Trainer erklärt die Maßnahme

Ex-FC-Bayern-Profi Lell: Abschied aus der Kreisklasse

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Einer von vier Einsätzen im Trikot des TSV Weyarn: Christian Lell im Spiel gegen die SG Miesbach.

Weyarn – Ex-Bundesliga-Profi Christian Lell hat sein Engagament beim TSV Weyarn beendet. Seine beruflichen Verpflichtungen seien nicht mehr mit dem Trainingsaufwand in der Kreisklasse vereinbar, heißt es.

Es war dann doch nur ein kurzes Gastspiel. Vier Kreisklassen-Partien hat Christian Lell für den TSV Weyarn absolviert, dabei kam der ehemalige Bundesliga-Profi von Bayern München und Hertha BSC Berlin auf ein Tor. Nun ist Schluss: Der 31-Jährige beendet sein Engagement in Weyarn.

Im Sommer vergangenen Jahres schloss sich der Außenverteidiger überraschend dem Kreisklassisten an. „Ich will jetzt einfach nur kicken“, sagte Lell damals. Die Liga sei dabei zweitrangig, ihm gehe es darum, in der Nähe seiner Familie zu sein, die in Straßlach wohnt.

Nun seien aber die Anforderungen in seiner Firma, die im Immobilien- und Yacht-Bereich tätig ist, so gestiegen, dass Lell Fußball und Beruf nicht mehr vereinbaren könne, erklärt Weyarns Trainer Hans-Werner Grünwald. „Es wäre was anderes, wenn er in Weyarn oder Miesbach wohnen würde. Aber so hat er jedesmal noch eine dreiviertel Stunde Anfahrt.“

Natürlich hatten die Verantwortlichen des TSV Weyarn bei der Verpflichtung des Ex-Bundesliga-Profis andere Erwartungen. „Wir haben schon mit der ganzen Saison geplant“, sagt Grünwald. „Gerade jetzt in den entscheidenden Spielen hätten wir ihn brauchen können. Wir sind im Moment personell eh nicht so gut besetzt.“

Ein Ende von Lells Engagement habe sich aber bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet. „Er hatte eigentlich keine Rückrunden-Vorbereitung“, sagt Grünwald. Auch seine Teilnahme am Trainingslager Ende Februar sagte Lell kurzfristig ab. „Er kam dann noch einmal zum Training, und dann habe ich ihn gefragt, ob es überhaupt noch Sinn hat.“

Abteilungsleiter Thomas Spiesl ergänzt: „Ich kann nicht von den eigenen Spielern verlangen, dass sie die acht Wochen Vorbereitung durchziehen und sich dann auf die Bank setzten“, erklärt der 33-Jährige. „Dann spielt halt auch mal einer, der immer trainiert und nicht ein Christian Lell.“ Zumindest die Teilnahme an einer der beiden Übungseinheiten unter der Woche forderte Spiesl vom Ex-Profi. Für Lell sei dies derzeit aber nicht möglich.

Die Entscheidung bedauern die Verantwortlichen des TSV Weyarn. „Allein durch seine Erfahrung hätte er uns weitergeholfen“, sagt Grünwald. Aber der Trainer sieht die Sache pragmatisch: „Wir können jetzt deswegen nicht den Betrieb einstellen. Wir müssen schauen, dass wir auch ohne Christian Lell wieder in die Spur kommen.“

Dennoch war die Verpflichtung für den TSV ein Gewinn. „Die Spieler haben von ihm profitiert“, sagt Grünwald. „Die Motivation und auch die Beteiligung am Training waren höher.“ Spiesl führt noch einen weiteren Aspekt an. „Wir hatten noch nie so viel Aufmerksamkeit und Medien-Präsenz“, sagt der Abteilungsleiter. „Auch sportlich stehen wir besser da als in den vergangenen Jahr. Es war mit ihm einfach mehr Schwung in der Mannschaft.“ Dieser muss nun ohne den Ex-Profi zurückkommen. Der TSV ist im Aufstiegsrennen um einen Tabellenplatz auf Rang vier zurückgefallen.

Christian Lell war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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