Seine siebte Saison als Bayern-Profi

Stagnation? Alaba: "Das sehe ich anders"

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Gegen Inter Mailand trug David Alaba (l.) zeitweise die Kapitänsbinde. 

München - Seit sieben Jahren ist David Alaba mittlerweile Bestandteil des Profi-Teams des FC Bayern. Seine Rolle als Super-Talent ist Vergangenheit. Die Erwartungen an den 24-Jährigen sind gestiegen.

Seit 2010 ist David Alaba Profi beim FC Bayern. Am 6. März 2010 gab er im Alter von nur 17 Jahren sein Bundesliga-Debüt unter dem damaligen Trainer Louis van Gaal beim 1:1 in Köln. Bereits am 10. Februar durfte er eine halbe Stunde im DFB-Pokal gegen Greuther Fürth ran. Es folgten sogleich drei Einsätze über 90 Minuten in der Champions League gegen Florenz, dann wieder in der Liga gegen Freiburg und Frankfurt, wo Alaba kurz vor Schluss an beiden Gegentoren maßgeblich beteiligt war und in der restlichen Saison wieder in die zweite Mannschaft degradiert wurde. 

Nach nur 22 Einsatzminuten in der Hinrunde der Spielzeit 2010/11 wurde der Österreicher in der Rückrunde zur TSG Hoffenheim ausgeliehen. Nachdem er sich dort mit guten Leistungen empfahl war Alaba ab der nächsten Saison Stammspieler und viel damals schon durch seine Flexibiltät auf. Einsätze auf der linken Verteidigerposition, im zentralen Mittelfeld sowie auf beiden offensiven Außenbahnen standen am Ende zu Buche. 

David Alaba: Der Alleskönner beim FC Bayern

Unter Pep Guardiola zeigte der heute 24-Jährige, dass er sogar noch eine Position bekleiden kann. Nach den vielen Verletzungen auf der Innenverteidiger-Position, schulte der Katalane Alaba einfach zum zentralen Verteidiger um - mit Erfolg. 28 Partien bestritt der österreichische Nationalspieler im Abwehrzentrum, nur drei Partien gingen dabei verloren, darunter aber auch das entscheidende 0:1 im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals bei Atletico Madrid. 

Auch größere Verletzungen, wie ein Ermüdungsbruch 2012 oder gleich zwei Innenbandrisse im Knie in der Saison 2014/15, warfen den gebürtigen Wiener nicht zurück. Im Gegenteil. Alaba entwickelte sich mehr und mehr zu einem der besten Linksverteidger der Welt, der aus der Stammelf der Münchner nicht mehr wegzudenken war. Dies zeigte auch sein Marktwert, der seit 2012 kontinuierlich in die Höhe schoss. Waren es kurz nach seiner Ausleihe nach Hoffenheim noch 8,5 Millionen Euro, kletterte sein Wert in nur dreieinhalb Jahren auf 38 Millionen. Seit Oktober 2015 erreichte seine Marktwertkurve seinen Höhepunkt: 45 Millionen Euro ist Alaba laut transfermarkt.de wert. Das macht ihn, zusammen mit Teamkollege Jerome Boateng zum wertvollsten Abwehrspieler der Welt - noch vor Superstars wie Sergio Ramos und Gerad Piqué.  

So lange laufen die Verträge der Bayern-Stars

"Ich habe ein anderes Standing als früher"

Mit seinem Wert wuchs auch der Anspruch des Trainers, der Vereinsbosse und der Fans an Alaba. In der abgelaufenen Spielzeit zeigte der 24-Jährige phasenweise gute Leistungen, laut Notenschnitt (2,91) war die Rückrunde sogar seine beste Halbserie der Karriere.

Doch vor allem nach seiner Vertragsverlängerung wuchs die Kritik an den Leistungen Alabas. Kritiker sprachen sogar von "Stagnation". Gegenüber dieser Kritik sagte der Österreicher dem Kicker: "Das sehe ich anders. Ich habe sicherlich auch letzte Saison einen Schritt nach vorne gemacht. Ich konnte mich als Person und sicherlich auch als Spieler weiterentwickeln und dazulernen". Nach den schwachen Auftritten in der Vorschlussrunde der Champions League bestätigte auch Alaba selbst, dass er nun anders wahrgenommen wird als früher: "Ich habe in der Mannschaft inzwischen ein anderes Standing". Gegen Inter Mailand trug er zeitweise sogar die Kapitänsbinde. 

Nach der langen Saison 15/16, die Alaba bereits mit seinem fünften Meistertitel und dem vierten DFB-Pokalsieg abschloss, ging es mit der österreichischen Nationalmannschaft zur EM nach Frankreich. Auch dort waren die Spuren dieser langen Spielzeit ersichtlich. "Für mich war es das erste Mal, nach so einer langen Saison noch ein Turnier zu spielen. Nach der EM habe ich festgestellt, dass die Kräfte zu Ende gegangen sind." Auch der Druck aus dem Heimatland lastete vor allem auf den Schultern des Bayern-Stars. Nach dem enttäuschenden Ausscheiden in der Vorrunde, machte man auch Alaba für die schwachen Leistungen verantwortlich. Die heftige Kritik steckte der 24-Jährige jedoch weg. 

Alaba zeigt in den USA seine Frühform

Auf der USA-Reise der Roten greift der Sohn eines Nigerianers und einer Philppina nun wieder an. Mit seinem guten Kumpel Franck Ribéry belebt er die linke Seite des FC Bayern. Bei den Testspielen gegen Landshut und die beiden Mailänder Vereine AC und Inter zeigte der Österreicher bärenstarke Leistungen und zeigte seine tolle Frühform. Zwar betont der 24-Jährige immer wieder auch gerne im Mitteldeld zu spielen, Carlo Ancelotti setzt Alaba jedoch vorwiegend auf seiner Stammposition hinten links ein. "Der Trainer weiß, dass ich gerne im Mittelfeld spiele, aber er weiß auch, dass ich mit Ribéry eine sehr gute linke Seite bilden kann." Dass er mit dem Franzosen prima harmoniert, hat der 24-Jährige ja bereits in der Vergangenheit mehrmals bewiesen.

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tor

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