Die Königlichen treffen auf FCB-Bezwinger Atlético

CL-Finale: Das kann Real von den Bayern lernen

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Reals Toni Kroos gegen Atleticos Antoine Griezmann – eines der wichtigen Duelle.

München - Am Samstag trifft Real Madrid im Champions League Finale auf den FC-Bayern-Bezwinger Atlético. Das können die Königlichen aus den Fehlern der Münchner lernen.

Es ist die Neuauflage des Champions-League-Finals von 2014 – zum zweiten Mal in drei Jahren gipfelt der Kampf um Europas Fußballthron im Madrider Stadtderby. Real gegen Atlético, Zidane gegen Simeone, Ronaldo gegen Griezmann. Die Liste der Duelle am Samstagabend ist lang, doch eines verbindet immer noch alle: Die Erinnerungen an das Endspiel von 2014. Bis zur Nachspielzeit sah Atlético wie der sichere Sieger aus, ehe Ramos die Königlichen in die Verlängerung rettete und Real schließlich mit 4:1 gewann.

Auch am Samstag erwartet die Zuschauer im Mailänder San Siro ein heißes Spiel – diesmal mit einem anderen Ausgang? Wie schwer die massive Abwehrmauer Atléticos zu durchbrechen ist, musste im Halbfinale schon der FC Bayern erfahren. Zwar gewannen die Münchner das Rückspiel mit 2:1, zogen nach der 0:1-Hinspielniederlage aber am Ende den Kürzeren. Droht Real das gleiche Schicksal? Oder gelingt es Zizou, die dicht gestaffelte Defensive der Rojiblancos zu knacken? Die tz zeigt, was Real von den Bayern lernen kann.

Auffällig ist, dass die Königlichen ihr Spiel nur selten aus der Innenverteidigung heraus aufbauen. „Stattdessen bewegen sich Kroos und Modric vor oder zwischen der Viererkette, um sich den Ball abzuholen und das Spiel zu gestalten. Diesen Moment nutzen die Außenverteidiger, um weit nach vorne zu schieben“, erklärt Alexander Schmalhofer, der Leiter des Fachbereichs Spiel- und Taktikanalyse des Instituts für Fußballmanagement. Gleichzeitig rücken die Flügelstürmer Ronaldo und Bale ins Halbfeld ein. „Hat Kroos beispielsweise halblinks den Ball, hat er nun mehrere Möglichkeiten“, zeigt Schmalhofer im Gespräch mit der tz auf. „Mit einer Spielverlagerung auf den aufgerückten, rechten Außenverteidiger kann er versuchen, das kompakte Atlético auseinanderzuziehen. Bleibt er in der ballnahen Seite, kann Kroos entweder den hohen Außenverteidiger anspielen oder mit einem vertikalen Pass den eingerückten Ronaldo suchen – je nachdem, wie sich Atléticos Außenspieler verhalten.“

Dennoch müssen die Königlichen in der Rückwärtsbewegung wachsam sein. Durch die nicht optimale Defensivarbeit der beiden Superstars in der Offensive, Bale und Ronaldo, bieten sich für Atlético Räume auf den Außen, da Reals Mittelfeld um Kroos meist nur das Zentrum abdeckt. „Damit bleibt der Raum auf Reals Flügeln oftmals frei – diesen kann Atlético vor allem über ihre starken Außenverteidiger nutzen. Gelingt es ihnen, dann Tempo aufzunehmen, kann es für Real gefährlich werden“, so der Experte des Ismaninger Instituts zur tz. Dass es für die Simeone-Elf aber in der Praxis gar nicht so einfach ist, weiß er auch: In zehn von zwölf CL-Partien blieb Real ohne Gegentreffer.

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