Bayern-Spielführerin im Merkur-Interview

Behringer: "Mein Ziel ist, die Champions League zu gewinnnen"

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„Die schönste Phase meiner Karriere“: Weltmeisterin Melanie Behringer, Seite an Seite mit Weltmeister Philipp Lahm.

FC Bayern München - Melanie Behringer spricht im Merkur-Interview über die Entwicklung der Bayern-Frauen, Neuzugang Simone Laudehr, Olympia und nervöse Mädels am Rathausbalkon.

Melanie Behringer ist der unumstrittene Kopf der Bayern-Frauen. Seitdem die 30-Jährige vor zwei Jahren nach München zurückkehrte, gab es zwei Meistertitel in Serie zu feiern. Im Interview zieht sie ein Fazit – und blickt auch voraus, auf neue, große Ziele: Olympische Spiele und die Champions League.

Frau Behringer, jetzt waren Sie schon das zweite Mal mit der Meisterschale am Rathausbalkon – was war schöner: Die Premiere oder die Fortsetzung?

Beides ist unvergleichbar. Im letzten Jahr war es für uns eine Überraschung und ganz neue Erfahrung. Heuer waren wir nicht mehr ganz so nervös. Es war richtig schön, obwohl es kalt war. Hoffentlich nächstes Jahr wieder – ich mag Fortsetzungen (lacht).

Sie waren tatsächlich nervös da oben?

Ganz ehrlich: Ein paar junge Mädels von uns schon, ja. Ich finde aber, das macht sie nur noch sympathischer. So ein Auftritt vor so einer Kulisse, noch dazu wenn dann da ein Franck Ribery oder Thomas Müller oder David Alaba neben dir steht, das lässt einen nicht kalt. Ist doch gut so.

Letztes Jahr war es für Sie zudem noch hektisch: Sie wurden extra von der Nationalelf mit dem Helikopter ein- und auch sofort wieder ausgeflogen.

Ja, heuer konnten wir deutsche Nationalspielerinnen es mehr genießen. Am Samstag durften wir auch mit Pep Guardiolas Team im Postpalast feiern. Ich finde das sehr wichtig und schön, dass uns so eine Anerkennung entgegengebracht wird. Das motiviert uns noch zusätzlich.

Der Klub betonte das auch zuletzt immer wieder, wie wichtig der gemeinsame Auftritt in Tracht für die weltweite Markenwahrnehmung ist.

Sieht gut aus, oder (lacht)?

Ist den Spielern selbst bewusst, dass man da eine Identität transportiert?

Schon. Man sieht die Fotos in den Zeitungen, in den Sozialen Netzwerken, im Fernsehen. Man wird so weltweit wahrgenommen, und natürlich motiviert einen das, dass man zu diesem großem Verein FC Bayern, zu dieser großen Familie gehört.

Sie wurden Weltmeister, zwei Mal Europameister – aber erleben Sie jetzt gerade die schönste Phase in Ihrer Karriere?

Seit meiner Rückkehr ist es wirklich richtig, richtig gut. Deshalb habe ich jetzt auch noch mal bis 2019 verlängert. Ich fühle mich superwohl im Verein, und mir gefällt diese Stadt auch einfach so. Tolle Mannschaft, tolle Trainer, super erfolgreich. Ich bin froh, dass ich mich für München entschieden habe. Ja, das es ist die schönste Phase meiner Karriere, das stimmt schon.

Als Sie hierherkamen, war Bayern kein echter Titelanwärter. Hatten Sie bereits im Hinterkopf, dass sich hier etwas entwickelt?

Ja, das hatte ich da wirklich schon im Hinterkopf. Die Gespräche mit Trainer Thomas Wörle und Managerin Karin Danner waren sehr überzeugend, und es war absehbar, dass mit diesem Team bei der guten Mischung und den starken Charakteren einiges drin ist. Es ging alles von Beginn an in die richtige Richtung.

Nun stößt noch Simone Laudehr dazu, ein großer Name. Sie haben mit ihr bereits viel erlebt, unter anderem bei der Nationalelf. Was bringt sie mit?

Es ist perfekt, dass Simone zu uns kommt. Sie bringt alles mit, ist kopfballstark, ausdauernd, schnell, technisch super – für mich ist sie die komplette Spielerin. Sie wird uns vor allem in der Champions League weiterhelfen, sie hat ja so viel Erfahrung. Wir werden noch einmal stärker werden.

Champions League ist eines der großen Schlagworte. Letzte Saison war in Runde eins Schluss. Ist da eine Rechnung offen?

Da sind wir total hungrig, und das schon lange: Direkt nach dem Aus haben wir uns in der Kabine geschworen, dass wir diesen Wettbewerb wieder erreichen wollen. Champions League ist für uns sehr wichtig. Wir sind der FC Bayern. Dieses Jahr gilt auch nicht mehr der Bonus, dass wir neu sind. Wir müssen angreifen.

Nia Künzer sagt, das Halbfinale sei für den FC Bayern eigentlich Pflicht.

Halbfinale würde ich natürlich sofort unterschreiben (lacht). Wir sollten dennoch Schritt für Schritt gehen. Mein Ziel ist hier aber ganz klar, mit Bayern die Champions League zu gewinnen.

Nun geht es zunächst zu den Olympischen Spielen. 2004 waren Sie schon einmal dabei. Welche Ziele verfolgen Sie in Rio?

Ich freue mich total. Olympia ist etwas ganz Besonderes. Rio hat natürlich auch noch einmal ein bestimmtes Flair, ich war noch nie da. Wir haben Chancen auf Gold, aber die USA sind Top-Favorit, und in unserer Gruppe haben wir mit Kanada und Australien bereits harte Brocken. Wir nehmen auch den Gegner Simbabwe ernst. Als deutsche Nationalelf hast du immer im Visier, das Turnier zu gewinnen. Gold wäre eine supertolle Abrundung dieser Saison. Schaun mer mal (grinst).

Interview: Andreas Werner

Quelle: fussball-vorort.de

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