Ex-Spieler diskutieren

Bröckelt die Bayern-Dominanz?

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Xabi Alonso (r.) und Douglas Costa sind nach dem Remis gegen Hoffenheim unzufrieden. 

München - Die Bayern sind in der Liga noch ungeschlagen, aber die Konkurrenz ist nicht weit weg. Ehemalige Spieler diskutieren, ob dem FCB zur Zeit die Souveränität fehlt.  

Zehn Bundesliga-Spieltage sind vorbei. Ein Blick auf die Tabelle zeigt: Der FC Bayern steht mit 24 Punkten ungeschlagen an der Spitze. Die gleiche Punktezahl hatten die Bayern im zweiten Jahr unter Pep Guardiola zum gleichen Zeitpunkt. Eigentlich alles wie immer. Eigentlich… Die Auftritte der Mannschaft von Carlo Ancelotti wirken nicht so souverän, wie das in den vergangenen Spielzeiten unter Guardiola der Fall war. Mannschaften wie Köln oder Hoffenheim rechnen sich auch bei Spielen in München Punkte aus – und werden für ihr Selbstbewusstsein belohnt. Bröckelt dadurch die ewige Bayern-Dominanz? Die tz hat sich bei ehemaligen FCB-Spielern umgehört!

Klaus Augenthaler. 

Klaus Augenthaler: „Das ist nur eine Momentaufnahme. Ich war gegen Hoffenheim selbst im Stadion. Wenn jeder Spieler wieder zehn Prozent mehr Leistungsbereitschaft zeigt, dann ist auch die gewohnte Dominanz wieder da. Es hinken ja alle Champions-League-Aspiranten hinterher, wie die Beispiele aus Leverkusen oder Wolfsburg zeigen. Hoffenheim und Leipzig haben bis jetzt gute Leistungen gezeigt, aber das wird sich im Laufe der Saison wieder relativieren.“

Thomas Strunz. 

Thomas Strunz: „Der FC Bayern ist Tabellenführer, in der Champions League frühzeitig eine Runde weiter und immer noch ungeschlagen: Wo soll da bitte die Dominanz bröckeln? Vielleicht sind die Verfolger einfach besser geworden. Es ist doch kein Wunder, dass gerade die Hoffenheimer und vorher auch die Kölner so selbstbewusst beim FCB aufgetreten sind. Sie waren zu dem Zeitpunkt ungeschlagen und dementsprechend groß ist das Selbstvertrauen. Das hat nichts mit der Leistung des FCB zu tun. Wenn Gegner wie der HSV oder Ingolstadt nach München fahren, tun sie das bestimmt nicht mit breiter Brust.“

„Bulle“ Roth: „Das ist einfach Pech“

Franz „Bulle“ Roth.

Franz „Bulle“ Roth: „So häufig, wie wir in den vergangenen Spielen den Pfosten getroffen haben, ist das einfach Pech. Von schwindender Dominanz zu sprechen, ist ein absoluter Schmarrn! Man sollte die Mannschaft einfach in Ruhe spielen lassen. Es dauert bestimmt noch ein wenig, bis das System von Ancelotti perfekt funktioniert. Wir sind trotzdem Erster, obwohl es noch nicht zu 100 Prozent rund läuft. Die anderen Mannschaften sollen froh sein, dass nicht sofort alles klappt. Dann wären wir nämlich schon wieder uneinholbar vorne.“

Jürgen Kohler. 

Jürgen Kohler: „Ob die Dominanz bröckelt? Das kann man nach zehn Spieltagen doch noch nicht sagen! Der FC Bayern spielt anders, das ist deutlich zu sehen. Ob das in Sachen Liga-Dominanz gut oder schlecht ist, wird sich zeigen. Mit Guardiola hatte man einen Trainertypen, der ihnen jeden Spielzug vorgegeben hat. Carlo lässt der Mannschaft, wie in Italien üblich, viel mehr Freiheiten auf dem Platz. So müssen die Spieler eigene Entscheidungen während des Spiels treffen. Damit müssen sie jetzt erst klarkommen. Aber wichtig ist, was das Team im Frühjahr für Leistungen zeigt.“

Manuel Bonke

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