FCB will Krise beenden

Experte verrät: So knackt Bayern die PSV

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Die Bayern wollen gegen Eindhoven zurück in die Erfolgsspur finden. 

München - Nach drei Spielen ohne Sieg hoffen die Bayern auf einen Dreier gegen die PSV Eindhoven. Ein Taktikexperte verrät der tz die Stärken und Schwächen der Niederländer. 

Die Stimmung beim FC Bayern war schon mal besser, nach den letzten Ergebnissen ist der Druck auf Carlo Ancelotti dezent gestiegen. Drei Spiele sind die Münchner inzwischen ohne Sieg, doch viel mehr als die Ergebnisse störte Karl-Heinz Rummenigge zuletzt die Einstellung. „Das war nicht Bayern München“, sagte der Vorstandsvorsitzende über die erste Halbzeit beim 2:2 in Frankfurt und machte seinen Spielern mit ziemlich deutlichen Worten klar: „Wir müssen anders auftreten.“ Wie die Roten am Mittwochabend gegen die PSV Eindhoven auftreten müssen, um wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren, hat die tz gemeinsam mit Alexander Schmalhofer, dem Taktikexperten des Instituts für Fußballmanagement, analysiert.

Vor allem auf den Außen hatten die Bayern defensiv in Frankfurt große Probleme. Zum einen, weil Philipp Lahm und David Alaba nicht ihren besten Tag erwischt hatten. Und zum anderen, weil Arjen Robben und Kingsley Coman nur spärlich mit nach hinten arbeiteten. So verwunderte es nur wenig, dass die Frankfurter Außenverteidiger Bastian Oczipka und Timothy Chandler die Gegentore vorbereiteten. Gut für Bayern: Eindhoven agiert lieber durch die Mitte. Doch auch da müssen die Münchner wachsam sein. „Der gefährlichste Spieler heißt ­Luuk de Jong. Eindhoven sucht den körperlich extrem robusten, aber auch technisch sehr versierten Stürmer immer wieder mit langen Bällen“, hat Schmalhofer erkannt. „Auf ihn ist das Spiel ausgelegt, weil er eine starke Qualität als Wandspieler hat. De Jong kann die Bälle auch unter Druck festmachen, in die Tiefe verlängern oder auf einen nachrückenden Spieler ablegen.“

Schmalhofer erklärt in der tz auch, wie die Bayern Eindhovens Stärken im Spiel nach vorne eindämmen können: „Damit die Bälle das Ziel nicht finden, kann der FCB schon mit einem hohen Mittelfeldpressing oder situativem Angriffspressing die kontrollierten, hohen Zuspiele unterbinden.“ Auch die zuletzt bereits von Schmalhofer angesprochene, fehlende Handlungsschnelligkeit spielt wieder eine wichtige Rolle. „Nach Ballgewinn versucht die PSV, möglichst schnell zum Abschluss zu kommen, und sucht tiefe Räume, in die ihre Flügelspieler immer mit Tempo starten. Dieses Tempo muss von Bayerns Defensivspielern sofort mit aufgenommen werden.“

In Ballbesitz erwartet die Bayern – mal wieder – ein Defensivbollwerk. Angriffspressing, wie die Eintracht es teilweise praktizierte, ist von der PSV eher nicht zu erwarten. „Die Holländer haben nicht zuletzt durch ihre Fünfer-Abwehrkette ihren Fokus gegen den Ball deutlich auf das Verteidigen des eigenen Drittels gesetzt. Sie nehmen tendenziell eine abwartendere Haltung ein, um nach einem Fehler des Gegners schnell zu kontern“, meint der Leiter des Fachbereichs Spiel- und Taktikanalyse des Ismaninger Instituts und bescheinigt Eindhoven eine „sehr gute defensive Organisation. Besonders im Zentrum stehen sie sehr kompakt.“ Natürlich weiß der Experte aber auch, wie der holländische Meister zu knacken ist. „Durch ein variables Positionsspiel können die Bayern ihnen Probleme bereiten“, verrät Schmalhofer und zeigt mögliche Wege auf: „Die Offensivspieler um Müller können ihre Gegenspieler durch clevere Laufwege mitziehen und so Räume zwischen den ansonsten engen Reihen von Eindhoven öffnen. Rückt Müller vom Flügel in den Halbraum, macht er die Außenbahn für Lahm frei.“ Alternativ sollten die Münchner die Flügel doppelt besetzen. „Ein gutes taktisches Mittel“, glaubt Schmalhofer und fügt noch eine dritte Option mit an: „Zudem wird es auch notwendig sein, dass ein schneller, dribbelstarker Flügelspieler wie Robben oder Coman auch immer mal wieder das Eins-gegen-Eins sucht.“ Damit die Bayern wieder zurück in die Erfolgsspur finden.

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Sven Westerschulze

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