Gast-Kommentar zum Bayern-Trainer

Real-Experte de la Rosa sicher: Kritik wird Carlo nicht verändern

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Grübeln ja, granteln nein: Carlo Ancelotti steht beim FC Bayern besonders unter Beobachtung.

Madrid - Nach nicht einmal einem Viertel der Saison bläst Carlo Ancelotti beim FC Bayern erstmals Gegenwind ins Gesicht. Wie er darauf reagieren wird, weiß ein Ex-Weggefährte.

Für Spieler oder Trainer ist Real Madrid die beste Schule, um den Umgang mit Kritik zu lernen. Sie kommt von außen (Barcelona) und von innen (Chefetage). Carlo Ancelotti selbst hatte zwar schon vor seiner Zeit in Spanien viel Erfahrung, während seiner Etappe bei Real hat er aber noch mal dazugelernt. Das Ganze ging so weit, dass man ihm mit dem Rauswurf drohte, wenn er nicht das CL-Finale in Lissabon gegen Atlético für sich entschied. Aber Carlo kann gut damit umgehen. Kritik prallt an ihm ab und wird ihn nicht verändern.

Alvaro de la Rosa von Spaniens Sportblatt As.

Als er zu Juve kam, wurde er von Tifosi mit einem Banner begrüßt. „Ein Schwein weiß nicht, wie man trainiert“, hieß es. Später bei Milan widmete er diesen Fans seinen Mittelfinger und sagte: „Das hat mich auf die Palme gebracht, denn es ist eine nicht zu tolerierende Respektlosigkeit. Gegenüber den Schweinen.“

So ist er. Kritik begegnet er mit Ruhe und Ironie. Gerade der Vorwurf, er sei nicht hart genug, ist ihm nicht neu. In der letzten Saison in Madrid warf man ihm zu sanftem Umgang mit dem Spielern vor, worauf er antwortete: „Mit diesem Umgang habe ich dreimal die Königsklasse gewonnen.“

Ancelotti wird nicht laut

Ancelottis Methode sieht es nun mal nicht vor, die Spieler anzuschreien. Er ist ein Mann des Fußballs und weiß nur zu gut, wie er seine Spieler hinter sich bringt. Bei Real zog er direkt die Schwergewichte der Kabine (Cristiano, Ramos, Casillas und Pepe) auf seine Seite, und das wird er nun auch bei Bayern tun.

Er ist nicht so detailversessen wie Pep, das stimmt. Bei ihm stehen dafür Charakter und Pflichtbewusstsein an oberster Stelle - danach kümmert er sich darum, die Taktik an die Spieler anzupassen, und trifft so gut wie immer ins Schwarze. Er sieht den Fußball als simples Spiel, bei dem man gewinnen, verlieren oder Unentschieden spielen kann. Er kennt sich mit Ersterem am besten aus.

Von Alvaro de la Rosa, Real-Experte bei Spaniens Sportblatt As

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