Und dann nimmt der Hummels den Hinterausgang …

BVB-Motor stottert -ausgerechnet vor dem Pokal-Finale

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Man kennt sich noch gut aus Dortmund: Mats Hummels, Mario Götze und Robert Lewandowski.

München - Der Dortmunder an sich ist bescheiden, weiß Michael Knippenkötter, CvD beim Soester Anzeiger und bis Ende 2015 FCB-Reporter bei der tz. Vor allem, weil es seit zwei Wochen im BVB-Motor stottert.

"Und, watt meinste?“ – „Watt weiß ich, Hauptsache Berlin, wa!?“ Der Dortmunder an sich ist bescheiden. Wenn ich derzeit mit einem Ohr in die verschiedenen Männerrunden reinlausche, höre ich immer nur die kindliche Vorfreude auf die Party­tour im Samba-ICE heraus, den Treffpunkt in der Hauptstadt, den Stehplatz am Marathontor im Olympiastadion oder zur Not einfach auf der Fanmeile im Messegelände Sommergarten. Wenn die Abschlussfahrten vom Sparclub Scharnhorst-Süd oder der Holzhoden vom Kegelclub Körde früher noch nach Malle gingen oder in die Schlagerhöllen von Norderney, gibt es mittlerweile nur noch Berlin. Einfach Berlin, Tag und Nacht. Nur dabei sein. Und weiter?

Die Sache ist nach wie vor klar: In München müssen sie Pokale holen, in Dortmund können sie. Wobei: Wäre schon nett, endlich wieder diesen Pott zu holen, und sei es nur für die Abschluss-Anschluss-Fahrt um den Borsigplatz. Und da kommt dann der Haken ins Spiel.

Der erste Ärger über den ­Abgang von Hummels ist in Dortmund verraucht, die ­Fragen bleiben.

Man muss kein Gastroenterologe sein, um zu spüren, dass der BVB-Fan zurzeit echtes Bauchgrummeln hat. Erst diese perfekte Saison, Sieg um Sieg, Rekordzweiter. Das waren diese Tage und Wochen, da wusstest du einfach, dat läuft. Selbst nach einem Rückstand oder dem 0:0 bis zur 89. hatte noch keiner nervös sein Pils verschüttet, irgendein Auba, Micki oder Shinji hat die Kugel noch reingedrückt. Und im Rückspiegel konnte man noch nebenbei verfolgen, wie sich die Schalker selbst zerstückeln wie sonst nur Tönnies seine Schweinehälften. Herrlich.

Und dann plötzlich zeigt sich die hässliche Fratze des Fußballs, also Kloppo. Das Ding gegen Liverpool hallte so richtig nach, immer noch. Und mitten in der Verdauungsphase nimmt der Kapitän den Hinterausgang. Mies. Ein Schock lässt sich ja mit einem Schnäpschen noch runterspülen. Aber zwei?

Bayern - Dortmund: So endeten die vergangenen Duelle

Auf der Südtribüne gab es zuletzt echte Lähmungserscheinungen. Man wollte ja, aber es ging nicht. Und auf dem Platz wollte man es nicht so recht wie zuvor. Die Spiele gegen Frankfurt (0:1) und Köln (2:2) waren genau das, was man lange nicht mehr kannte beim BVB. Da fehlte Feuer und Schwung, das hat ja selbst Tuchel erkannt und dabei erstmals so ausgedrückt, dass es auch jeder Fan verstanden hat. Das hat der ganzen Stimmung nicht gutgetan. Jetzt muss irgendeiner in den Keller gehen und diesen ominösen Hebel finden, den es gilt umzulegen. Außerdem muss Marco Reus endlich in einem großen Spiel 90 Minuten zeigen, dass er ein Großer ist (dabei ist ausgerechnet jetzt vor dem EM-Turnier erfahrungsgemäß seine Verletzungsgefahr am größten…).

Wie auch immer: Ein Pokalfinale Mitte März hätte dem Dortmunder dieses Jahr besser gefallen. Auch wenn es dann etwas kälter gewesen wäre unter dem Berliner Partyhimmel.

Michael Knippenkötter (CvD beim Soester Anzeiger) war bis Ende 2015 FCB-Reporter bei der tz.

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