Dortmund verschläft die Wiesn-Chance

Kommentar: Prosit der Gemütlichkeit

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Trost für seine Jungs:  Dortmunds Trainer Tuchel (M.) nach der Niederlage mit Dembele und  Aubameyang.

Borussia Dortmund hat die Chance vertan, den FC Bayern zur Wiesn-Zeit unter Druck zu setzen. Die Niederlage gegen Leverkusen schmerzt - das muss sie auch! Ein Merkur-Kommentar.

Die Wiesn, das hört man jetzt seit Jahren, ist ja eigentlich die Zeit, in der der FC Bayern nicht zu schlagen ist. Ganze 22 Heimpartien wird dieses Spielchen nun schon gespielt, bei dem die Gegner anreisen und sich im Anschluss höchstens für eine Frust-Mass auf das Oktoberfest begeben dürfen. Am allerschlimmsten hat es im Vorjahr den VfL Wolfsburg erwischt, der fünf Treffer von Robert Lewandowski schlucken musste. Das ist in etwa so, wie wenn man beim Dosenwerfen drei Mal daneben langt und der Nebenmann den ganzen Turm abräumt. Frustrierend.

Die gute Nachricht vorab: Die Super-Wiesn-Bilanz wurde auch beim 1:1 gegen Köln ausgebaut – denn es geht ja nur darum, nicht zu verlieren. Aber es wäre immerhin beinahe dazu gekommen, dass die Bayern heuer mit einem heftigen Kater aus der eigentlich schönsten Zeit des Jahres gegangen wären. Dafür hätte zum einen der Kölner Simon Zoller sorgen können, wenn er den Ball in den Schlussminuten im und nicht neben dem Tor versenkt hätte. Die bessere Gelegenheit aber hatte Borussia Dortmund.

Ein Sieg des einzig ernstzunehmenden Konkurrenten hätte den Rekordmeister deutlich mehr geärgert als jede schlecht eingeschenkte Mass. Dass der Verfolger aber versagt, wenn sich die beste Gelegenheit bietet, wirkt nun wie ein richtig frisches Hendl. Es bietet nicht nur eine gute Grundlage, sondern mindert auch den Schmerz am nächsten Morgen gewaltig. Brumm-Schädel? Höchstens ein paar Stunden.

Für die kommenden Wochen gilt nun an der Tabellenspitze: Ein Prosit der Gemütlichkeit! Das freut den Rekordmeister, es ärgert aber alle, die am Samstagnachmittag für ein paar Stunden wirklich daran geglaubt haben, dass der BVB die Liga ein bisschen spannend hält. Nun erinnert man sich schon an die vergangene Saison: Nach dem sechsten Spieltag waren es da erst zwei Punkte Rückstand (heuer vier), am siebten vier, am achten – nach dem direkten Duell – sieben. Damit war die Haxn verputzt.

Vier Spiele stehen noch an, ehe die Bayern in Dortmund gastieren. Ans Oktoberfest wird dann, Mitte November, keiner mehr denken – außer der BVB. Denn diese Gelegenheit, die er da am dritten Wiesn-Samstag hat liegen lassen, wird schmerzlich nachwirken. Das muss sie auch! Nur so kann man lernen, dass „Hau den Lukas“ keinen Spaß macht, wenn man die oberste Stufe immer nur touchiert. Die Sirene muss angehen, damit die Leute aufhorchen.

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