Simeone gibt sich kampfeslustig

Atlético entschlossen: "Gehen in jeden Ball wie in den Tod"

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Pep Guardiola (links) und Atlético-Trainer Diego Simeone.

München - Diego Simeone hat in Spanien schon wieder Ärger, doch das zeigt nur eines: Der FC Bayern muss auch im Rückspiel gegen Atlético Madrid auf alles gefasst sein. Auch auf Mätzchen des Trainers.

War doch klar, dass es so kommen würde, oder? Einen Diego Simeone zu bändigen, das haben schon ganz andere versucht, wieso also sollte es den Funktionären gelingen? Ja, er hat am Samstag widerwillig Platz genommen auf der Tribüne, er hat sich wie befohlen das Spiel von Atlético Madrid gegen Rayo Vallecano (1:0) von höherer Warte aus angesehen - aber gleich den nächsten Ärger provoziert.

Zu seiner Mannschaft sollte Simeone keinen Kontakt aufnehmen dürfen. Das war die Strafe für seine angebliche Anstiftung zu jenem Ballwurf, mit dem ein Balljunge im Spiel zuvor gegen den FC Málaga einen Konter versucht hatte zu unterbinden. Und nun? Saß neben Simeone dessen Torwarttrainer, er trug ein Headset, ebenso der zur Halbzeit ausgewechselte Kapitän Gabi auf der Bank. Es ist nicht anzunehmen, dass sie Musik gehört haben.

Simeone ist jedes Mittel recht

Mit dem Rückspiel in der Champions League gegen den FC Bayern am Dienstagabend in München (20.45 Uhr/ZDF und Sky) haben die Vorfälle in der spanischen Liga nichts zu tun. Sie zeigen nur deutlich, worauf die Münchner sich einstellen müssen: Diego Simeone ist ganz offensichtlich jedes Mittel recht, um seiner Mannschaft zum Erfolg zu verhelfen. Von den weißen Linien um die Coaching-Zone lässt er sich dabei nicht aufhalten.

Simeone sieht ja schon ein bisschen so aus wie ein kleiner Ganove: In seinem dunklen Anzug, mit seinem Dreitagebart und den nach hinten gegelten Haaren gleicht der Argentinier einem Mafia-Boss aus einem Zwanziger-Jahre-Streifen. Doch die elegante Kleidung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er sich jederzeit die Finger schmutzig macht, wenn es denn sein muss und dem Erfolg dient.

Simeone: "Wenn ich Schlamm sehe, werfe ich mich hinein"

"Wenn ich Schlamm sehe, werfe ich mich hinein. Arbeit ist alles", lautet das Credo von Simeone, der schon in seiner aktiven Zeit keinem Disput aus dem Weg gegangen war. Kein Mätzchen ist ihm auch jetzt noch zu blöd. Es hat schon seinen Grund, warum Atlético den Ruf genießt, der undankbarste Gegner zu sein, den man sich vorstellen kann. Am Dienstagabend werden sie wieder kämpfen, mauern, grätschen, provozieren.

"Wir gehen in jeden Ball wie in den Tod, wie in ein Finale. Wir sind einfach eine Gruppe ehrlicher Arbeiter, da gibt es schlechtere Werte in der heutigen Gesellschaft", sagt Simeone über seine Mannschaft, die ihm offensichtlich bedingungslos folgt. "Nur mit dieser Einstellung ist es möglich für uns, gegen eine Mannschaft wie den FC Bayern zu bestehen", betont Saúl Níguez, Torschütze des Siegtreffers im Hinspiel.

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Und die "Matratzenmacher" haben es weit gebracht mit dieser Einstellung: 2012 Europa-League-Sieger, 2013 Pokalsieger, 2014 spanischer Meister und im Endspiel der Champions League (1:4 n.V. gegen den Erzrivalen Real). Und in dieser Saison: ist Atlético schon wieder auf Augenhöhe mit Real und FC Barcelona im Kampf um die Meisterschaft und hat im Viertelfinale der Champions League ja schon Titelverteidiger Barca ausgeschaltet.

Simeone kann aber nicht nur Mätzchen, er kann auch Trainer: Eine Schlacht, sagte er bereits vor dem Hinspiel gegen den FC Bayern in Madrid, gewinne nicht der mit den meisten Soldaten, sondern derjenige, der seine Soldaten besser einsetzt. In der vergangenen Woche war Simeone so gesehen eindeutig der bessere Stratege.

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SID

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