FCB- und City-Anhänger mit Allianz

Fan-Aktion gegen UEFA: Jetzt spricht Sammer!

München/Manchester - Am Dienstagabend wollen sich Fans des FC Bayern einer geplanten Protest-Aktion der Manchester-City-Anhänger gegen die UEFA anschließen. Nun äußert sich Matthias Sammer dazu.

Der FC Bayern tritt zu seinem letzten Gruppenspiel an, Tabellenplatz eins ist bereits gesichert – trotzdem ist vor dem Spiel bei Manchester City Pfeffer drin. Große Teile der Fans (auch bei Manchester ­City) sind sauer auf die UEFA und planen daher eine gemeinsame Protestaktion.

Zur Erinnerung: Beim ersten Gruppenspiel in Moskau verhängte die UEFA eine Platzsperre. Aufgrund von rassistischen Ausfällen der Anhängerschaft von ZSKA Moskau galt es, die Russen zu betrafen. Die Idee dahinter war richtig, die Ausführung letztlich dürftig, schließlich traf der Zuschauerausschluss auch die Fans des FC Bayern. Von ihnen hatten allerdings viele ihre Reise nach Russland bereits organisiert und gebucht, der entstandene Schaden war groß. Der Verband ließ dennoch nicht mit sich reden, so wurde auch der Anhang des FCB bestraft.

Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer.

Auf die Praktiken der UEFA angesprochen, erklärte Matthias Sammer nun der tz: „Konsequenzen aus Fehlverhalten sind richtig und wichtig. Aber über die Mittel müssen wir reden, da muss auch die UEFA drüber nachdenken!“ In Moskau sprangen der Sportvorstand und seine Kollegen mit finanzieller Hilfe für eine gute Idee ein. Sie beglichen die Rechnung für ein Appartement im 18. Stock eines benachbarten Hochhauses, von wo viele der Fans ihre Stars verfolgten. Eine tolle Geste, das Grundproblem aber hatte trotz dieser aufmerksamkeitsstarken Aktion Bestand. Das merkten die City-Fans bei ihrem Spiel in Moskau. Auch als sie ihre Flüge nach Moskau buchten, war noch nicht absehbar, dass es zu einem Geisterspiel kommen würde – und einen Tag vor dem Spiel verbot die Moskauer Polizei dann auch noch die geplante Anmietung der inzwischen bekannten Hochhausetage.

Als Protest drehten die City-Fans beim Rückspiel dem Spielfeld den Rücken zu, als die Champions-League-Hymne der UEFA gespielt wurde – dazu wurde gepfiffen. Diese Aktion soll am Dienstagabend in Manchester wiederholt werden, die FCB-Fanvereinigung Club Nr. 12 ermuntert die Bayernfans, bei diesem Protest ebenfalls mitzumachen.

Schon im Hinspiel protestierten die Anhänger des FCB mit dem Spruchband „Respect Fans“.

Schon vor dem letzten Heimspiel des FCB gegen AS Rom gab es eine Protestkampagne: „Respect Fans“-Plakate wurden aufgehängt – angelehnt an die „Respect“-Toleranzkampagne der UEFA. An dieser Aktion beteiligten sich auch Fans anderer europäischer Teams! Nun gibt es also eine erneute Aktion gegen die Ausschluss-Politik des europäischen Fußballverbandes.

Beim FC Bayern dürfte man diesbezüglich einverstanden sein mit den Bekundungen ihrer Fans. Auch wenn Matthias Sammer die Situation relativiert und meint, dass die UEFA um eine Änderung der bestehenden Regel bemüht ist. „Aus Gesprächen weiß ich, dass sie das tut. Deshalb sollte man ihr nicht immer nur Vorwürfe machen. Ich habe selbst auch bei einem Verband gearbeitet, das ist ein großer Apparat. Da ist das nicht immer alles so einfach. Wenn sich der Dampfer einmal in eine Richtung bewegt, dann müssen Sie den erst mal anhalten.“ Vielleicht kommt die Kursänderung ja schneller, wenn die Fans helfen.

M. Knippenkötter

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

auch interessant

Meistgelesen

Nach Gala in Mainz: Das sagt Robben zu seiner Zukunft
Nach Gala in Mainz: Das sagt Robben zu seiner Zukunft
Arjen Robben gesteht: „Ich war froh, dass er drin war“
Arjen Robben gesteht: „Ich war froh, dass er drin war“
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
RB Leipzig? Hoeneß sendet Kampfansage
RB Leipzig? Hoeneß sendet Kampfansage

Kommentare