Probleme bei beiden Teams

CL-Auftakt zur Unzeit für Bayern und Schalke

Pep Guardiola
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Pep Guardiola plagen personelle Probleme.

München - Für Bayern München und Schalke 04 kommt der Auftakt zur Champions League zur Unzeit: Beide plagen sich mit personellen Problemen herum.

Die einen sind noch nicht in Form, die anderen schon in der Krise: Für Bayern München und Schalke 04 kommt der Auftakt zur Champions League zur Unzeit. Zwar glaubt der Sportvorstand Matthias Sammer, dass für seine Münchner der „Titel möglich ist“, allerdings beklagt der Rekordmeister vor dem Heimspiel gegen Manchester City (20.45 Uhr/ZDF und Sky) beinahe so viele Verletzte wie die Königsblauen, die auch ohne Weltmeister Benedikt Höwedes zum FC Chelsea flogen (Mittwoch, 20.45 Uhr/Sky).

Die Nachwirkungen der WM, zahlreiche Leistungsträger verletzt oder angeschlagen, von der Bestform trotz eines starken Xabi Alonso noch weit entfernt - der FC Bayern macht sich eher mit gemischten Gefühlen denn mit breiter Brust auf den langen Weg zum Finale am 6. Juni 2015 in Berlin. „Wir müssen die Vorrunde überstehen - das wird eine schwierige Aufgabe“, sagte Sammer.

Auch auf AS Rom und ZSKA Moskau wird der FC Bayern in der Gruppe E noch treffen, „ich weiß nicht“, sagte Sammer deshalb am Montagabend im Audi Sport Talk bei Sky, „ob es schon mal eine ausgeglichenere, bessere Gruppe gab.“ Ehrenpräsident Franz Beckenbauer sagt: „Das ist die schwerste Gruppe von allen“, um sie zu überstehen, „muss man die Heimspiele gewinnen“.

Aber Sammer signalisiert: Bangemachen gilt nicht! Er hält den Titel für möglich, „wir brauchen nicht darüber reden, dass die höchsten Ziele unsere Ansprüche sind“. Aber er warnt auch: „Wir können in den nächsten Wochen nur als Team erfolgreich sein, sonst haben wir keine Chance.“

Der FC Bayern, dem nach dem Ausfall von Holger Badstuber für die Innenverteidigung nur noch Jerome Boateng, Dante und der noch nicht fitte Mehdi Benatia zur Verfügung stehen, muss vor allem David Silva ausschalten. „Wenn wir ihn kontrollieren, dann kontrollieren wir Manchester City“, sagt dessen spanischer Landsmann Alonso.

Die Probleme der Bayern hätten die Schalker gerne. Als die Krisenkicker aus Gelsenkirchen am Dienstagmorgen den Flieger nach London bestiegen, fehlte nicht nur jegliche Vorfreude auf die Champions League, sondern auch Kapitän Höwedes. Trainer Jens Keller zählte in Gedanken die letzten Gesunden durch, und Horst Heldt sehnte schon die Rückreise herbei: „Augen zu und durch“, sagte der Sportvorstand.

Viele alte Bekannte! Bayerns CL-Gegner im Porträt

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Während die königsblaue Delegation nach London aufbrach, flog Höwedes nach München - zur Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Der Weltmeister hatte sich beim 1:4 in Gladbach einen Hüftbeugerteilriss der Sehne zugezogen. Das Ergebnis der Untersuchung: Höwedes muss nicht nur an der Stamford Bridge passen, sondern auch zumindest in den nächsten beiden Bundesligaspielen. Er ist bereits der fünfte verletzte Verteidiger. „Die Optionen schwinden immer mehr“, sagte Heldt, „aber wir werden uns nicht verpissen.“

Sportlich liegt der Bundesliga-Dritte der Vorsaison als Tabellen-16. am Boden, personell kriecht er auf dem Zahnfleisch, atmosphärisch ist trotz spätsommerlicher Temperaturen in London Eiszeit. Die Diskussion um Coach Keller ist nach dem kapitalen Fehlstart mit dem DFB-Pokal-Aus und nur einem Zähler aus drei Bundesligaspielen neu aufgeflammt.

Zwar betonte Klubboss Clemens Tönnies zum x-ten Mal: „Bei uns gibt es keine Diskussion um den Trainer.“ Doch die öffentliche Forderung von Torjäger Klaas-Jan Huntelaar nach einem „Plan“ gepaart mit dem planlosen Auftritt in Gladbach hat der Endlos-Debatte um den seit seinem Amtsantritt vor 21 Monaten umstrittenen Keller neue Nahrung gegeben.

Eine weitere klare Niederlage in London würde die Krise weiter verschärfen. Und eine Packung droht in der Tat an der Stamford Bridge. „Chelsea ist im Moment sicherlich nicht unsere Augenhöhe“, gab Keller zu, und Heldt ergänzte euphemistisch: „Es ist nicht der leichteste Gegner.“

Keller wäre aber schon froh, wenn er elf gesunde Spieler zusammenbekommt. Angeschlagen waren zuletzt auch Christian Fuchs und Dennis Aogo, die aber wenigstens ebenso in den Flieger stiegen wie Jan Kirchhoff.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen

Bayern München - Manchester City

München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Bernat - Alonso, Alaba - Müller, Götze, Ribery - Lewandowski. - Trainer: Guardiola.

Manchester City: Hart - Kolarow, Kompany, Demichelis, Clichy - Yaya Toure, Fernandinho - Nasri, Silva - Agüero, Dzeko. - Trainer: Cousillas (Pellegrini gesperrt)

Schiedsrichter: Alberto Undiano Mallenco (Spanien)

FC Chelsea - Schalke 04

Chelsea: Courtois - Ivanovic, Cahill, Terry, Azpilicueta - Fabregas, Matic - Schürrle, Oscar, Hazard - Diego Costa (Drogba). - Trainer: Mourinho

Schalke: Fährmann - Höger, Ayhan, Kirchhoff (Friedrich), Aogo - Neustädter, Boateng - Sam, Meyer (Choupo-Moting), Draxler - Huntelaar. - Trainer: Keller

Schiedsrichter: Ivan Bebek (Kroatien)

sid

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