Nerv-Bastl und der Aggro-Lurch

TV-Kritik: Sky-Mann zündelt ständig gegen Bayern - ein anderer überzeugte

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Der Einmarsch der „Torreichen Vier“.

München - In seiner TV-Kritik nimmt Jörg Heinrich heute die Marktschreierei bei der Sky-Übertragung zum Spiel Borussia Dortmund gegen FC Bayern unter die Lupe.

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Superrestaurant, und der Kellner erzählt Ihnen ständig, dass es ein Superrestaurant ist: „Mehr lauwarmer Saibling geht nicht!“, „Jetzt kommt der Hammer-Hummer!“, „Unser Koch hat schon in 200 Ländern gekocht!“ So ungefähr kommt Ihnen das vor, wenn Sie bei Sky Dortmund – Bayern anschauen, und wenn Sebastian Hellmann hyperventiliert: „Heute ist Bumm-Bumm-Bundesliga!“

Der Moderator: Hellmann hat den Marktschreier-Kurs für Fortgeschrittene belegt. Nun muss er unentwegt plärren, wie tollo sein Sender ist: „Mehr Bundesliga geht nicht!“ und „Mehr mittendrin als bei Sky geht natürlich auch nicht!“ Wochentags steht er als Sky-Drücker in den Pasing Arcaden: „Ich muss verrückt sein, aber ich lege noch ein Sportpaket drauf! Und daran verdiene ich keinen Pfennig mehr!“ Auch doof: sein ständiges Zündeln gegen Bayern. Hellmann fand’s falsch, dass Hummels vorm Spiel in der BVB-Kabine war, Hellmann verstrickte sich in abstrusen Spekulationen, ob Lewandowski in Dortmund lieber verlieren würde, und Hellmann sieht bereits den Stern von Thomas Müller untergehen. Früher, als er noch nicht so überdreht war, war er einer von den Guten, mittlerweile hat er sich zum Nerv-Bastl entwickelt.

Die Experten: Marschierten mit Hellmann in dramatischer Formation ein, als die „Torreichen Vier“. Der putzige Lothar erzählte von früher, von den ehemaligen Bayern-Trainern „Gudiola“ und „Gordiola“, und man erkannte messerscharf: Aaaah, Pep war ja zu zweit! Kein Wunder, dass der Fußball unter Gudiola und Gordiola besser war als unter Ance und Lotti. Ex-Frankfurt-Boss Heribert Bruchhagen glänzt weniger bei sportlichen Fragen, dafür aber bei den Themen rund um den Platz. Seine Analyse, warum es für Philipp Lahm 2017 als neuer Sammer noch zu früh sein könnte, war einer der klügsten Beiträge des Abends. Gerne mehr davon, und weniger alberne Animationen wie Wackelbilder von der BVB-Abwehr.

FC Bayern verliert gegen den BVB: Zwei Fünfer, eine Zwei

Der Kommentator: Wolff Fuss ist der Stadionrocker unter den Kommentatoren – laut und nicht immer mit Tiefgang. Ein Mann wie Bon Jovi, bloß ohne schlechte Musik. Er machte Ancelotti zum „bayerischen Buddha“ und Ribéry zum „Aggro-Lurch“. Sah Bayern teilweise zu schlecht, trotzdem unterhaltsam. Bumm-Bumm-Wolffi darf wiederkommen.

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