DFB-Pokal-Finale

Schon wieder: Robben wird zum BVB-Horror

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Arjen Robben hat das 1:0 für den FC Bayern gegen Borussia Dortmund in der Nachspielzeit des DFB-Pokals geschossen.

Berlin - Und schon wieder Arjen Robben: Dank des Niederländers hat Bayern München im DFB-Pokal-Finale das zehnte Double der Vereinsgeschichte und damit einen glänzenden Saisonabschluss gefeiert.

Im DFB-Pokalfinale gegen Dauerrivale Borussia Dortmund erzielte Robben in der 107. Minute den Führungstreffer beim 2: 0-Erfolg der Bayern nach Verlängerung. Thomas Müller beseitigte alle Zweifel (120.+3).

Schon beim 2:1-Triumph der Münchner im Champions-League-Endspiel 2013 gegen den BVB hatte Robben das Siegtor erzielt. Der 30-Jährige ist damit zudem der erste Spieler in der Geschichte des DFB-Pokals, der in drei verschiedenen Endspielen ein Tor erzielte.

Der BVB musste im Berliner Olympiastadion nach Platz zwei in der Bundesliga erneut den Bayern den Vortritt lassen. Dem zu den Bayern wechselnden Torjäger Robert Lewandowski blieb ein Titel zum Abschied verwehrt.

„Im letzten Jahr drei Titel, in diesem Jahr zwei. Wir schreiben weiterhin Geschichte“, sagte Javi Martinez bei Sky. Franck Ribery ergänzte bei der ARD: „In der letzten Zeit standen wir etwas unter Druck. Es war eine schwere Zeit, aber wir haben immer zusammengehalten und immer den Kopf oben gehalten. Dass wir vor diesen Fans heute gewinnen, ist Wahnsinn.“

Für den Titelverteidiger, der zum dritten Mal nacheinander im Endspiel stand, wurde die Saison dagegen endgültig zu einer guten. Trainer Pep Guardiola hat in seiner ersten Spielzeit in Deutschland bis auf die Champions League und den nationalen Supercup alle möglichen Titel gewonnen.

Bilder des DFB-Pokal-Finales

Bilder des DFB-Pokal-Finales

Die meist diskutierte Szene des Spiels gab es in der 64. Minute, als ein Kopfball des Dortmunders Mats Hummels wohl hinter der Linie landete, Schiedsrichter Florian Meyer aber weiterlaufen ließ. Hummels hatte allerdings zuvor auch im Abseits gestanden. Bei den Bayern schied Kapitän Philipp Lahm nach einer halben Stunde wegen eines Schlags aufs Wadenbein aus. Seine WM-Teilnahme ist aber offenbar nicht gefährdet.

Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw überraschten die Bayern mit einer neuen taktischen Variante. Nach dem Ausfall von Linksverteidiger David Alaba, der wegen eines Muskelfaserrisses in der Hüftmuskulatur nicht auflaufen konnte, setzte Guardiola auf eine defensive Dreierkette mit Jerome Boateng, Javi Martinez und Dante.

Der BVB kam vor 76.197 Zuschauern mit diesem Schachzug zunächst nicht zurecht. Die Bayern gaben im Duell der Dauerrivalen, das in 189 Ländern übertragen wurde, gleich den Ton an und hätten auch schnell in Führung gehen können. Müller (4.) traf jedoch mit einem Schuss aus halbrechter Position den Dortmunder Torhüter Weidenfeller am Kopf.

Die zahlreichen prominenten Ausfälle hemmten den Titelverteidiger keineswegs. Neben Alaba waren auch die verletzten Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger und Thiago sowie Angreifer Mario Mandzukic nicht dabei, auf den Guardiola allerdings freiwillig verzichtet hatte. Franck Ribery saß nach seinen Rückenproblemen zunächst erwartungsgemäß auf der Bank, wurde aber früher als gedacht als Lahm-Ersatz gebraucht.

Bayern plötzlich wieder überzeugend

In einer intensiven und temporeichen Begegnung agierten die Bayern zunächst, als hätte es die dürftigen letzten Wochen und das 0:3 in der Bundesliga Mitte April nicht gegeben. Guardiolas Elf gestattete dem BVB wenig Raum zur Entfaltung und übte bei Ballverlust sofort Druck aus. Die bekannten überfallartigen Gegenstöße der Elf von Jürgen Klopp waren erst einmal nicht zu beobachten.

Klopp, der die erwartete Startelf mit der „Doppelsechs“ Milos Jojic und Nuri Sahin gebracht hatte, sah dennoch gefährliche Ansätze seines Team. Nach einer Viertelstunde fand der BVB besser seinen Rhythmus, es fehlte aber der entscheidende letzte Pass. Kurz vor der Pause verfehlte erst Höjbjerg (44.) für die Bayern und danach Lewandowski (45.) für den BVB.

Auch im zweiten Durchgang erwischte Guardiolas Elf den besseren Start und erarbeitete sich die erste verheißungsvolle Szene. In der 57. Minute brach Ribery links durch, passte auf Müller, doch dessen Direktabnahme parierte Weidenfeller. Weiterhin versuchten die Bayern über viel Bewegung in der Offensive Lücken zu reißen, doch der BVB stemmte sich ebenso nach Kräften dagegen und gestaltete die Partie immer ausgeglichener.

In der 72. Minute musste der später leicht an der Schulter verletzte Manuel Neuer gegen einen 25-Meter-Schuss des eingewechselten Oliver Kirch sein Können aufbieten. Auf der anderen Seite rettete Weidenfeller in der 75. Minute gegen Robben, der am Ende doch noch traf. Die größte Chance zum Ausgleich hatte Reus in der 120. Minute, doch seinen Schuss lenkte Boateng zur Ecke.

Beim FC Bayern waren der umsichtige Martinez und Robben die auffälligsten Spieler. Hummels und Reus ragten bei Dortmund heraus.

Von Ruben Stark und Günter Bork

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