Champions League

FC Bayern gewinnt Geisterspiel in Moskau

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Thomas Müller (Mitte) und Xherdan Shaqiri jubeln nach dem Abpfiff des Spiels FC Bayern gegen ZSKA Moskau.

Moskau - Der FC Bayern hat beim ZSKA Moskau seine Pflichtaufgabe in der Champions League erfüllt und im zweiten Spiel den zweiten Sieg eingefahren.

Bei ZSKA Moskau zeigten sich die Münchner weitgehend unbeeindruckt von den widrigen Umständen mit einem Bombenalarm im Hotel und der Geisterkulisse von 400 Augenzeugen und gewannen verdient, aber auch wenig überzeugend mit 1:0 (1:0). Den Treffer für den überlegenen deutschen Rekordmeister erzielte an einem äußerst gespenstischen Abend Thomas Müller (22. /Foulelfmeter).

„Wir hätten sicher das eine oder andere Tor mehr schießen können. Aber Moskau war bei Kontern immer gefährlich. Wir haben die drei Punkte, mehr gab es hier eh nicht zu holen“, sagte Matchwinner Müller nach dem Spiel bei Sky und bedauerte die Geisterkulisse: „Das war schon seltsam. Schließlich sind wir in einer Unterhaltungsbranche tätig.“

Durch den 100. Sieg seiner Champions-League-Geschichte geht der FC Bayern mit der Maximalausbeute von sechs Punkten in das schwere Auswärtsspiel bei AS Rom (21. Oktober). Bis dahin ist allerdings eine weitere Steigerung nötig. In der Abwehr leisteten sich die Münchner einige Nachlässigkeiten, die der russische Meister nicht entschlossen genug nutzte - oder Torhüter Manuel Neuer vereitelte. Darüber hinaus gingen die Bayern, die in Müller ihren größten Aktivposten hatten, oft etwas leichtfertig mit ihren Chancen um.

Guardiola bringt Benatia für Boateng

Guardiola hatte im Vergleich zum Sieg am Samstag beim 1. FC Köln (2:0) lediglich eine Änderung vorgenommen: Medhi Benatia spielte für Jerome Boateng, Schütze des Siegtreffers gegen Manchester City (1:0) zum Auftakt der Champions League. Der marokkanische Nationalspieler hatte gleich zu Beginn Mühe mit dem Nigerianer Ahmed Musa, der den Ball jedoch nicht aufs Tor von Neuer brachte (7. ). Die Schwierigkeiten von Benatia hielten danach an.

Der FC Bayern dominierte das Spiel und schnürte die Moskauer, die mit einer reichlich defensiven 5-4-1-Formation angetreten waren, in deren Hälfte fest. Im dichten Abwehrverbund taten sich auch bald einige Lücken auf, Mario Götze (9.) und Robben (11.) konnten diese aber nicht nutzen. Der Brasilianer Mario Fernandes tat den Gästen dann den Gefallen, Götze im Strafraum zu Fall zu bringen. Müller guckte Torhüter Igor Akinfejew aus und schoss wuchtig hoch in die Tormitte.

All dies wurde beobachtet von etwa 400 Anwesenden sowie etwa 50 Bayern-Fans in einem nahe gelegenen Hochhaus, die somit Zeugen eines seltenen Schauspiels wurden. Die Begegnung lief ab wie jedes andere Spiel der Königsklasse, mit dem Einlauf der Mannschaften, der Hymne oder dem Verlesen der Aufstellungen. Bizarr klang freilich diesmal die obligatorische Ansage des Stadionsprechers, die Zuschauer sollten bitte den Kampf der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gegen Rassismus unterstützen - und das Spiel genießen.

Schlachtrufe waren trotz der leeren Ränge zu hören - vor dem Stadion hatten sich ein paar Anhänger von ZSKA versammelt, die sich mit Gesängen bemerkbar machten. Sie verpassten ein paar gute Chancen zum Ausgleich, oft begünstigt durch den unsicher wirkenden Benatia. So musste Neuer gegen Musa retten, der dem Marokkaner davongelaufen war (37.). Nur wenig später streifte ein schön gezirkelter Schuss von Roman Jeremenko von der Strafraumgrenze das Lattenkreuz (40.).

Die Bayern dominierten Ball und Spiel, machten daraus aber zu wenig. In der Abwehr wirkten sie ab und an unkonzentriert - und vor dem Tor von ZSKA fehlte die letzte Konsequenz. Robben, Robert Lewandowksi und Götze hätten innerhalb weniger Sekunden (45.) noch vor der Pause die Führung ausbauen können, der sehr fleißige, aber unglücklich wirkende Lewandoski scheiterte dann bald nach Wiederanpfiff an Akinfejew (53.). Und Benatia sah Gelb für sein knüppelhartes Einsteigen gegen Musa.

Hätten Sie's bei allen gewusst? Prominente FC-Bayern-Fans

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dpa

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