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Pro und Contra: Passt Costa überhaupt zum FC Bayern?

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Douglas Costa steht wohl vor einem Wechsel zum FC Bayern München.

München - Der Transfer von Douglas Costa zum FC Bayern München scheint so gut wie in trockenen Tüchern. Doch was spricht für einen Transfer des Brasilianers und was dagegen?

Große Zweifel am Transfer von Douglas Costa zum FC Bayern München hegt wohl kaum jemand mehr, nachdem sein Noch-Trainer Mircea Lucescu von Schachtjor Donezk den Wechsel bereits bestätigt hatte. Den Bayern soll der Brasilianer, der mit der Selecao am Samstagabend gegen Paraguay im Viertelfinale der Copa America ausgeschieden war, 35 Millionen Euro wert sein. Nach Kicker-Informationen liegt die im Raum stehende Ablösesumme sogar "nur" bei rund 28 Millionen Euro.

Nach dem Ausscheiden bekräftigte Douglas Costa im Gespräch mit Sport Bild Plus sein Interesse an einem Wechsel zum FC Bayern ("Wer würde nicht gerne bei Bayern spielen"), stellte jedoch auch klar, dass es bisher noch zu keiner Übereinkunft zwischen den Vereinen gekommen sei. Aktuell könnte es zwischen dem Rekordmeister und Donezk noch um die genaue Höhe der Ablösesumme gehen.

Doch würde ein Transfer des Brasilianers Douglas Costa zum FC Bayern München überhaupt Sinn ergeben? Wir haben die Argumente für und gegen einen Wechsel abgewägt.

Das spricht für einen Wechsel von Douglas Costa zum FC Bayern München

- Universell einsetzbar: Douglas Costas Stammposition bei Schachtjor Donezk war die rechte offensive Außenbahn. Doch auch im zentralen offensiven Mittelfeld und auf dem linken Flügel kam der Brasilianer zum Einsatz, was unter anderem auch an der dominanten Spielweise der Ukrainer liegt. Trainer Mircea Lucescu verlangt kein positionsgetreues Spiel seiner Offensive, vielmehr rotieren die Offensivspieler - ähnlich wie beim FC Bayern München unter Star-Coach Pep Guardiola - und wechseln mehrmals im Spiel ihre Positionen.

Douglas Costa könnte beim FC Bayern somit gleichzeitig die Rolle des Backups für die verletzungsanfälligen Arjen Robben und Franck Ribéry übernehmen. Lucescu sieht ihn sogar eher als Ersatz und kommenden Nachfolger von Robben: "Ich sehe ihn anstelle von Arjen Robben, er hat das gleiche Profil. Er ist erst 24 Jahre alt, in den kommenden Jahren könnte er Robbens Niveau erreichen."

- Technisch stark: Wie nahezu jeder brasilianische Profi besticht auch Douglas Costa durch eine starke Technik, hohe Ballsicherheit, Spielübersicht und Schnelligkeit. Der ukrainische Sport-Journalist Oleksandr Sereda äußerte sich im Interview mit spox.com begeistert über die Fähigkeiten Costas. "Es ist vor allem seine tolle Technik, gepaart mit ungeheurer Wucht in seinen Vorstößen. Er ist ein überragender Dribbler und schießt super Freistöße." Ein weiterer Vorzug des Brasilianers sei sein Überraschungsmoment meint Sereda: "Was ihn auch ausmacht: Er trifft oft unerwartete Entscheidung und war deswegen nicht selten der entscheidende Mann in engen Spielen."

- Defensive Qualitäten: Noch ein Pluspunkt von Douglas Costa: Er kann auch als Rechtsverteidiger spielen. Eine Qualität, die möglichweise den Ausschlag geben könnte gegenüber den vier bis fünf anderen Kandidaten, die die Bayern aktuell noch beobachten. Da Philipp Lahm unter Pep Guardiola überwiegend im Mittelfeld spielt und zudem seinen fußballerischen Zenit langsam überschritten haben könnte, besitzt der Rekordmeister auf der Rechtsverteidigerposition eindeutig Bedarf. Mit den Leistungen von Rafinha ist man im Klub-Umfeld auch nicht immer vollends zufrieden. Schachtjors Trainer Mircea Lucescu, der großen Wert auf die Defensivarbeit seiner Mannschaft legt, schätzt laut Sereda die Defensivqualitäten von Douglas Costa.

- Entwicklungsfähig: Trotz seines noch jungen Alters (24 Jahre) besitzt Douglas Costa bereits eine Vielzahl an Erfahrungen in der ruppigen ukrainischen Liga sowie in der Champions League. Auch für die brasilianische Nationalmannschaft kam Costa bereits zum Einsatz. Oleksandr Sereda glaubt zudem, dass Costas Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist. "Er ist 24 und dennoch hat er sehr viel Luft nach oben, was die Entwicklung angeht. Wenn er diese Entwicklung macht, bekommt Bayern einen kompletten Spieler." Dass sich bei den Bayern eher unbekannte Spieler noch weiterentwickeln können, hat das Beispiel Juan Bernat bestens bewiesen.

Das spricht gegen einen Wechsel von Douglas Costa zum FC Bayern München

- Streit mit Ribéry: Die Szene erzürnte im Achtelfinale der Champions League viele Bayern-Fans. Beim Hinspiel in der Ukraine ließ sich Douglas Costa zu einer Tätlichkeit gegen Franck Ribéry hinreißen und verpasste dem Franzosen einen fiesen Ellenbogencheck ins Gesicht. Auch im Rückspiel gerieten der Brasilianer und der Franzose aneinander. "Er hat versucht, mich zu provozieren", meinte Ribéry damals. Gute Voraussetzungen für eine zukünftige harmonische Zusammenarbeit als Teamkollegen sehen anders aus...

- Mangelnde Torgefahr: Trotz seiner zweifelsfrei herausragenden fußballerischen Fähigkeiten besitzt Douglas Costa gegenüber Arjen Robben und Franck Ribéry ein großes Manko: die fehlende Torgefahr. In der vergleichsweise schwachen ukrainischen Liga gelangen Costa seit 2010 nie mehr als sechs Saisontore. Kicker-Experte Oleg Zadernovsky hält Costa auch aufgrund seiner Formschwankungen für nicht Bayern-tauglich: "Seine Hauptschwäche liegt darin, dass er es nicht schafft, ein hohes Niveau über 90 Minuten zu halten. Phasenweise glänzt er, dann taucht er wieder ab. Ich glaube nicht, dass er Bayern verstärkt, gegen körperlich hart spielende Gegner wird er sich schwertun."

Fazit: Douglas Costa zum FC Bayern

Ob Douglas Costa beim FC Bayern München sofort einschlagen würde, lässt sich trotz der vielen positiven Argumente schwer einschätzen. Viel wird davon abhängen, wie dem Brasilianer die Umstellung auf die hohen Ansprüche beim Rekordmeister und das Niveau der Bundesliga gelingen wird und ob er seine spielerische Konstanz steigern kann. Die Grundvoraussetzungen dafür besitzt Douglas Costa zweifelsfrei.

ep

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