Bei Geldübergabe in Sendling geschnappt

Hoeneß-Erpresser (50) wollte mit Fahrrad fliehen

+
Uli Hoeneß beim Play-Off-Spiel der Bayern-Basketballer am Samstagabend. Parallel fasste die Polizei seinen mutmaßlichen Erpresser bei einer fingierten Geldübergabe in Sendling.

München - Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist vor seinem Haftantritt bedroht und erpresst worden. Er sollte zu seiner Sicherheit Schutzgeld zahlen, doch der Täter wurde gefasst.

Unmittelbar vor dem anstehenden Antritt seiner Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung ist Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß bedroht und erpresst worden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern erhielt Hoeneß am Samstagmorgen einen mehrseitigen Drohbrief, in dem nicht nur ihm, sondern auch seiner Familie Gewalt angedroht wurde, sollte er nicht eine sechsstellige Summe bezahlen. In den Medien kursiert eine Summe von etwa 200.000 Euro. Würde er diese Summe nicht zahlen, so werde es ihm im Gefängnis schlecht ergehen - egal in welcher Anstalt er seine Strafe verbüßen würde.

Ein Zusammenhang mit der von Uli Hoeneß geforderten Verlegung seiner Haftstrafe von der JVA Landsberg in die JVA Landshut ist demnach nicht gegeben. Hoeneß sieht seine Privatsphäre verletzt, da Reporter bereits die Zellen in Landsberg bei einem Rundgang im März inspizieren konnten.

Mutmaßlicher Hoeneß-Erpresser bei Geldübergabe gefasst

Uli Hoeneß applaudiert beim Play-Off-Spiel der Bayern-Basketballer am Samstagabend seinem Team. Parallel fasst die Polizei seinen mutmaßlichen Erpresser.

Der 62-Jährige schaltete am Samstag unmittelbar nach Eingang des Schreibens die Polizei ein. Die Beamten vereinbarten mit dem Täter für den gleichen Abend gegen 20.45 Uhr ein Treffen zur Übergabe des Geldes. Bei der Geldübergabe an der Bushaltestelle Leutstettener Straße in der Aidenbachstraße im Münchner Stadtteil Obersendling griffen die Beamten zu und nahmen den 50-jährigen Thomas S. fest, als er das Geld aus einem Abfalleimer fischen wollte.

Der Mann versuchte mit seinem Fluchtfahrzeug, einem Fahrrad, fliehen, stürzte dabei aber und verletzte sich an der Schulter. Er wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert. Mittlerweile sitzt der mutmaßliche Erpresser in Untersuchungshaft.

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

Thomas S. ist für die Polizei kein Unbekannter. Er saß bereits einige Male hinter Gitter. Sein Vorstrafenregister reicht von Raub über Betrug, Untreue bis zu Diebstahl. Kein Wunder, wenn er dabei ähnlich laienhaft und diletantisch vorgegangen war...

Uli Hoeneß ließ sich am Samstag wenig beeindrucken von den Vorfällen. Er war zunächst in der Allianz Arena und wohnte dem letzten Saisonspiel gegen Stuttgart (1:0) und der Meisterfeier bei. Anschließned, quasi parallel zu der Polizei-Aktion, besuchte er das Spiel der Bayern-Basketballer in den Play-Offs gegen Ludwigsburg im Audi Dome (101:57).

Hoeneß muss wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro ins Gefängnis. Das Landgericht München hatte den 62-Jährigen im März zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Als sogenannter Selbststeller, der aus der Freiheit und nicht aus Untersuchungshaft ins Gefängnis muss, wird Hoeneß selbst direkt zur Haftanstalt kommen müssen.

Florian Weiß/dpa

Lesen Sie auch: Uli Hoeneß erpresst - Protokoll des dramatischen Tages

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

So sehen Sie das Spiel SpVgg Landshut gegen den FC Bayern München live im Stream
So sehen Sie das Spiel SpVgg Landshut gegen den FC Bayern München live im Stream
tz-Kommentar zu Götze: Win-Win - und eine Warnung
tz-Kommentar zu Götze: Win-Win - und eine Warnung
Ciao Pep, wir sehen uns in Cardiff wieder!
Ciao Pep, wir sehen uns in Cardiff wieder!
Das ist Guardiolas größte Herausforderung bei City
Das ist Guardiolas größte Herausforderung bei City

Kommentare