser als etwa für Bastian Schweinsteiger.

Felix Götze.

Der FC Bayern nämlich hat Felix Götze auf die so genannte B-Liste der laufenden Spielzeit der Königsklasse gesetzt. Die Voraussetzungen für die Spieler, die als Ergänzung der 25 gemeldeten Profis gelten: Sie müssen nach dem 1. Januar 1995 geboren und zwischen dem 15. Geburtstag und dem Zeitpunkt der Registrierung bei der UEFA in zwei aufeinanderfolgenden Jahren für den Klub spielberechtigt gewesen sein. Insgesamt acht Nachwuchskicker dürfen nun also auf einen internationalen Einsatz hoffen. Und in Manchester sitzt ein anderer, der bereits über 100 Spiele auf europäischem Parkett hinter sich hat – in diesem Jahr aber in die Röhre schaut.

Die Freude darüber, dass Jose Mourinho den ehemaligen DFB-Kapitän trotz der offiziellen Degradierung bei Manchester United zumindest auf die Kaderliste für die Premier League gesetzt hatte, währte nicht allzu lange. Denn am Wochenende wurde – parallel zu Götzes Nominierung – offengelegt, dass der 32-Jährige in der Europa League nicht spielen wird. Wenn der englische Rekordmeister also seiner Favoritenrolle gerecht wird und am 24. Mai 2017 in Solna den Pokal gewinnt, kann Schweinsteiger sich diesen Triumph zwar auf seine Autogrammkarte schreiben. Es ist jedoch klar, dass er keinen Beitrag zu einem möglichen Erfolg leisten wird. Bzw.: Leisten darf.

„Insgesamt finde ich die Situation sehr schade, weil er jemand ist, zu dem ich aufgeschaut habe“, sagte Schweinsteigers langjähriger Nationalmannschaftskollege Sami Khedira, brachte jedoch auch Verständnis für die Gegenseite auf: „Man muss auch die Klubs verstehen. Fußball ist Business. Es gibt in unserer Branche keine Dankbarkeit.“

Ganz anders sieht es Jupp Heynckes, der ehemalige Trainer des FC Bayern. „Der Fußball ist aus den Fugen geraten. Er hat seine Seele verloren“, sagte der 71-Jährige, der mit Schweinsteiger im Jahr 2013 beim Champions League-Sieg in Wembley dessen größten Klub-Triumph feierte. Er führte fort: „Wenn es – aus welchen Gründen auch immer – keine Gegenleistung gibt, wird sofort reagiert. Das ist doch erschreckend.“

Schweinsteiger, erst im Vorjahr zu ManU gewechselt, spielte unter Mourinho von Beginn an absolut keine Rolle. „Mindestens fünf Spieler“ sieht der Coach im defensiven Mittelfeld vor dem Ex-Bayern, der seinen Spind bei den Profis bereits Anfang August räumen musste. Eine Rückkehr zu den Profis sei für den Weltmeister „schwer möglich“, sagte Mourinho.

Und für das Schlupfloch B-Liste ist Schweinsteiger schlichtweg: Zu alt. 

Hanna Raif

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