Pokalfinale BVB - FCB

Klopp neckt Pep - Unruhe bei den Bayern

Jürgen Klopp Pep Guardiola
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Jürgen Klopp gegen Pep Guardiola: Wer knackt den Code des anderen jeweils besser?

Berlin - Vor dem Pokalfinale könnten die Voraussetzungen bei Dortmund und dem FC Bayern nicht unterschiedlicher sein. Jürgen Klopp nimmt es mit Humor und neckt Guardiola.

Das Olympiastadion wird brodeln, doch die Bayern-Stars Bastian Schweinsteiger und Mario Mandzukic scheiden als Hauptdarsteller für das heiße Saisonfinale aus. Schon 30 Stunden vor dem Anstoß des DFB-Pokalfinales zwischen Titelverteidiger Bayern München und Dauerrivale Borussia Dortmund ertönte der Abpfiff für das Duo. Schweinsteiger fällt für den deutschen Clásico verletzt aus, Mandzukic dagegen wurde von Trainer Pep Guardiola aus dem Kader verbannt - damit sorgte der Spanier für einen echten Paukenschlag am Freitag in Berlin.

BVB-Coach Jürgen Klopp hatte dagegen nach einem turbulenten Flug in die Hauptstadt für alle BVB-Fans die ersehnte Nachricht für das 71. DFB-Pokalfinale im Berliner Olympiastadion parat: Robert Lewandowski kann trotz einer Blessur am rechten Schussbein in seinem letzten Spiel für Schwarz-Gelb versuchen, seinen künftigen Arbeitgeber nochmals zu ärgern: „Wir waren sehr vorsichtig bei ihm. Er wird auflaufen können“, berichtete Klopp.

„Basti ist verletzt“, lautete dagegen Guardiolas Bulletin beim Patienten Schweinsteiger. Der Nationalspieler kann nur als Zuschauer hoffen, mit dem siebten Pokalsieg zum alleinigen Rekordgewinner aufzusteigen. Seine Probleme an der Patellasehne des linken Knies bringen auch seine WM-Teilnahme in Gefahr.

Bei Mandzukic dagegen ist eine kleinere Blessur nicht der Grund dafür, dass der spanische Starcoach Härte demonstrierte und den kroatischen Stürmer aus seinem 18-Mann-Kader strich: „Er ist sehr stark, er könnte spielen. Das ist meine Entscheidung“, erklärte Guardiola kühl. Ob Mandzukic noch einmal für Bayern spielt?

Klopp: Bayern hat auch bei Niederlage eine gute Saison

Mit den Nettigkeiten beim verbalen Vorspiel der Trainer und Kapitäne bei der DFB-Pressekonferenz im Bauch der Berliner Arena wird es am Samstagabend (20.00 Uhr/Bei unserem Partnerportal tz.de können Sie das Spiel im Live-Ticker verfolgen) auch vorbei sein. Zusammen posierten die Borussen Klopp und Sebastian Kehl in feinen schwarzen Anzügen sowie Guardiola und Bayern-Anführer Philipp Lahm in ihren roten Trainingsanzügen für Fotos mit dem goldenen „Pott“, um den sie mit Leidenschaft kämpfen wollen.

„Dieses Finale ist für mich das größte Finale“, verkündete Klopp, der listig seinen Kontrahenten Guardiola darin bestärkte, dass die Bayern auch als Verlierer noch „eine gute Saison“ gespielt hätten. „Pep, aus meiner Sicht, deutscher Meister zu werden reicht! Lass dir nichts einreden.“

Kein zehntes Double im Jahr nach dem historischen Triple? Die Bayern würden bei einer Niederlage nur 18 Tage nach dem schweren Champions-League-K.o. gegen Real Madrid mit quälenden internen und externen Debatten in die lange Sommerpause gehen. „Was letztes Jahr passiert ist, war eine Katastrophe“, bemerkte Guardiola zur Erwartungshaltung nach dem Münchner Triumphzug unter seinem Vorgänger Jupp Heynckes 2013.

Lahm: Werden nicht zurückstecken

74 907 überwiegend in Schwarz-Gelb und Rot gekleidete Stadionbesucher sowie Millionen Fußballfans in 189 Ländern, in die Fernsehbilder ausgestrahlt werden, erwarten ein hochemotionales Kräftemessen „der besten Mannschaften in Deutschland“ (Lahm). Nach einer Verlängerung könnte sogar ein Elfmeterkrimi entscheiden. „Es wird nicht unentschieden ausgehen“, witzelte Klopp bei der abschließenden Frage nach seinem Spieltipp.

Es ist das dritte große Finale in Serie zwischen den Rivalen. Verbal anheizen musste es am Ende der Vorbereitung keiner mehr. „Ich bin kein Freund von Kampfgesängen, das Spiel wird auf dem Platz ausgetragen“, sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Es ist auch ohne Schweinsteiger immer noch eine Leistungsschau mit allein zwölf deutschen WM-Kandidaten. „Es gibt kein Zurückstecken“, kündigte Nationalmannschaftskapitän Lahm an.

2012 demütigte der BVB - angeführt vom dreifachen Torschützen Lewandowski - die Bayern mit 5:2 und krönte mit dem Pokalsieg seine Double-Saison. Diese Bilder haben sich BVB-Kapitän Kehl und Co. in dieser Woche immer wieder „mit Gänsehaut“ angeschaut. „Wir haben enorme Lust auf dieses Spiel“, sagte Kehl. 2013 schlugen die Münchner im Champions-League-Finale zurück, Arjen Robben war der Held beim 2:1-Sieg im historischen Wembley-Finale.

Jetzt folgt der dritte Akt - und allein zum Gewinnen sind beide Teams und ihre Trainer nach Berlin gekommen. „Vom allerersten Tag der Saisonvorbereitung hatten wir dieses Ziel formuliert“, verriet Klopp. Auch Lahm versicherte: „Wir sind wieder in guter Form und alle sehr fokussiert.“ Er stellte sich in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag) demonstrativ hinter Guardiola („Dieser Mann ist top-top-top“) und dessen auf Ballbesitz angelegte Spielphilosophie. Und trotzdem verblüffte der Kapitän bei der Frage nach der Favoritenrolle, die er sonst immer für den Rekordchampion reklamiert, der nach dem 24. Meistertitel auch seinen 17. Pokalsieg feiern möchte: „Favoritenrolle? Ich weiß nicht“, meinte Lahm.

Die Dortmunder gehen „auf Augenhöhe“ in das Finale, wie Kapitän Kehl betonte. Sie versuchten, Lockerheit auszustrahlen. „Wir können unser Ding durchziehen und Spaß haben“, sagte Kevin Großkreutz, der wohl vorne links agieren wird. Zu wissen, dass bei den Bayern Schweinsteiger und Mandzukic fehlen und Franck Ribéry nach Rückenproblemen zunächst auf der Bank sitzen dürfte, bezeichnete Klopp als nicht hinderlich für seine Spielvorbereitung: „Aber wenn Müller, Götze und Robben die Offensive besetzen - puh!“, stöhnte der Borussen-Coach: „Einen Vorteil kann ich da nicht erkennen.“

Lewandowski, Reus, Götze, Robben, Müller - die Liste der möglichen Helden für den großen Endspiel-Abend umfasst viele prominente Namen. „Auf dieses Spiel kann sich jeder freuen“, sagte Lahm. Auch bei Guardiola kribbelt es vor seiner Premiere in der deutschen Pokal-Kultstätte: „Ich bin neu hier. Die Stimmung wird überragend sein. Wir sind bereit!“

dpa

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