Der erste Teil des großen Interviews

Dejan Janjatovic: "Mein Tor gegen Spartak Moskau war ein geiles Erlebnis"

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Dejan Janjatovic bei seinem Jubel zum 4:2-Endstand gegen Spartak Moskau.

Dejan Janjatvoic ist 24 Jahre alt und spielt beim FC Vaduz in der Schweizer Super League. Sein Fußball-Handwerk lernte er in der Jugend des FC Bayern München. Vorort-Mitarbeiter Simon Nutzinger hat sich mit dem Mittelfeldspieler unterhalten.

Heute seht ihr den ersten Teil des Interviews. Morgen folgt der andere. 

Servus Dejan! Dein Freund Liridon Krasniqi hat bei uns im Interview gesagt, dass du der einzige Fußballer warst, den er zu seiner Jugendzeit gut fand. Ein berechtigtes Lob?

Ich möchte mich nur sehr ungerne selbst beurteilen. Das war noch nie meine Art. Aber wenn Liridon das sagt, wird schon etwas wahres dran sein. (lacht) Nein, Spaß beiseite. Aber so etwas von ihm zu hören, ist natürlich schön.

Während deiner Zeit in der Nachwuchsabteilung des FC Bayern hast du mit einigen Spielern zusammengespielt, die mittlerweile zu Stars gereift sind. Mit welchem alten Weggefährten hast du heute noch Kontakt?

Mit Emre Can stehe ich noch ab und an in Kontakt. Wir schreiben uns immer mal wieder und erkundigen uns, wie es dem anderen so geht. Auch mit David Alaba rede ich sehr gerne über alte Zeiten, wenn wir uns zufällig einmal in München treffen. Aber sonst ist da nicht mehr viel übrig. Die meisten haben ja auch gar keine Zeit mehr mit dem vielen Training und den Werbeterminen.

Welche Erinnerungen hast du noch an deine Jahre beim Rekordmeister? Was denkst du über rückblickend über diese Zeit?

Jeder weiß, dass der FC Bayern einer der besten Vereine der Welt ist. Vielleicht sogar der beste überhaupt. Da ist es natürlich eine große Sache für so einen Klub aufzulaufen. Und ich hatte auch wirklich schöne Jahre dort mit vielen tollen Erlebnissen. Besonders meine Trainer Kurt Niedermayer, Heiko Vogel, Sebastian Dremmler und Stephan Beckenbauer, der leider viel zu früh gestorben ist, waren sehr wichtig für mich und meinen Werdegang. Man kann wirklich sagen, dass mich der Verein uns seine Mitarbeiter geprägt haben.

Im Juli 2011 hast du München jedoch verlassen und bist zum FC Getafe nach Spanien gewechselt. Was waren die Gründe für deinen Abgang?

Das hatte sehr viel mit meinem damaligen Manager zu tun. Er wollte unbedingt einen Transfer erzwingen, damit er selbst etwas verdient. Mein Fehler war, dass ich ihm zu sehr vertraut habe. Das hätte ich nicht tun sollen. Beim FC Bayern hatten mir die Verantwortlichen einen Amateurvertrag angeboten. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Ich sehe das alles inzwischen ein Stück weit als Schicksal. Heute habe ich zum Beispiel einen kleinen Sohn. Wer weiß schon, ob er auch da wäre, wenn ich vor fünf Jahren in München geblieben wäre.

Welche Erfahrungen hast du als 19-Jähriger in Spanien gemacht? Wie war es für dich, fernab der Heimat zu leben?

Das war für mich zunächst nicht einfach. Ich konnte die Sprache nicht und war zum ersten Mal für so lange Zeit von zu Hause weg. Aber jetzt kann ich sagen, dass mich diese Zeit nur stärker gemacht hat. In diesem Alter in einem fremden Land auf eigenen Beinen zu stehen – dadurch bin ich deutlich reifer geworden.

Deine sportliche Laufbahn geriet allerdings etwas ins Stocken. Von Getafe ging es weiter in die Schweiz zum FC St. Gallen. Dort spieltest du zunächst nur in der zweiten Mannschaft. Hast du zwischendurch gezweifelt, ob es mit deiner Profi-Karriere noch etwas wird?

Du hast natürlich Recht. Das habe ich mir damals schon anders vorgestellt. Aber an meinem Werdegang habe ich nie gezweifelt. Klar, man ist auch einmal frustriert, wenn es nicht so läuft. Aber so ist der Fußball. Es ist ein einziges Auf und Ab. Doch ich bin immer dran geblieben und am Ende zahlt sich diese Geduld auch aus.

So ist es. Denn ab der Spielzeit 2012/2013 lief es für dich richtig gut. Du wurdest zum Stammspieler und hast mit dem FC St. Gallen sogar in der Europa League gespielt. Welcher Höhepunkt bleibt für dich hängen?

Das Spiel in Valencia! Zwar haben wir dort eine 1:5-Klatsche kassiert, aber die Stimmung und die gesamte Atmosphäre im Mestalla-Stadion war einfach gigantisch. Von so etwas träumt man als kleiner Junge. Außerdem werde ich die Playoff-Spiele gegen Spartak Moskau nie vergessen. Nach einem Unentschieden zuhause haben wir in Russland mit 4:2 gewonnen und sind in die Gruppenphase eingezogen. Ich habe dort sogar den Treffer zum Endstand erzielt. Das war schon ein geiles Erlebnis.

Morgen folgt der zweite Teil des Interviews

Quelle: fussball-vorort.de

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