Unruhe beim Tabellenführer

Brennpunkt FC Bayern: Pep, Carletto und ein Ärztestreit

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Im Visier des FC Bayern: Carlo Ancelotti.

München - Der Abschied Pep Guardiolas von Bayern München scheint besiegelt, Carlo Ancelotti soll ihm angeblich folgen. Zudem ist beim Rekordmeister wegen der aktuellen Verletztenmisere offenbar wieder ein Ärztestreit entbrannt.

Der Abschied von Pep Guardiola ist noch nicht einmal offiziell, da steht der Nachfolger angeblich schon fest. Carlo Ancelotti soll ab der kommenden Saison neuer Trainer bei Fußball-Rekordmeister Bayern München werden, so berichten es in Spanien jedenfalls die Sporttageszeitung Marca und der Radiosender Cadena Cope. Nächste Woche soll demnach die Öffentlichkeit darüber unterrichtet werden.

Eine Weihnachtsüberraschung hatte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge unlängst ja ohnehin angekündigt - so hatte er sie sich aber nicht gewünscht. Rummenigge wollte am liebsten die Vertragsverlängerung mit Guardiola unter dem Christbaum platzieren und den Zyklus mit dem spanischen Star-Trainer über den Sommer hinaus ausdehnen. Wochenlang hatte der 60-Jährige dafür geworben, intern wie extern, hatte Guardiola alles auf den Gabentisch gepackt, was der FC Bayern zu bieten hat. Doch den Katalanen zieht es anscheinend nach England - möglicherweise zu Manchester City.

Mit der Aussicht, Guardiola letztlich nicht überzeugen zu können, hatte sich Rummenigge aber schon auseinandergesetzt. „Es liegt viel pro Bayern München auf dem Tisch, aber es gibt wahrscheinlich auch andere Bräute, die gut aussehen“, hatte er im Oktober gesagt, und kurz darauf angefügt: „Es geht immer weiter. Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der irgendwann nicht zu ersetzen sein muss. Spieler kommen, Spieler gehen. Dasselbe gilt auch für Trainer. Trainer kommen, Trainer gehen irgendwann auch.“

Carlo Ancelotti: Schon drei Mal Champions-League-Sieger

Rummenigge soll nun statt Guardiola den Gerüchten zufolge den nächsten Welttrainer an die Säbener Straße gelotst haben, was fraglos auch ein nettes Weihnachtspräsent wäre. Immerhin hat Ancelotti, liebevoll auch "Carletto" genannt, in seiner Karriere bereits dreimal die Champions League gewonnen - zweimal mit dem AC Mailand, einmal mit Real Madrid. Sein Aus bei den Königlichen im Sommer diesen Jahres war im Real-Umfeld vernehmbar bedauert worden.

Wie es heißt, habe sich der 56-Jährige mit dem FC Bayern schon in der vergangenen Woche auf einen Drei-Jahres-Vertrag verständigt. Zuvor aber, das sei eine Bedingung des angesehenen Italieners gewesen, habe eine Entscheidung in der Causa Guardiola zwingend erfolgen müssen. Für all diese Informationen nennen die spanischen Medien gleichwohl keine Quellen.

Zumindest aber die Anzeichen dafür, dass Peps Abschied beschlossene Sache ist, werden immer deutlicher. Hinter den Kulissen wisse man bereits, dass der Kampf um den Trainer verloren sei, schrieb etwa der Münchner Merkur. Den FCB-Oberen sei Guardiolas Nein nicht erst seit diesem Mittwoch bekannt, meinte das Fachmagazin kicker.

In dieser ohnehin schon pikanten Gemengelage erwächst offenbar auch ein Konflikt mit der medizinischen Abteilung aufs Neue. Guardiolas Streit mit Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hatte ja im Frühjahr zur Trennung vom langjährigen Mannschaftsarzt geführt. Nun steht dessen Nachfolger Volker Braun im Zentrum der Auseinandersetzung.

Der kicker schrieb am Donnerstag, dass es aufgrund der derzeitigen Verletzungsmisere zu einem Zerwürfnis gekommen sei. Guardiola habe Braun die vielen Verletzungen von Stammkräften (Arjen Robben, Douglas Costa, David Alaba, Mario Götze, Medhi Benatia, Franck Ribery, Juan Bernat) angelastet, dieser hingegen dem Coach vorgeworfen, die Spieler zu früh wieder einzusetzen.

Bei Ribery wurde nun bekannt, dass er wohl weit bis ins neue Jahr hinein fehlen dürfte. Die im Champions-League-Spiel bei Dinamo Zagreb (2:0) erlittene Oberschenkelverletzung des Franzosen habe sich als Muskelbündelriss herausgestellt, acht Wochen Pause seien mindestens zu erwarten.

Dabei hatte Ribery nach neunmonatiger Zwangspause erst kürzlich sein Comeback gegeben, laut kicker gegen den Rat der medizinischen Abteilung und auf Drängen Guardiolas. Benatias Muskelblessur sei ebenfalls schlimmer als gedacht und am Samstag bei Hannover 96 (15. 30 Uhr/Sky) falle nun auch noch Kapitän Philipp Lahm (Zerrung) aus.

sid

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