"Schon immer meinen eigenen Weg gegangen"

Bayerns nächster Götze: Flucht des Bruders ist ihm egal

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Besonnene Spielweise: Felix Götze bei den Bayern.

FC Bayern München II - Felix Götze ist Innenverteidiger. Einer der modernen Prägung: Knapp 1,90 Meter groß, dementsprechend kopfballstark, zudem mit Vorzügen in der Spieleröffnung.

Wer ihn zum ersten Mal sieht, auf dem Platz oder auch abseits davon, würde niemals auf die Idee kommen, dass er der Bruder des Schützen des goldenen Treffers im WM-Finale 2014 ist. Anders als sein Bruder Mario ist der 18-Jährige im Sommer dem FC Bayern treu geblieben, mit Nachdruck betont er, „schon immer meinen eigenen Weg gegangen“ zu sein.

Während der Rückkehrer zum BVB schon mit 22 seinen Karriere-Höhepunkt erlebte, hat der junge Abwehrspieler von den A-Junioren der Bayern alles noch vor sich. Mit wem auch immer man spricht beim Rekordmeister, scheinen Zweifel unangebracht, dass auch der „kleine“ Götze tatsächlich seinen Weg gehen wird. Heiko Vogel etwa, der Sportliche Leiter für den Bereich U16 bis U23, lobt ihn als „besonnen, sowohl vom Charakter her als auch von der Spielweise, das passt zusammen“. Eine „gute Entwicklung“ bescheinigt ihm Vogel genauso wie Götzes Trainer bei der U19. Holger Seitz, der den jungen Innenverteidiger täglich im Training anleitet, spricht vom „guten Niveau“, auf dem er agiere. Dabei, so Seitz, sei der gebürtige Memmninger „schlau genug, um zu wissen, dass er dranbleiben und an manchen Dingen noch arbeiten muss“. Im Frühjahr machte Götze sein Abitur, seither konzentriert er sich zunächst auf die Fußballkarriere.

Dass er aber in der Tat ein schlaues Bürschchen ist, ist schon nach wenigen Sätzen zu erkennen. Mit Bedacht wählt der seit Februar Volljährige seine Worte, was er sagt, hat Hand und Fuß. So räumte er am Dienstag nach dem 4:2-Erfolg über den FK Rostow im Aufatktspiel der diesjährigen „Youth League“ offen ein, es sei durchaus ein Thema innerhalb der Mannschaft, dass „Bayern bis jetzt in der Youth League noch nie über die Gruppenphase hinausgekommen ist“. Andere hätten dies in einer vergleichbaren Situation geleugnet und erzählt, man schaue nur nach vorne und von Spiel zu Spiel. Die üblichen Floskeln halt. Der junge Götze aber ist sich bewusst, dass er mit seinem Team Historisches schaffen kann: Den erstmaligen Einzug der U19 des Rekordmeisters in die K.o.-Phase der „Champions League der Junioren“. Man wolle unter Beweis stellen, erklärt er, „dass der FC Bayern ein Weltverein ist und dort auch gute Jugendarbeit geleistet wird“.

In der A-Junioren-Bundesliga stand der Defensivmann bislang in allen fünf Saisonspielen über 90 Minuten auf dem Platz, am vergangenen Wochenende bei der ersten Niederlage, einer 1:4-Heimpleite gegen den FSV Mainz, gelang ihm zudem sein erstes Tor. Wie seine Teamkollegen aber müsse auch Götze nun „seine Leistung beständig bestätigen“, wie sein Trainer fordert. Genau daran scheiterte sein gehypter Bruder bisher. Bei Felix Götze dagegen scheint die Entwicklung einen natürlicheren Verlauf zu nehmen. Die Rückkehr seines älteren Bruders nach Dortmund, von wo auch Felix 2014, ein Jahr nach Mario, nach München gekommen war, spiele für ihn „überhaupt keine Rolle“. Wer den besonnenen jungen Innenverteidiger einmal erlebt, auf dem Platz oder auch abseits davon, wird schnell erkennen, dass diese Aussage keineswegs geflunkert ist.

Text:Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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