"Eine Visitenkarte, und zwar eine richtige!"

CL-Auslosung: Bayern-Frauen wollen sich einen Namen machen

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Hohe Ziele in Europa: Trainer Wörle will mit den BayernFrauen in der Champions League weit kommen.

FC Bayern München (Frauen) – Im vergangenen Jahr wussten sie eigentlich gar nicht so richtig, wie ihnen geschah. Das Frauen-Team des FC Bayern war mit großen Ambitionen in die Champions League gestartet, dann hatte es das Erstrundenlos mit Twente Enschede in sich.

Und plötzlich waren sie nach den zwei K.o.-Spielen schon draußen. Und das noch dazu, ohne überhaupt eine Partie verloren zu haben. Das Aus kam bei zwei Remis wegen der Auswärtstorregel zustande.

Es war Neuland, sagt Trainer Thomas Wörle: Flutlichtspiele, internationale Härte, K.o.-Runden-Druck. Natürlich soll es 2016/17 besser laufen, man will sich schließlich auch in der Frauen-Sparte einen Namen machen. „Wir wollen eine Visitenkarte abgeben, und zwar eine richtige“, sagt Wörle nun. Auch mit Blick auf die Champions League hat der Meister heuer den Transfermarkt sondiert. Und an Erfahrung zugelegt.

Simone Laudehr und Verena Faißt haben die Königsklasse bereits gewonnen, Stefanie van der Gragt holte man aus Enschede. Von dem Trio verspricht man sich, dass es in engen Momenten das Kommando übernehmen kann. „Vor allem Simone Laudehr ist ja bekannt dafür, dass sie dieses Unbedingt-Gewinnen-Wollen verkörpert“, so Wörle, „aber auch die anderen zwei stehen für Erfahrung und Abgezocktheit – Merkmale, die man nicht einfach von heute auf morgen anknipsen kann.“

In der Bundesliga schaffte es das Bayern-Team im letzten Jahr bereits, das eine oder andere Spiel auch auf Messers Schneide erfolgreich zu gestalten. Auf internationalem Parkett muss man sich das erst erarbeiten. Die Neuzugänge sollen bei dem Prozess vorangehen. „Wir wollen unsere Mentalität weiterentwickeln“, umschreibt Wörle die nächste Evolutionsstufe seiner Mannschaft.

Heute wird die erste Runde der Champions League ausgelost, und anders als bei den Männern startet es gleich mit Hin- und Rückspiel im K.o.-Modus. Zu den möglichen Gegnern in Runde eins der Münchnerinnen zählen namhafte Klubs wie der FC Chelsea und Manchester City – und erneut Twente Enschede.

Es gibt von Wörle keine klare Vorgabe, wie weit es diese Saison gehen soll, doch Managerin Karin Danner hatte schon im letzten Jahr das Halbfinale als Minimalziel im Kopf. „Die Champions League wird aber immer schwerer, das Niveau steigt stetig“, bremst der Coach hingegen. Das Gleiche trifft jedoch freilich auch auf seine Bayern zu.

Sie lernen dazu, sie kaufen dazu. Stefanie van der Gragt ist die passende Personalie zu dieser Entwicklung. Wörle beschreibt die 24-jährige Niederländerin als „zweikampf- und kopfballstark, sie ist ein richtig guter Typ und wird uns im Abwehrzentrum noch mehr Stabilität verleihen. Bei Spielen, in denen es drauf ankommt, ist sie zur Stelle.“ Das haben die Münchnerinnen letztes Jahr gegen Twente ja leidvoll erfahren müssen.

Text: Andreas Werner

Quelle: fussball-vorort.de

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