Brasilianer steckt im Formtief

Muss sich der FC Bayern Sorgen um Douglas Costa machen?

Lässt sich die Laune nicht verderben: Douglas Costa will beim FC Bayern zum Weltklasse-Spieler heranreifen.
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Lässt sich die Laune nicht verderben: Douglas Costa will beim FC Bayern zum Weltklasse-Spieler heranreifen.

München - In der Hinrunde verzauberte Douglas Costa den FC Bayern. Von seiner Topform ist aber seit Wochen nichts mehr zu sehen. Dabei ist der Brasilianer für die Roten enorm wichtig.

Douglas Costa dribbelte sich durch die Abwehrreihen der Gegner und in die Herzen der Bayern-Fans. Binnen weniger Wochen ließ der Brasilianer vor allem mit seinen Flankenläufen und Assists die verletzten Arjen Robben und Franck Ribery anscheinend vergessen und Deutschlands Fußball-Experten staunend zurück. Ja, die Hinrunde des 25-Jährigen war ein einziger Augenschmaus. Damals erklärte Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge den Senkrechtstarter bereits für unverkäuflich.

Douglas Costa (l.) frei vor Roman Bürki.

Doch nach dem monatelangen Höhenflug durchlebt Douglas Costa derzeit eine echte Talfahrt. In der Rückrunde scheint der Linksfuß das Gaspedal nicht mehr finden oder eben die Bremse in seinem Spiel nicht lösen zu können. Der Motor des Senkrechtstarters stottert. Bezeichnend, dass der 30-Millionen-Euro-Zugang beimtorlosen Liga-Gipfel in Dortmund völlig allein auf BVB-Keeper Roman Bürki zulief und die beste Chance des an Torraumszenen nicht armen Spiels vergab. Nach 75 Minuten holte Trainer Pep Guardiola ihn vom Feld - als ersten Spieler. Eine Erlösung?

Matthias Sammer bemühte sich später zwar, jegliche Kritik an der Nummer 11 im Keim zu ersticken. "Er hat heute wieder richtig gut gespielt. Er findet mehr und mehr wieder zu seiner Hinrundenform", lobte der Sportvorstand im ZDF. Die Zahlen jedoch sprechen eine andere Sprache: 39 Ballbesitzphasen und 13 erfolgreiche Pässe stellten mit Abstand die schlechtesten Werte aller Bayern-Stammspieler an diesem Abend dar. Natürlich liebt Douglas Costa das Risiko - was auch seine sieben Fehlpässe erklärt. Doch es drängt sich schon der Gedanke auf: Was ist mit dem Zauberfuß der Hinserie passiert?

Ex-Trainer: "Douglas Costa nicht stark genug für FCB"

Mircea Lucescu.

Die eisigen Temperaturen sollten dem Samba-Kicker nichts anhaben können - immerhin spielte er vor seiner Zeit an der Säbener fünfeinhalb Jahre lang für Schachtjor Donezk. Sein dortiger Trainer Mircea Lucescu hatte noch vor Douglas Costas erstem Einsatz für den FCB in der Bild am Sonntag geunkt: "Ich denke, im Moment ist Douglas noch nicht stark genug für Bayern. Da sind Ribery und Robben ein anderes Kaliber."

Sechs Monate lang strafte der Flügelstürmer seinen rumänischen Mentor Lügen, bereicherte das Offensivspiel der Roten mit einer Leichtigkeit. Doch nun scheint sich zu bewahrheiten, was Douglas Costa schon in der Winterpause gegenüber der Sport Bild aussprach: "Am Ende der Hinrunde habe ich gemerkt, dass mein Körper eine Pause braucht." Muskuläre Probleme im rechten Oberschenkel warfen ihn in den letzten Wochen des vergangenen Jahres zudem zurück.

Auch hier unterstreichen die Statistiken die unerfreuliche Entwicklung: Hatte Douglas Costa vor der vierwöchigen Zwangspause in 23 Einsätzen wettbewerbsübergreifend fünf Treffer erzielt und sagenhafte 14 vorbereitet, kamen seither nur noch drei Assists in zehn Partien hinzu. In der Liga war er seit 250 Minuten oder vier Einsätzen nicht mehr an einem Bayern-Tor beteiligt. Zuvor blieb Douglas Costa nie mehr als zwei Spiele nacheinander ohne Torvorlage.

Hinrundenform spätestens nach Osterpause

Franck Ribery (l.) und Arjen Robben.

Ein Glück für den FC Bayern, dass Robben längst wieder zu alter Stärke gefunden hat und sich auch Ribery noch einmal anschickt, die Gegner ordentlich aufzumischen. So fällt Douglas Costas Dürreperiode kurz vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Juventus Turin gar nicht mal so sehr ins Gewicht. Spätestens wenn jedoch nach der Osterpause die wirklich heiße Saisonphase eingeläutet wird, brauchen die Roten auch einen Douglas Costa in Gala- sprich Hinrundenform - zumindest um die beiden Routiniers auf den Flügeln gemeinsam mit Kingsley Coman zu entlasten.

Das Versprechen für eine große Zukunft bei den Roten hat der 15-malige Nationalspieler Brasiliens erst vor einigen Wochen gegeben. "Wenn ich so weitermache, werde ich in zwei, drei Jahren vielleicht nicht der Beste der Welt sein, aber ich will unter die ersten fünf oder in die Top-3", legte Douglas Costa im brasilianischen TV-Sender Globo die persönliche Messlatte enorm hoch: "Ich denke, das ist möglich."

Marcus Giebel

Marcus Giebel

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